Türkei, Volkswirtschaft

ISTANBUL - Vor dem Hintergrund der Lira-Krise hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die gängige ökonomische Lehre zu Zinsen als "kapitalistische Logik des Westens" kritisiert und seine Niedrigzinspolitik verteidigt.

31.12.2021 - 17:04:01

Lira-Krise: Erdogan bemüht Islam und verteidigt Niedrigzinspolitik. Selbst Menschen, die ihm nahe stehen, glaubten, dass hohe Zinsen eine hohe Inflation bekämpfen könnten. "Aber solange ich lebe, behaupte ich fest: Leitzinsen sind der Grund und Inflation die Folge", sagte Erdogan am Freitag.

ISTANBUL - Vor dem Hintergrund der Lira-Krise hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die gängige ökonomische Lehre zu Zinsen als "kapitalistische Logik des Westens" kritisiert und seine Niedrigzinspolitik verteidigt. Selbst Menschen, die ihm nahe stehen, glaubten, dass hohe Zinsen eine hohe Inflation bekämpfen könnten. "Aber solange ich lebe, behaupte ich fest: Leitzinsen sind der Grund und Inflation die Folge", sagte Erdogan am Freitag.

Chinas Industrie zeigt sich trotz Corona-Ausbrüchen robust

PEKING - Die Stimmung in der chinesischen Industrie hat sich laut einem wichtigen Konjunkturindikator zum Jahresende überraschend positiv entwickelt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg im Dezember im Vergleich zum Vormonat von 50,1 auf 50,3 Punkte, wie das Statistikamt in Peking am Freitag mitteilte. Ein Wert über der Marke von 50 Punkten bedeutet eine Ausweitung der industriellen Tätigkeit, ein Wert darunter kommt einem Rückgang gleich.

ROUNDUP: Johnson verbreitet Zuversicht: Position ist viel besser als Ende 2020

LONDON - Trotz eines enormen Anstiegs der Corona-Infektionen in Großbritannien verbreitet Premierminister Boris Johnson in seiner Neujahrsbotschaft Zuversicht. "Unsere Position zum 31. Dezember ist unvergleichlich besser als vergangenes Jahr", sagte Johnson in einem am Freitag veröffentlichten Video. Grund sei die erfolgreiche Impfkampagne, mit der bisher 70 Prozent der Erwachsenen eine Auffrischung erhalten hätten.

ROUNDUP: Omikron-Welle in Deutschland

BERLIN - Die Bundesregierung und prominente Virologen haben sich vorsichtig optimistisch über die möglichen Auswirkungen der Omikron-Welle in Deutschland geäußert - zugleich aber vor einer wachsenden Gesundheitsgefahr für Ungeimpfte gewarnt. "Wir haben zu viele ungeimpfte Leute in Deutschland, gerade über 60, und die sind jetzt natürlich richtig in Gefahr, also für die wird es jetzt richtig gefährlich", sagte der Berliner Virologe Christian Drosten am Freitag im Deutschlandfunk. Drosten und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verwiesen zugleich auf Studien über etwas seltenere schwere Krankheitsverläufe durch Omikron.

ROUNDUP: Biden droht Putin bei Einmarsch in der Ukraine mit harten Sanktionen

WASHINGTON/MOSKAU - US-Präsident Joe Biden hat Russland für den Fall eines militärischen Einmarsches in der Ukraine erneut mit harten Sanktionen und Gegenmaßnahmen gedroht. In einem Telefonat forderte er Präsident Wladimir Putin mit Blick auf die russischen Truppen nahe der ukrainischen Grenze zur Deeskalation auf, wie das Weiße Haus am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte. Es brauche einen Abbau der Spannungen und eine Rückkehr zur Diplomatie, sagte Biden demnach in dem knapp einstündigen Gespräch. Der Kreml wiederum warnte die USA davor, Sanktionen zu verhängen.

Spaniens Corona-Inzidenz überspringt erstmals 1000er-Marke

MADRID - Trotz einer hohen Impfquote von rund 80 Prozent verabschiedet Spanien das Jahr 2021 mit einer der höchsten Corona-Inzidenzen Europas. Die Zahl der neuerfassten Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen 24 Stunden kletterte auf 1086, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am späten Donnerstagabend mitteilte. Damit wurde erstmals die 1000er-Marke überschritten. Zum Vergleich: In Deutschland lag dieser Wert am Freitag bei 214,9.

