Regierungen, USA

ISTANBUL - Inmitten einer massiven Währungskrise hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Nato-Partner USA erneut heftig angegriffen.

12.08.2018 - 17:22:25

Erdogan greift erneut USA an und lehnt IWF-Intervention ab. "Ihr versucht, 81 Millionen Türken für einen Pastor zu opfern", sagte er am Sonntag, ohne die USA direkt zu erwähnen, in der Stadt Trabzon. "Aber wir haben euren Plot durchschaut und wir fordern euch heraus." Was die USA mit Provokation nicht erreicht hätten, versuchten sie nun mit Geldpolitik zu erreichen, sagte Erdogan. Es sei "ganz klar ein Wirtschaftskrieg".

Die beiden Länder streiten über den US-Pastor Andrew Brunson, der wegen Terrorvorwürfen in der Türkei festgesetzt ist. Von diesem Montag an werde deshalb die US-Zölle auf Stahl aus der Türkei verdoppelt. Die türkische Landeswährung Lira brach unter anderem daraufhin ein. Insgesamt hat die Währung seit Jahresbeginn zum Dollar mehr als 70 Prozent an Wert verloren, zum Euro rund 61 Prozent.

"Wieder sehen wir uns einer politischen und heimtückischen Verschwörung gegenüber, aber so Gott will, werden wir auch diese überwinden", sagte Erdogan. Eine Intervention des Internationalen Währungsfonds (IWF), den viele Beobachter anregen, lehnte er ab. "Wir wissen sehr gut, dass die, die uns ein Geschäft mit dem IWF vorschlagen, uns eigentlich vorschlagen, die politische Unabhängigkeit unsere Landes aufzugeben", sagte er.

Er betonte erneut, dass es keine Wirtschaftskrise gebe. Wie in früheren Reden forderte er die Türken auf, Dollar und Euro in Lira umzutauschen. Es sei närrisch zu denken, ein Land wie die Türkei könne durch ein Problem mit Wechselkursen aufgehalten werden. Außerdem forderte er die Türken auf, ihre Gastfreundschaft gegenüber Touristen weiter zu verbessern. "Denn sie bringen Euch Dollar (...)."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Thailand will keinen Elektroschrott mehr ins Land lassen. Die Militärregierung in Bangkok kündigte am Donnerstag ein neues Gesetz an, das den Import von solchem Abfall strikt verbietet. Umweltminister Surasak Kanchanarat sagte der Tageszeitung "The Nation": "Wir müssen eine gute Umwelt und die Gesundheit unserer Bürger vor die industrielle Entwicklung stellen." Die Neuregelung soll innerhalb der nächsten beiden Jahre in Kraft treten. BANGKOK - Thailand will künftig keinen Plastik- und Elektroschrott aus anderen Ländern mehr aufnehmen. (Boerse, 16.08.2018 - 07:27) weiterlesen...

Handelskonflikt: China kündigt Gespräche in Washington an. Der chinesische Vize-Handelsminister Wang Shouwen werde auf Einladung der US-Seite Gespräche mit seinem amerikanischen Kollegen David Malpass führen, teilte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag mit. PEKING - Zur Entschärfung des schwelenden Handelsstreits mit den USA hat China angekündigt, Ende August eine Delegation zu Gesprächen nach Washington zu schicken. (Wirtschaft, 16.08.2018 - 06:52) weiterlesen...

Kandidat hinter Gittern: Brasiliens Ex-Präsident Lula registriert sich für Wahl. Mit einem Marsch durch die Hauptstadt Brasília unterstützten rund 10 000 Anhänger die Bewerbung des früheren Staatschefs. "Ex-Präsident Lula ist ordentlich registriert", sagte PT-Chefin Gleisi Hoffmann, als sie den Sitz des Wahlamtes verließ und die Einschreibungsunterlagen zeigte. BRASÍLIA - Der inhaftierte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will es noch einmal wissen: Seine linke Arbeiterpartei (PT) schrieb ihn am Mittwoch als Kandidaten für die Präsidentenwahl ein. (Wirtschaft, 16.08.2018 - 06:52) weiterlesen...

Presse: Türkei-Exporte bislang mit rund 832 Millionen Euro abgesichert. Das berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) unter Berufung auf eine Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei. "In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 hat die Bundesregierung Lieferungen und Leistungen in die Türkei in Höhe von 831,7 Millionen Euro mit Exportgarantien abgesichert", heißt es in dem Papier. Eine intensive Einzelfallprüfung trage dem "Gesichtspunkt der Risikosteuerung aktuell ausreichend Rechnung". BERLIN - Die Bundesregierung hat deutsche Exporte in die Türkei im ersten Halbjahr 2018 trotz der wirtschaftlichen Probleme Ankaras mit rund 832 Millionen Euro abgesichert. (Boerse, 16.08.2018 - 06:02) weiterlesen...

Experten und Ersatzkassen dringen auf mehr Patientensicherheit. Isolierte Maßnahmen allein reichten nicht aus, mahnen das Bündnis und der Verband der Ersatzkassen, die an diesem Donnerstag in Berlin Vorschläge dazu vorstellen wollen. So müsse es für Kliniken verpflichtend werden, sich nicht nur an internen Fehlermeldesystemen zu beteiligen, sondern auch an übergreifenden. Damit könnten Fehler-Wiederholungen vermieden und Qualitätsprobleme aufgedeckt werden. Bislang beteilige sich nur ein kleiner Teil an solchen einrichtungsübergreifenden Systemen. BERLIN - Das "Aktionsbündnis Patientensicherheit" und die Ersatzkassen fordern mehr übergreifendes Handeln im Gesundheitswesen, um den Schutz vor Mängeln und Fehlern zu verbessern. (Wirtschaft, 16.08.2018 - 06:01) weiterlesen...

SPD für Agenda Ost: mehr Bundesbehörden und Sonderfonds. "Von 50 Oberbehörden des Bundes befinden sich nur ganze drei in Ostdeutschland", sagte der Ostbeauftragte der SPD, Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig, der Deutschen Presse-Agentur. Dies müsse sich ändern. BERLIN - Zum Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Sachsen pocht die SPD auf ein umfassendes Konzept für eine Art Agenda Ost. (Wirtschaft, 16.08.2018 - 06:01) weiterlesen...