Regierungen, Deutschland

KIEL - Die Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie für viele Schüler wird nach Ansicht der designierten Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), mehrere Jahre dauern.

12.12.2021 - 15:11:59

Prien: Folgen der Pandemie für Schüler beschäftigen uns Jahre. Bei einem großen Teil hätten Corona und Schulschließungen nicht nur zu Lerndefiziten, sondern oft auch zu psychischen oder psychosozialen Problemen geführt, sagte Schleswig-Holsteins Bildungsministerin der Deutschen Presse-Agentur. Tendenziell hätten Grundschüler damit stärkere Probleme als ältere Schüler. Betroffene brauchten Hilfe.

"Besonders betroffen sind Schüler, die vorher auch schon eher unter schwierigen Rahmenbedingungen gelebt und gelernt haben", sagte Prien. Einzelne brauchten ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe. "Ansonsten ist ein möglichst normales Schulleben der beste therapeutische Ansatz." Dies könne die Probleme kompensieren. "Offene Schulen sind die beste Therapie." Denn sie böten einen sicheren sozialen Raum, um sich zu entwickeln. Prien warnte deshalb vor neuen Schulschließungen. "Die Schulen sollten das Letzte sein, was in dieser Pandemie noch mal flächendeckend geschlossen werden sollte." Die Politik müsse alles dafür tun, dass dieser Schritt nicht noch einmal nötig werde.

"Corona hat die Schule wie auf dem Servier-Tablett in die Öffentlichkeit gestellt", sagte Prien. Dadurch sei die gesellschaftliche Bedeutung der Schulen aber stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. "Die Pandemie hat natürlich zugleich gezeigt, dass wir in Sachen Digitalisierung und Nutzung von digitalen Medien noch viel Arbeit vor uns haben. Das ist ein großer Transformationsprozess, dem sich die Schulen sehr engagiert stellen."

Schleswig-Holstein übernimmt 2022 die KMK-Präsidentschaft. Prien folgt als Präsidentin auf Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Reformbedarf sieht Prien bei der Bund-Länder-Zusammenarbeit der Digitalisierung. Der Digitalpakt sei viel zu bürokratisch gestaltet. "Der Bund muss seinen Teil der Verantwortung bei den großen Schulthemen, wie der Digitalisierung, übernehmen." Das Programm müsse für die Schulträger praktikabel sein. "Die Schulen müssen technisch so ausgestattet werden, dass Schülerinnen und Schüler in einer Umwelt lernen, die dem entspricht, was sie auch in ihrem Berufsleben erwartet." Das dürfe nicht mit dem bis 2024 befristeten Digitalpakt enden.

Bildung sollte nach Ansicht der künftigen KMK-Präsidentin Ländersache bleiben. "Aber der Bildungsföderalismus sollte viel stärker kooperativ ausgerichtet sein", sagte Prien. Sie forderte mehr Zusammenarbeit zwischen den Ländern einerseits und eine bessere Kooperation zwischen Bund und Ländern anderseits. Als Beispiel nannte Prien die Entwicklung intelligenter Lernplattformen. "Da macht es einfach Sinn, sich zu spezialisieren und länderübergreifend zusammenzuarbeiten." Das Gleiche gelte für den Ankauf technischer Geräte oder den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Notfalls müsse das Grundgesetz geändert werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Studie: Viele Impfreaktionen wohl in Nocebo-Effekt begründet. Rund drei Viertel (76 Prozent) der Patientenmeldungen zu den ganzen Körper betreffenden Reaktionen nach der ersten Impf-Dosis und etwa die Hälfte (52 Prozent) der Meldungen wahrgenommener Folgen nach der zweiten Impfdosis ließen sich in der Auswertung darauf zurückführen, schreiben Wissenschaftler um Julia Haas, Sarah Ballou und Friederike Bender unter anderem von der Harvard Medical School und der Philipps-Universität in Marburg im Fachmagazin "Jama Network Open". NEW YORK - Ein großer Teil der empfundenen Impfreaktionen bei den Corona-Impfungen könnte einer Studie zufolge auf den sogenannten Nocebo-Effekt zurückgehen. (Boerse, 20.01.2022 - 08:47) weiterlesen...

Thyssenkrupp: Israel vereinbart milliardenschweren U-Boot-Deal mit Deutschland. Es geht demnach um den Kauf von drei U-Booten der neuen Klasse "Dakar", der wegen Korruptionsvorwürfen bei U-Boot-Geschäften mit Israel jahrelang auf Eis gelegen hatte. Das erste U-Boot soll innerhalb von neun Jahren nach Israel geliefert werden, wie das Verteidigungsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Kosten des Geschäfts lägen bei rund drei Milliarden Euro. Die Bundesregierung trage einen Teil der Kosten. TEL AVIV - Israel und Deutschland haben sich nach israelischen Angaben abschließend auf einen milliardenschweren U-Boot-Deal mit Thyssenkrupp in Kiel geeinigt. (Boerse, 20.01.2022 - 08:43) weiterlesen...

WDH/ROUNDUP: Lauterbach rechnet mit Hunderttausenden Neuinfektionen pro Tag. Absatz und zur Hospitalisierungsrate im 4. (Formulierungen zur Meldung von Neuinfektionen am Mittwoch im 3. (Wirtschaft, 20.01.2022 - 07:56) weiterlesen...

Lauterbach rechnet mit Hunderttausenden Neuinfektionen pro Tag. Es sei mit Blick auf realistische Szenarien davon auszugehen, "dass die Welle Mitte Februar ungefähr ihren Höhepunkt haben wird und dass wir dann mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag erwarten müssen", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Es sei nicht gesagt, dass es zu den Szenarien komme, aber "die haben die größte Wahrscheinlichkeit". BERLIN - Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet bis Mitte Februar mit mehreren Hunderttausend Corona-Neuinfektionen am Tag. (Wirtschaft, 20.01.2022 - 06:35) weiterlesen...

Zuzahlungen für Pflege im Heim weiter gestiegen. BERLIN - Die selbst zu zahlenden Anteile für die Pflege im Heim sind weiter gestiegen. Im bundesweiten Schnitt liegen sie nun bei 2179 Euro im Monat, wie aus neuen Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand vom 1. Januar hervorgeht. Das sind 111 Euro mehr als Anfang vergangenen Jahres. Es gibt aber weiterhin große regionale Unterschiede. Im Vergleich der Bundesländer am teuersten sind Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2542 Euro und in Baden-Württemberg mit 2541 Euro. Am niedrigsten bleibt die finanzielle Belastung in Sachsen-Anhalt mit 1588 Euro im Monat. Zuzahlungen für Pflege im Heim weiter gestiegen (Boerse, 20.01.2022 - 06:33) weiterlesen...

Leid auf letzter Reise - EU-Parlament nimmt sich Tiertransporte vor. Ein Kalb wird auf dem Milchbetrieb nicht gebraucht und soll in Holland gemästet werden. Eine trächtige Kuh soll in Nordafrika kalben und dort weiter Milch geben - all das sind Gründe, warum täglich Millionen lebender Tiere durch Europa und über seine Grenzen hinaus transportiert werden. Was sie auf dieser Reise erleben, ist oft qualvoll: Da sind Hunger, Hitze, Enge und Verletzungen. - Ein Schwein ist fertig gemästet und soll geschlachtet werden. (Boerse, 20.01.2022 - 06:33) weiterlesen...