Bundesbank mit neuem Präsidenten: Joachim Nagel tritt Amt an

FRANKFURT - Die Deutsche Bundesbank bekommt ein neues Gesicht: Joachim Nagel, viele Jahre Vorstand der Notenbank, kehrt als neuer Bundesbank-Präsident nach Frankfurt zurück. Der 55-Jährige tritt mit dem Jahreswechsel die Nachfolge von Jens Weidmann an, der nach gut zehn Jahren im Amt aus persönlichen Gründen zum 31. Dezember zurücktrat.

Nordirlands Handel mit Großbritannien nach Brexit deutlich gestiegen

BELFAST - Nordirland ist der Brexit-Gewinner im Vereinigten Königreich. Weil die britische Provinz nach wie vor de facto zur EU-Zollunion und dem Binnenmarkt gehört, haben Unternehmen einen deutlichen Vorteil gegenüber ihren britischen Wettbewerbern, wie der Industrieverband Manufacturing NI betont. Der Kosmetikunternehmer Brendan McDowell sagte der britischen Nachrichtenagentur PA, die Regelung biete ein Schlupfloch. Er bekomme Anfragen großer US-Marken, die auf seiner Website landen wollen, weil sie von dort aus problemlos mit Großbritannien als auch mit der EU handeln können.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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WDH/Medien: Türkische Bankenaufsicht empfiehlt Banken Dividendenstopp (Tippfehler in Überschrift beseitigt) (Boerse, 23.01.2022 - 17:23) weiterlesen...

Medien: Türkische Bankenaufsicht empiehlt Banken Dividendenstopp. Die Aufsichtsbehörde habe ihre Empfehlung über den türkischen Bankenverband an die Kreditgeber weitergegeben, müsse aber noch eine formelle, schriftliche Mitteilung über das Verbot von Dividendenzahlungen versenden, berichete die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf Personen mit direkter Kenntnis der Angelegenheit. Sowohl die BDDK als auch die Bankenvereinigung hätten eine Stellungnahme abgelehnt, hieß es. ANKARA - Die türkische Bankenaufsichtsbehörde BDDK hat einem Medienbericht zufolge den heimischen Geldhäusern geraten, keine Dividenden für 2021 auszuschütten, wenn ein Währungscrash die Liquiditätspuffer der Banken aushöhlt. (Boerse, 23.01.2022 - 17:18) weiterlesen...

Devisen: Euro bewegt sich zum US-Dollar wenig - Türkische Lira legt zu. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1335 Dollar und damit in etwa wo viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1345 Dollar festgesetzt. FRANKFURT - Der Euro hat sich am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar recht stabil gehalten. (Boerse, 20.01.2022 - 13:36) weiterlesen...

Türkische Notenbank belässt Leitzins bei 14 Prozent. Er bleibe bei 14 Prozent, teilte die Zentralbank in Ankara am Donnerstag mit. Die Währungshüter hatten den Leitzins zuvor mehrmals gesenkt und waren damit der Linie des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gefolgt, der ein Gegner hoher Zinsen ist. Experten waren davon ausgegangen, dass die Notenbank den Zinssatz diesmal beibehält, aber an ihrer angesichts der hohen Inflationsraten vergleichsweise lockeren Geldpolitik festhält. Die Lira legte nach der Entscheidung im Vergleich zu Dollar und Euro leicht zu. ANKARA - Die türkische Notenbank hat auf ihrer mit Spannung erwarteten Sitzung den Leitzins stabil gehalten. (Wirtschaft, 20.01.2022 - 13:04) weiterlesen...

Notenbank tagt - Türkei: Lockere Geldpolitik trotz Rekordinflation?. Die Inflation liegt auf einem Rekordniveau von rund 36 Prozent. Lebensmittel, Gas und Strom - das Leben der Türken verteuert sich immer weiter. (Wirtschaft, 20.01.2022 - 13:02) weiterlesen...

Türkische Notenbank tagt - Lockere Geldpolitik trotz Rekordinflation?. Die Inflation hatte im Dezember einen Rekordwert von rund 36 Prozent erreicht und ist damit so hoch wie noch nie unter der Führung Erdogans. Experten gehen davon aus, dass die Zentralbank diesmal eine Zinssenkung aussetzt, aber grundsätzlich ihre angesichts der dramatischen Teuerung lockere Geldpolitik beibehält. Mit der Inflation einher geht ein Kursverfall der türkischen Lira, die seit Jahresbeginn mehr als 40 Prozent ihres Werts zum Euro verloren hat. ANKARA - Mit Spannung wird erwartet, ob die türkische Notenbank den Leitzins am Donnerstag trotz einer massiven Inflation weiter senkt und damit Forderungen von Präsident Recep Tayyip Erdogan nachkommt. (Wirtschaft, 20.01.2022 - 06:34) weiterlesen...