Welthandel, USA

Kaum abzuwenden scheint der Wirtschaftskonflikt der weltgrößten Volkswirtschaften.

05.04.2018 - 07:50:39

Wirtschaftskonflikt - Leisere Töne aus den USA im Handelsstreit mit China. Zwischen den USA und China stehen Strafzölle im Raum, Sorgen vor einem Handelskrieg sind groß. Da mischen sich in die scharfe Debatte verhaltene Töne aus Washington.

Washington - Im eskalierenden Handelsstreit mit China gibt es aus dem Weißen Haus Signale von Verhandlungsbereitschaft.

Der oberste Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, sagte auf die Frage, ob die Zölle letztlich gar nicht in Kraft treten könnten: «Ja, das ist möglich. Das gehört zum Prozess.» In einer Auseinandersetzung wie dieser würden alle Werkzeuge genutzt.

Kudlows überraschende Einlassungen folgten am Mittwoch (Ortszeit) unmittelbar auf Chinas Ankündigung, Strafzölle der USA seinerseits mit Zöllen im identischen Wert von 50 Milliarden US-Dollar zu vergelten. Diese Verschärfung im Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften nährte massiv die Sorgen über Gefahren für die Weltwirtschaft.

Die USA nehmen Produkte der chinesischen Hochtechnologie-Industrien ins Visier. China würde neben der Auto-, Chemie- und Flugzeugindustrie auch den ländlichen Raum in den USA treffen, wo Trump besonders beliebt ist. Neben Sojabohnen zielt Peking auch auf andere Agrarprodukte wie Mais, Weizen und Baumwolle ab.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte auf die Frage, ob und wie sehr den Präsidenten die massiven Auswirkungen des Handelskonflikts an den Börsen bekümmerten: «Es wird eine kurze Phase der Schmerzen geben», aber mittel- und langfristig werde sich Trumps Politik auszahlen.

Sanders sagte, man gehe nun durch eine mehrere Monate andauernde Phase der Überprüfung der Zölle, dieser wolle sie nicht vorgreifen. Die Situation sei Chinas Schuld und nicht die der USA. Mehrfach wich Sanders der Frage aus, ob die Zölle in jedem Fall kommen werden. Die USA erwarteten, dass Chinas seine Handelspolitik ändere, sagte Sanders. «Hoffentlich wird China das Richtige tun.»

Nach Ansicht Kudlows, der vor wenigen Tagen Gary Cohn im Amt nachfolgte, ist Trump «letztlich ein Anhänger des freien Handels». Der Präsident wolle das Problem mit China so schmerzlos wie möglich lösen, sagte er.

Dem Sender Fox Business sagte Kudlow: «Es gibt keinen Handelskrieg. Wir sind in der frühen Phase eines Prozesses, der Zölle einschließt, Kommentierungen der Zölle sowie zuletzt abschließende Entscheidungen und Verhandlungen.» Es gebe bereits Gespräche auf inoffiziellen Kanälen. «Wir sollten nicht überreagieren, mal sehen, wie das alles ausgeht. Am Ende dieses ganzen Prozesses, dem Ende des Regenbogens, steht ein Topf voll Gold.»

@ dpa.de

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