Währung, Finanzen

Istanbul ? Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan lehnt trotz der Währungskrise in seinem Land eine Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey ab.

06.10.2018 - 13:26:24

Trotz massiver Währungskrise - Erdogan: Türkei braucht keine McKinsey-Beratung. Finanzminister und Erdogan-Schwiegersohn Berat Albayrak hatte sich Medienberichten zufolge dafür ausgesprochen.

«Ich habe zu allen meinen Ministerfreunden gesagt: "Du wirst von ihnen keine intellektuelle Beratung erhalten. Das ist nicht nötig. Wir helfen uns selbst"», sagte Erdogan am Samstag bei einer Sitzung seiner Regierungspartei AKP nahe Ankara. «Solange ich lebe, wird niemand in der Lage sein, die Türkei unter das Joch internationaler Institutionen zu stellen», sagte Erdogan weiter. Auch die Oppositionspartei CHP hatte das Vorhaben zuvor kritisiert.

Die Türkei steckt seit Monaten in einer Währungskrise. Die türkische Lira hat seit Jahresanfang mehr als 40 Prozent ihres Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Das geht auch auf einen politischen Streit mit den USA wegen der Inhaftierung eines christlichen Pastors und amerikanischer Sanktionen zurück. Die hohe Inflation gilt neben dem hohen Leistungsbilanzdefizit als Hauptauslöser für die Lirakrise.

Im September waren die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 24,5 Prozent gestiegen, wie das staatliche Statistikamt in Ankara am Mittwoch mitgeteilte hatte. Dies ist die höchste Teuerungsrate seit Juni 2003. Mitte September hob die türkische Notenbank gegen den Willen Erdogans den Leitzins stark an, um gegen die hohe Teuerung und die Lira-Schwäche anzukämpfen.

Albayrak hatte angekündigt, die Inflation bis 2021 schrittweise auf 6 Prozent senken zu wollen. Konkrete Maßnahmen nannte er zunächst nicht.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ausgabestopp am 26.04.2019 - Bundesbank gibt 500-Euro-Schein noch bis Ende April aus. Befürworter meinen, wenn weniger 500-Euro-Scheine im Umlauf sind, dränge das die Kriminalität zurück. Die Bundesbank schert aus - zumindest beim Zeitplan. Europas Notenbanken haben beschlossen, die größte Euro-Banknote nicht mehr herzustellen. (Wirtschaft, 09.12.2018 - 13:12) weiterlesen...

Bundesbank gibt 500-Euro-Schein noch bis Ende April 2019 aus. Frankfurt/Main - Die Deutsche Bundesbank zeigt sich beim beschlossenen Ausgabestopp für den 500-Euro-Schein großzügiger als die meisten anderen Notenbanken im Euroraum. Noch bis einschließlich 26. April 2019 sind die Scheine bei der Bundesbank und der Österreichischen Nationalbank zu haben. Die anderen 17 nationalen Zentralbanken des Eurosystems werden die Ausgabe der lilafarbenen Banknote bereits am 26. Januar 2019 beenden. Befürworter versprechen sich davon, dass Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden. Bundesbank gibt 500-Euro-Schein noch bis Ende April 2019 aus (Politik, 09.12.2018 - 08:26) weiterlesen...

Wettkampf der Weltwährungen - Brüssel will Euro international stärken. Brüssel will nun den Euro stärken. Iran-Sanktionen, Handelsstreit, Abkehr von internationalen Verpflichtungen: US-Präsident Trump setzt bei seiner Politik auch auf die Dominanz des US-Dollars. (Wirtschaft, 05.12.2018 - 16:27) weiterlesen...

Vorstoß - EU-Kommission will internationale Rolle des Euro stärken. Angesichts der Unberechenbarkeit von US-Präsident Trump will EU-Kommissionschef Juncker die Rolle Europas in der Welt stärken. Die Gemeinschaftswährung soll dabei eine zentrale Funktion übernehmen. Seit Jahrzehnten ist der US-Dollar die wichtigste Weltwährung. (Wirtschaft, 05.12.2018 - 09:16) weiterlesen...