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Indikatoren, Deutschland

Inflation in Deutschland bei 3,8 Prozent

29.07.2021 - 15:38:35

verweist auf Rohstoffknappheit als eine Ursache für den Preisauftrieb - neben dem "beträchtlichen" Beitrag des Mehrwertsteuereffekts. "Für eine auch längerfristig spürbar über zwei Prozent liegende Inflationsrate müssten allerdings auch die Löhne anziehen, wofür es bisher noch keine Anzeichen gibt", analysierte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen.

In den nächsten Monaten halten Ökonomen allerdings Inflationsraten von an die fünf Prozent in Deutschland für möglich. "Man sollte sich vorläufig an die höheren Teuerungsraten gewöhnen. Der Ausflug über die Drei-Prozent-Marke dauert länger", sagte Thomas Gitzel von der VP Bank. "Wer nun aber einen nachhaltigen Teuerungsschub daraus ableitet, liegt falsch."

Die Europäische Zentralbank (EZB), für die stabile Preise im Euroraum der 19 Länder das zentrale Ziel sind, hat sich mit ihrer neuen Strategie bereits mehr Flexibilität beim Umgang mit vergleichsweise hohen Inflationsraten verschafft: Die Notenbank strebt nun für den Währungsraum eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an und ist dabei zumindest zeitweise bereit, eine moderate Über- oder Unterschreitung dieser Marke zu akzeptieren. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, lag in Deutschland im Juli nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 3,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und um 0,5 Prozent über dem Stand von Juni 2021.

Der FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar mahnte: "Der drastische Preisanstieg ist absolut beunruhigend und sollte nicht vorschnell klein geredet und auf Sondereffekte zurückgeführt werden. Wir haben zehn Jahre ultralockere Geldpolitik hinter uns, insofern besteht aller Anlass zur Sorge, dass die Preise weiter steigen könnten."

@ dpa.de

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