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Indikatoren, Deutschland

(Korrigiert wurde der Zeitraum des tiefsten Stands der Inflation.

28.11.2019 - 16:22:45

KORREKTUR/Deutschland: Inflationsrate bleibt auf tiefstem Stand seit Anfang 2018

WIESBADEN - In Deutschland verharrt die Inflation wegen günstiger Energiepreise auf niedrigem Niveau. Im November stiegen die Lebenshaltungskosten um 1,1 Prozent im Jahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden nach einer ersten Schätzung mitteilte. Damit liegt die Inflationsrate wie bereits im Oktober auf dem tiefsten Stand seit Februar 2018.

Analysten wurden von der schwachen Preisentwicklung überrascht. Sie hatten im Mittel mit einem leichten Anstieg der Inflationsrate auf 1,2 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich sanken die Verbraucherpreise im November um 0,8 Prozent.

Ausschlaggebend für die geringe Teuerung ist ein starker Rückgang der Kosten für Energie. Hier meldete das Bundesamt einen Rückgang im Jahresvergleich um 3,7 Prozent. Dagegen sind die Preise für Nahrungsmittel, Dienstleistungen oder Wohnungsmieten im Jahresvergleich gestiegen.

Der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) relevante Preisindex HVPI legte gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,2 Prozent zu und damit stärker als im Vormonat. Im Oktober hatte die Teuerungsrate in dieser Abgrenzung nur bei 0,9 Prozent gelegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt im gesamten Euroraum eine deutlich höhere Inflation an. Die Währungshüter sehen die Stabilität der Preise bei einer Teuerungsrate von mittelfristig knapp zwei Prozent als gewährleistet an. Die schwache Inflation und die kraftlose Konjunktur im Euroraum hatten die EZB im September dazu veranlasst, ihre Geldpolitik weiter deutlich zu lockern.

Nach Einschätzung des Experten Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen gibt es für die europäische Notenbank keinen Grund, von ihrer extrem lockeren Geldpolitik abzurücken. Experte Marco Wagner von der Commerzbank geht aber in den kommenden Monaten von einer höheren Inflation in Deutschland aus. Er verwies auf einen steigenden Lohndruck, der von den Unternehmen teilweise an die Verbraucher weitergereicht werde.

@ dpa.de

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