Tourismus, Regierungen

INNSBRUCK - Die Staatsanwaltschaft hat die strafrechtlichen Ermittlungen zur Corona-Ausbreitung im österreichischen Skiort Ischgl im FrĂŒhjahr 2020 eingestellt.

24.11.2021 - 12:25:05

Staatsanwaltschaft: Keine Anklage zur Corona-Ausbreitung in Ischgl. "Es kommt zu keiner Anklage", teilte die Behörde am Mittwoch in Innsbruck mit. Es gebe keine Beweise dafĂŒr, "dass jemand schuldhaft etwas getan oder unterlassen hĂ€tte, das zu einer Erhöhung der Ansteckungsgefahr gefĂŒhrt hĂ€tte", hieß es in der BegrĂŒndung. Ischgl galt im MĂ€rz 2020 auch wegen seiner AprĂšs-Ski-Szene als ein Hotspot der Verbreitung des Virus. Der Ort sowie das gesamte Paznauntal wurden schließlich unter teils chaotischen UmstĂ€nden unter QuarantĂ€ne gestellt. Im Visier der Ermittlungen standen fĂŒnf AmtstrĂ€ger.

GeprĂŒft worden seien die Maßnahmen nach Bekanntwerden der ersten InfektionsfĂ€lle, die Erlassung und Umsetzung von Verordnungen ĂŒber Schließung von Lokalen, des Skibetriebes und die weiteren VerkehrsbeschrĂ€nkungen in Ischgl beziehungsweise die QuarantĂ€ne im Paznauntal, so die Staatsanwaltschaft. Der Ermittlungsakt umfasse 15 000 Seiten Protokolle, Berichte und sonstiges Beweismaterial. Um die AblĂ€ufe nachvollziehen und bewerten zu können, seien 27 Personen durch die Staatsanwaltschaft vernommen worden.

Den Behörden war vorgeworfen worden, zu spÀt und nicht umfassend genug reagiert zu haben. Ein bereits prÀsentierter Expertenbericht sah kein Versagen, aber FehleinschÀtzungen der Behörden. Druck aus der Tourismuswirtschaft auf EntscheidungstrÀger wurde nicht festgestellt. Vor dem Landgericht Wien sind zahlreiche Zivilverfahren anhÀngig, in denen unter anderem die Angehörigen deutscher Opfer auf Schadenersatz klagen.

Vom Verbraucherschutzverein (VSV), der die Interessen der KlĂ€ger in Wien vertritt, kam Kritik. "Ich habe den Eindruck, dass hier ein Behördenskandal weitgehend vertuscht werden soll", sagte VSV-Vorstand Peter Kolba. Der Verein werde alles tun, um das "Multiorganversagen" der Behörden im Fall Ischgl aufzudecken. In den Akten ließen sich gravierende Behördenfehler lĂŒckenlos nachweisen. Die Staatsanwaltschaft habe offenbar nur Fehler auf der Ebene des Landes Tirol untersucht, aber Fehler auf der Ebene der Bundesregierung bisher ĂŒberhaupt nicht berĂŒcksichtigt, sagte Kolba.

@ dpa.de

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