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Vermischtes, Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.

Karlsbad - Die Corona-Pandemie man?vriert immer mehr Familien in eine andauernde Phase h?chster Belastung.

12.01.2021 - 14:27:30

In der Corona-Krise erst recht: Kinderschutz wichtig auch f?r das Wohl der Eltern. "Der 'Druck im Kessel' ist bei vielen enorm gro?", best?tigt Kinder- und Jugendanwalt Martin Menzel-B?sing.

Karlsbad - Die Corona-Pandemie man?vriert immer mehr Familien in eine andauernde Phase h?chster Belastung. "Der 'Druck im Kessel' ist bei vielen enorm gro?", best?tigt Kinder- und Jugendanwalt Martin Menzel-B?sing. Er bittet Eltern oder alleinerziehende Elternteile, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn es immer wieder zu Eskalationen mit dem Kind kommt, denn er wei?: "Kinder k?nnen - und in Krisensituationen ganz besonders - ?u?erst anstrengend sein, die Eltern f?rmlich an Grenzen bringen". Ergotherapeuten, denen seiner Meinung nach beim Kinderschutz eine Schl?sselposition zukommt, vermitteln Eltern Strategien f?r einen besseren Umgang mit kritischen Situationen ebenso wie einen neuen Blick auf das eigene Kind und sich selbst. Das Gute: als systemrelevanter Part der medizinischen Versorgung k?mmern sich ergotherapeutische Praxen auch w?hrend des Lockdowns um ihre Patienten und Klienten, vor Ort oder per Videotherapie.

Die derzeitigen, durch die Corona-Pandemie bedingten Einschr?nkungen stellen vor allem Eltern vor ungeahnte Herausforderungen. In der Krise kommt vieles zum Vorschein, was sich zuvor im Familiensystem nicht gezeigt hat; Kinder werden zunehmend anstrengend bis auff?llig. Besonders hart trifft der Lockdown Eltern oder Alleinerziehende mit schwierigen Kindern, die in regul?ren Zeiten auf externe Infrastrukturen wie Beratungsstellen oder Familienhilfe und andere Einrichtungen zur?ckgreifen konnten, die jedoch Pandemie-bedingt geschlossen haben oder ihr Angebot ausd?nnen mussten.

Situation in Familien spitzt sich zu

Eltern k?nnen einfach nicht all das, was zurzeit wegf?llt, auffangen oder kompensieren. Haben anfangs vor allem die Anforderungen an die Eltern durch Homeschooling die Eltern-Kind-Beziehung belastet, kommt mittlerweile hinzu, dass es noch immer zu wenig oder gar keine M?glichkeiten f?r Sport und Bewegung f?r die Kinder gibt: Schulsport findet ebenso wenig statt wie Sport im Verein. Gleichzeitig verbietet das Reduzieren der sozialen Kontakte, sich auf dem Spiel- oder Sportplatz zu treffen. Die Brisanz dieser neu geschaffenen Rahmenbedingungen f?r Kinder wird von au?en, insbesondere von Personen, die selbst keine Kinder haben, v?llig untersch?tzt. M?glicherweise sogar von den Eltern selbst. "Der Kinderarzt ist ein vertrauensvoller Ansprechpartner, wenn Eltern feststellen: 'Wir haben Schwierigkeiten mit dem Kind'", sagt Martin Menzel-B?sing, der sich weniger Mandate und daf?r der Gesellschaft mehr (psychisch) gesunde Kinder w?nscht. Er wei?, wie leicht die Kinderpsyche in dauerhaft prek?ren Familienverh?ltnissen Schaden nimmt und empfiehlt daher, dringend dem Rat von Experten wie dem Kinderarzt zu folgen. Dieser kann beispielsweise Ergotherapie verordnen, die derzeit entweder in einer ergotherapeutischen Praxis oder ?ber Video stattfinden kann.

