Alphabet C-Aktie, US02079K1079

KIEL - Für die digitale Zukunft der Welt sieht der Ökonom Dennis Snower Europa mit Deutschland an der Spitze in einer Schlüsselverantwortung.

14.01.2019 - 06:32:26

Digitales Regime gefährdet Demokratie. "Es geht um sehr, sehr viel, um das Regime des neuen digitalen Zeitalters und damit letztlich auch um die Demokratie", sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft der Deutschen Presse-Agentur.

und Facebook komplett ändern. Technologische Lösungen für ein solches Modell existierten bereits.

"Das Regime in China ist darauf aufgebaut, dass der Staat besonders vieles über einen weiß", sagte Snower. "In den USA sind es Konzerne wie Facebook, Google und Amazon , die sehr viel über ihre Nutzer wissen - und dieses Wissen manchmal auch an den Staat weitergeben." Die Nutzer wiederum hingen immer mehr von diesen Netzwerken ab.

Snower verglich das System mit der Sklaverei: "Ein Sklave arbeitet und muss den ganzen Ertrag abgeben an seinen Besitzer. Dafür bekommt er genügend Nahrung und Unterkunft, um weiter diese Dienstleistungen abzuliefern." So sei es auch in der heutigen digitalen Welt: "Wir generieren eine Unmenge an Daten, die nicht uns gehören, sondern den Netzwerken", sagte Snower. "Die großen digitalen Netzwerke werden immens reich, so wie es die Sklavenbesitzer einst geworden sind."

Aus Sicht Snowers ist das bisherige System falsch, in dem die Nutzer Internetdienstleistungen kostenlos beziehen und im Gegenzug ihre Daten kostenlos liefern. "In dieser Welt gibt es keine Preise, aber Preise sind die Grundlage für das Funktionieren einer Volkswirtschaft", sagte der Ökonom. "Das ist wie in der Sklaverei: Man gibt die Arbeit umsonst und bekommt das Essen umsonst." Zudem sei es so gut wie unmöglich, die Geschäftsbedingungen zu verstehen, denen man zustimmen muss, wenn man eine neue App haben will.

Besser wäre es, der Nutzer bekäme für seine Daten Geld und kaufte davon neue Apps. "Wer viele Daten generiert, die besonders nützlich sind und damit relativ hohe Preise erzielen, hätte einen Anreiz, mehr davon zu produzieren, so wie es in einer Marktwirtschaft sein sollte", sagte Snower. "In eine solche Welt müssen wir kommen, denn ohne dies kann die Demokratie nicht überleben und die freie Marktwirtschaft auch nicht - so dramatisch ist das."

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe vor diesem Hintergrund auf dem Global Solutions Summit im Mai 2018 Lösungen für die Bepreisung von Daten angemahnt, sagte Snower. China und die USA zeigten, wie groß die Gefahr sei. "Europa ist nach meiner Einschätzung die Hoffnung, eine vernünftige Alternative zu den bisherigen digitalen Regimes zu schaffen - und Deutschland als technologisch fortgeschrittenes Land könnte dazu einen Riesenbeitrag leisten."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Studie: Digitalisierung heizt Wettbewerb in Banken-Branche an. Habe noch vor einem Jahr gerade einmal jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) schon einmal sein Stamm-Giro-Konto gewechselt, sei der Anteil inzwischen auf 41 Prozent gestiegen, ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. BERLIN - Die Treue zur eigenen Hausbank bröckelt im Zuge der Digitalisierung laut einer aktuellen Studie - und das dürfte für viele Geldinstitute zu einem verschärften Wettbewerb führen. (Boerse, 21.05.2019 - 10:43) weiterlesen...

USA gewähren 90 Tage Aufschub für Teil der Maßnahmen gegen Huawei. Ab sofort gelte für 90 Tage eine Regelung, die einige Geschäfte mit Huawei erlaube, teilte das US-Handelsministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Dabei geht es vor allem um die Versorgung bestehender Smartphone-Nutzer sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik. WASHINGTON/PEKING - Die USA haben die strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Huawei-Konzern nach nur wenigen Tagen teilweise gelockert. (Boerse, 21.05.2019 - 08:42) weiterlesen...

US-Handelsministerium gewährt Aufschub bei Maßnahmen gegen Huawei. Das US-Handelsministerium teilte am Montagabend (Ortszeit) in Washington mit, ab sofort gelte für 90 Tage eine Regelung, die bestimmte Geschäfte mit Huawei erlaube. Dies solle den Beteiligten die Zeit geben, um andere Vorkehrungen zu treffen und sich auf die Änderungen einzustellen. Das Ministerium werde auswerten, ob die Regelung über 90 Tage hinaus verlängert werde. WASHINGTON - Die USA haben die strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Telekom-Ausrüster Huawei zum Teil vorerst gelockert. (Boerse, 21.05.2019 - 06:25) weiterlesen...

US-Sanktionen kappen Huawei Zugang zu Google-Diensten (neu: mehr Details und Hintergrund (Boerse, 20.05.2019 - 16:22) weiterlesen...

WDH/ROUNDUP 2: US-Sanktionen schneiden Huawei künftig von Google-Diensten ab (Im 4. (Boerse, 20.05.2019 - 14:01) weiterlesen...

US-Sanktionen schneiden Huawei künftig von Google-Diensten ab (Boerse, 20.05.2019 - 13:42) weiterlesen...