Produktion, Absatz

KATTOWITZ - Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre treffen Entwicklungsländer besonders hart.

04.12.2018 - 13:11:24

Extremwetter trifft Entwicklungsländer besonders - Ruf nach Hilfe. Unter den zehn Staaten mit den größten Extremwetterschäden waren in den vergangenen 20 Jahren acht Entwicklungsländer mit niedrigem oder niedrigem mittleren Einkommen. Das zeigt der Klima-Risiko-Index, den die Entwicklungsorganisation Germanwatch am Dienstag auf der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz (Katowice) vorstellte.

Der Umgang mit Schäden und Verlusten ist ein Streitthema der Klimadiplomatie, die betroffenen Staaten fordern mehr Unterstützung. Denn die Klimafinanzierung ist nur für Klimaschutz und Anpassung an den Wandel gedacht, nicht für Schäden.

Puerto Rico, Honduras und Myanmar stehen im Rückblick auf die Jahre 1998 bis 2017 an der Spitze der am stärksten betroffenen Länder - gefolgt von Haiti, den Philippinen, Nicaragua, Bangladesch, Pakistan, Vietnam und Dominica. Deutschland liegt auf Platz 25 - und damit deutlich vor seinen Nachbarn Schweiz (41) und Österreich (51). Der Index basiert auf einer Datenbank des Rückversicherers Munich Re und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Mit mehr als 11 500 Todesopfern und mehr als 375 Milliarden US-Dollar Kosten - unter Berücksichtigung der von Land zu Land teils sehr unterschiedlichen Kaufkraft - gehörten die Schäden 2017 nach Angaben von Germanwatch zu den verheerendsten der jüngeren Geschichte. Puerto Rico und Dominica wurden im Herbst 2017 von Hurrikan Maria verwüstet. Mit fast 3000 Toten traf es Puerto Rico so schwer, dass das Land in der Betrachtung der vergangenen 20 Jahre ganz nach oben rückte. Deutschland lag 2017 auf Platz 40, hier gab es demnach 27 Tote und rund 3,6 Milliarden Dollar Schäden nach Kaufkraft-Parität.

"Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft", sagte Studienautor David Eckstein. Indirekte Folgen etwa von Hitzewellen, aber auch steigende Meeresspiegel und schmelzende Gletscher seien im Index nicht berücksichtigt - die Schäden seien also eigentlich noch höher. Dürre und Hitze im Sommer 2018 dürften Europa im Index kommendes Jahr noch mehr in den Fokus rücken. "Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass das, was in Verhandlungsräumen besprochen wird, Menschen tatsächlich betrifft."

Der Vertreter des Karibik-Inselstaats Dominica auf der UN-Konferenz, Lloyd G. Pascal, sagte, sein Land werde wegen seiner geografischen Lage direkt und ungebremst von Hurrikans getroffen. "Die schwächsten Mitglieder der Menschheit auf diesem Planeten bekommen keine Aufmerksamkeit in diesen Klimawandel-Gesprächen", sagte er. Die Klimagipfel seien nur Show. "Wir brauchen mehr Solidarität." Die Länder, die die Möglichkeit hätten, Treibhausgase zu reduzieren und finanzielle Unterstützung zu leisten, täten dies nicht.

Für den Umgang mit Schäden und Verlusten wurde 2013 nach heftigem Streit der sogenannte Warschau-Mechanismus ins Leben gerufen, der Entwicklungsländer dabei unterstützen soll, mit Klimaschäden zurechtzukommen. Die Finanzierung bleibt aber problematisch.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Barry-Callebaut-Chef sieht in Asien großes Potenzial für Schokoladenkonsum. Während der jährliche Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz, Deutschland oder Großbritannien zwischen acht und neun Kilo betrage, seien es in Japan 1,3 Kilo - vor allem dunkle Schokolade, sagte Barry-Callebaut-Chef Antoine de Saint-Affrique in einem Interview mit der "Schweiz am Wochenende". ZÜRICH - Der Schokoladekonzern Barry Callebaut sieht das größte Potenzial für den Schokoladenkonsum in Asien. (Boerse, 09.12.2018 - 18:24) weiterlesen...

Novartis präsentiert weitere Wirksamkeits-Daten für Brustkrebsmedikament Kisqali. Das Medikament habe in einer Studie in Kombination mit einer Endokrin-Therapie für Patientinnen mit oder ohne viszerale Metastasen das Überleben ohne Krankheitsfortschritt verlängert, teilte Novartis am Wochenende mit. BASEL - Der schweizerische Pharmakonzern Novartis hat neue Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit seines Brustkrebs-Medikaments Kisqali vorgelegt. (Boerse, 09.12.2018 - 18:21) weiterlesen...

Bahn appelliert an EVG: 'An Verhandlungstisch zurückkehren' BERLIN - Nach der Warnstreik-Ankündigung bei der Deutschen Bahn fordert der Konzern von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die Gespräche über einen neuen Tarifvertrag rasch fortzusetzen. (Boerse, 09.12.2018 - 17:02) weiterlesen...

Bauwirtschaft im Südwesten zuversichtlich über 2025 hinaus. "Bis 2025 haben wir gute Perspektiven und auch danach wird es uns nicht schlecht gehen", sagte der Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Markus Böll, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag). Treiber sei die große Nachfrage nach Wohnraum sowie der Sanierungsbedarf bei Altbauten. "Da liegt ein erhebliches Potenzial für die Branche, das uns weiterhin gut beschäftigen wird", ist Böll überzeugt. STUTTGART - Die Bauwirtschaft im Südwesten sieht optimistisch in die Zukunft. (Boerse, 09.12.2018 - 16:13) weiterlesen...

Teurere Paketzustellung bei Hermes und DPD - Post erhöht Briefporto. "Wir brauchen ein höheres Porto, weil unsere Personalkosten jedes Jahr um etwa drei Prozent steigen und gleichzeitig die Briefmengen um einen ähnlichen Wert sinken", sagte Post-Chef Frank Appel der "Welt am Sonntag". Für die Weihnachtspost sind aber noch keine Erhöhungen zu erwarten. Der zur Otto-Gruppe gehörende Paketdienst Hermes - zweitgrößter der Branche in Deutschland hinter DHL - will derweil die Zustellung verteuern. HAMBURG/BONN - Vor Weihnachten bleibt noch alles beim Alten - danach aber wollen Hermes und DPD ihre Paketpreise und die Post ihr Briefporto erhöhen. (Boerse, 09.12.2018 - 16:01) weiterlesen...

Große Rüstungsprojekte im Schnitt mehr als fünf Jahren zu spät. Das geht aus dem neuen Rüstungsbericht des Verteidigungsministeriums hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. BERLIN - Die 19 wichtigsten Rüstungsprojekte der Bundeswehr werden durchschnittlich mehr als fünf Jahre später fertig und zusammen 13,4 Milliarden Euro teurer als ursprünglich geplant. (Boerse, 09.12.2018 - 15:38) weiterlesen...