Ergotherapeuten arbeiten an der Eltern-Kind-Beziehung

Menzel-B?sing ist dankbar daf?r, dass Ergotherapeuten im Gegensatz zu den systemstabilisierenden Einrichtungen wie Beratungsstellen & Co. die gesamte Zeit und w?hrend s?mtlicher Lockdowns durchweg da waren und da sind. Zumal sie auf allen Ebenen arbeiten - mit den Kindern, aber eben auch mit den Eltern. Kinder verlangen Eltern viel ab. Das wissen Ergotherapeuten durch ihre t?gliche Arbeit sehr gut. Sie st?rken Kinder und statten sie mit Kompetenzen aus, um sich in bestimmten Situationen besser steuern und mit ihren Impulsdurchbr?chen besser umgehen zu k?nnen. Gleichzeitig beraten Ergotherapeuten die Eltern, wie sie bei herausfordernden Verhaltensweisen ihrer Kinder die eigene Hilflosigkeit durch p?dagogisches Geschick ersetzen k?nnen. Und zwar so, dass es zu ihren eigenen Werten und Erziehungsgedanken passt. "Ergotherapeuten schauen immer individuell", wei? der Kinder- und Jugendanwalt, der die F?higkeiten von Ergotherapeuten durch seine Lehrt?tigkeit an einer Fachschule f?r Ergotherapie gut einzusch?tzen wei?. Besonders wichtig aus seiner Sicht: die praxisnahe Vorgehensweise von Ergotherapeuten. Sie setzen unter anderem beobachtende Verfahren ein, um sich selbst ein Bild ?ber die aktuelle Lage zu verschaffen. Ergotherapeuten schauen sich heikle t?gliche Aufgaben im Alltag an, wie Hausaufgaben machen, Zubettgehen, gemeinsames Essen. Solche Situationen sind mit einem hohen Eskalationspotenzial behaftet. Insbesondere dann, wenn bei allen die Nerven blank liegen, ger?t das Kind dabei oft ebenso au?er Kontrolle wie die Eltern.

Ergotherapeuten beraten und schulen Eltern

Ergotherapeuten vermitteln Eltern - meist sind es rollenbedingt in erster Linie M?tter - vor allem eine andere, erzieherische Haltung, um von einer defizit?ren, gereizten Sichtweise auf das Kind wegzukommen. Erst mit einem entspannten und liebevollen Blick ist es m?glich, das eigene Kind zu verstehen und zu akzeptieren: Das Kind ist so, wie es ist. Und das ist gut so. Es gibt weder perfekte Kinder, noch gibt es perfekte M?tter und Eltern. Und das ist in Ordnung. Gleichzeitig beleuchten Ergotherapeuten gemeinsam mit den Eltern, welche M?glichkeiten f?r sie passen, um in der Erziehung mit Klarheit und Konsequenz zu handeln und dem Kind eindeutige Grenzen zu setzen. Ebenso, wie den n?tigen Spielraum zu lassen. Wie das alles in der Praxis klappt, ?berpr?fen Ergotherapeuten kontinuierlich, indem sie immer wieder fragen und das Zusammenspiel von Eltern und Kind beobachten: Was funktioniert schon gut, was ist zu ver?ndern oder anzupassen.

Kinderschutz als soziale Verantwortung des Umfelds

"So l?uft es im Idealfall", erkl?rt der Kinderanwalt. In den F?llen, in denen er ein Mandat erh?lt, geht es den Kindern jedoch schon sehr schlecht, sie haben Schlimmes erlebt und es ist klar: das Umfeld muss etwas bemerkt haben, hat aber nichts unternommen. Damit es mehr 'Idealf?lle' geben kann, fordert Menzel-B?sing daher nicht nur Eltern selbst auf, sondern auch das Umfeld: "Werdet aktiv!" Damit meint er nicht etwa einmischen, denunzieren oder anzeigen, sondern zu sagen: "Ich kenne das, was Du erlebst, Krisenphasen sind normal. ?berforderungszeiten und -situationen gibt es in jeder Familie. Manchmal wei? man einfach nicht weiter, aber wir wollen doch alle nur eins: dass es dem Kind gut geht, denn nur dann geht es auch uns selbst gut." Wer Eltern oder Elternteile in prek?ren Situationen verst?ndnisvoll und einf?hlsam anspricht, tut Gutes, ist wirkungsvoller Kindersch?tzer. Denn Kinderschutz ist nicht dazu da, die Eltern zu strafen. Kinderschutz dient Eltern und Kindern, m?glichst gewaltfrei miteinander leben zu k?nnen.

Informationsmaterial zu den vielf?ltigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten vor Ort; Ergotherapeuten in Wohnortn?he auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

Pressekontakt:

Angelika Reinecke, Deutscher Verband Ergotherapie, mailto:a.reinecke@dve.info

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/106910/4809950 Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.

@ presseportal.de