Dax, Deutschland

Japans Notenbank verstärkt Katerstimmung am Aktienmarkt

20.12.2022 - 09:52:34

Die Notenbanken haben die Börsen weiter im Griff: Am Dienstag hat die Bank of Japan der ohnehin schwachen Marktstimmung einen weiteren Dämpfer verpasst. Die Zentralbank Japans entschied, die Spanne zu lockern, in der sich die langfristige Anleiherendite bewegt. Das wurde an den Märkten als erster Schritt hin zu einer zumindest leichten Straffung der geldpolitischen Zügel gewertet.

Die Börsenkurse in Asien tauchten deshalb ab und auch der deutsche Aktienmarkt reagierte mit Verlusten. So sank der Leitindex Dax in der ersten Handelsstunde um 0,94 Prozent auf 13.811,82 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte stand 1,31 Prozent tiefer bei 24.696,98 Punkten. Um 1,1 Prozent nach unten ging es auch für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50.

Unter den Dax-Favoriten gewannen Brenntag 0,4 Prozent hinzu. Ein aktivistischer Investor drängt auf einen Abbruch der vom Chemikalienhändler angepeilten Übernahme des US-Unternehmens Univar.

Rheinmetall rutschten um weitere 5,5 Prozent ab. Hintergrund sind die Pannen beim Schützenpanzer Puma. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat mit einer Ausmusterung des Fahrzeugs bei der Bundeswehr gedroht.

Die Titel des Modeherstellers Hugo Boss verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um zwei Prozent. Für die Papiere des Immobilienkonzerns Aroundtown ging es um 8,5 Prozent nach unten, die Berenberg Bank kassierte ihr Kaufvotum.

Der Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum erhöhte die Umsatzprognose, die Aktien legten um 1,3 Prozent zu. Für Klöckner & Co ging es um 1,5 Prozent nach unten. Der Stahlhändler will in Übersee expandieren und dafür National Material of Mexico (NMM) übernehmen. Bei einem genannten Preis von 340 Millionen US-Dollar sei der Zukauf kostspielig, sagte ein Händler.

Mit einem Kurssturz von 85 Prozent reagierten die Aktien des Ladetechnikanbieters Compleo auf die Einleitung eines geordneten Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung.

@ dpa.de