Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Regierungen, Großbritannien

(In der Ortsmarke sowie im 2.

05.05.2021 - 14:38:06

WDH/Experte: Londons Nein zu Schottland-Referendum hilft Separatisten. Satz wurde der Stadtname berichtigt.

STIRLING/EDINBURGH - Trägt Boris Johnson unfreiwillig dazu bei, die Unabhängigkeitsbewegung in Schottland populärer zu machen? Der Politikwissenschaftler Peter Lynch von der Universität Stirling hält das für möglich. Sollte Johnson nach der Wahl zum schottischen Parlament am Donnerstag trotz einer absoluten Mehrheit für die Schottische Nationalpartei bei seinem Nein zum Referendum bleiben, spiele der britische Premier den Separatisten womöglich in die Hände, sagte Lynch der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

"Die SNP (Schottische Nationalpartei) könnte feststellen, dass dann die Zustimmung zur Unabhängigkeit wächst", so Lynch. Die starre Haltung in Westminster könne eine Trotzreaktion bei den Schotten hervorrufen. Noch seien beide Lager ungefähr gleich auf, daher sei es womöglich gar nicht im Sinne der Separatisten, schon bald grünes Licht aus Westminster zu bekommen - sondern erst, wenn ein Sieg so gut wie sicher scheine.

Erst am Mittwoch bekräftigte Johnson seine ablehnende Haltung zu einer baldigen Volksabstimmung in Schottland. "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, um ein skrupelloses und, wie ich finde, unverantwortliches zweites Referendum abzuhalten", sagte Johnson vor Reportern.

Die SNP von Regierungschefin Nicola Sturgeon, die derzeit mit Duldung der schottischen Grünen regiert, fordert seit Langem ein zweites Unabhängigkeitsreferendum für den britischen Landesteil. Dazu braucht sie allerdings die Zustimmung aus London. Mit einer absoluten Mehrheit, so die Hoffnung, hätte die SNP ein klares Mandat für die Volksabstimmung und könnte mehr Druck auf London ausüben. Sturgeon hat sich zu dem gewünschten Zeitpunkt für das Referendum aber stets vage ausgedrückt. Zuletzt wollte sie nicht mehr ausschließen, dass die Schotten möglicherweise bis 2024 warten müssen, sollte die Pandemie das Land noch weiter beschäftigen.

Schottlands Konservative wie Miles Briggs hoffen darauf, dass der Unabhängigkeitsbewegung nach und nach die Luft ausgeht. Der 38-Jährige hat sich für den Wahlbezirk Edinburgh Southern beworben und verteilt Broschüren vor einem Einkaufszentrum am Rande der Stadt. Der SNP wirft er vor, vor lauter Unabhängigkeitsstreben die anderen Politikfelder wie Bildung, Gesundheit und die Wirtschaft zu vernachlässigen. "Ich denke, wenn die Leute sich deren Bilanz am Ende anschauen, abgesehen vom Thema der Unabhängigkeit, dann wird sich die SNP eine Menge Fragen gefallen lassen müssen", so Briggs. Ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit werde die Gesellschaft nur weiter spalten und Zwietracht säen, glaubt er.

Bei einem ersten Referendum 2014 hatte sich noch eine Mehrheit von 55 Prozent der Schotten gegen die Abspaltung von der Union mit England, Wales und Nordirland ausgesprochen. Die Zustimmung zur Unabhängigkeit war aber im Laufe des Wahlkampfs deutlich gestiegen.

Ähnlich wie Briggs sieht das auch Walter Chapman, ein pensionierter Deutschlehrer, der gerne Allgäu-Krimis liest. In den Augen des Labour-Anhängers sind die SNP-Politiker "Halunken", wie er auf Deutsch mit schottischem Akzent verschmitzt erklärt. Er und seine Frau seien "ganz sicher nicht an Unabhängigkeit interessiert", fährt er fort. Viel zu stark sei das Land auf die Finanzkraft Englands angewiesen. Die SNP wisse das, aber die Partei habe eben nur dieses Thema und kümmere sich ansonsten nur darum, Wahlgeschenke zu verteilen - die sich aber auf den zweiten Blick als Mogelpackung herausstellten. So seien Studiengebühren für schottische Studenten zwar abgeschafft worden, aber das führe dazu, dass bei der Studienplatzvergabe inzwischen die zahlenden ausländischen Studenten bevorzugt würden.

Emiliy Brierley, die aus England zum Architekturstudium nach Edinburgh gekommen ist, sieht das anders. "Schottland hat eine sehr viel bessere Politik, was Bildung und Gleichberechtigung betrifft", sagt die 22-Jährige. Die Offenheit für auswärtige Studenten ziehe Talente aus der ganzen Welt an und helfe, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Sie will entweder die Grünen oder SNP wählen - beide unterstützen die Unabhängigkeit Schottlands. Sollte es zu Abspaltung kommen, würde sie sich auch für die schottische Staatsbürgerschaft entscheiden.

Gar nicht schnell genug mit dem Unabhängigkeitsreferendum gehen kann es Michael Moffat. Für den 56 Jahre alten Labortechniker sitzen die Halunken nicht bei der SNP in Edinburgh, sondern in London. "Die haben schon immer gedacht, dass sie uns dominieren können", sagt er. Aber damit sei es jetzt vorbei. Seine beiden Stimmen für den Direkt- und Listenkandidaten will er bei der Wahl zwischen der SNP und der neu gegründeten Alba-Partei splitten. Die neue Partei macht Druck auf Sturgeon, die Volksabstimmung noch in der nächsten Legislaturperiode abzuhalten. Moffat würde dafür auch ein Referendum ohne Zustimmung Londons in Kauf nehmen - eine Option, vor der die Politiker aber bislang noch zurückschrecken.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Schottische Nationalpartei hofft in engem Rennen weiter auf Mehrheit. Experten konnten nach der Auszählung von gut 30 Wahlbezirken jedoch auch am Freitagabend noch keine klare Prognose für den Ausgang abgeben. Bis dahin konnte die Schottische Nationalpartei (SNP) bereits gut zwei Dutzend ihrer bisherigen Sitze verteidigen sowie der Konservativen Partei des britischen Premierministers Boris Johnson und der Labour-Partei je ein Mandat abjagen. EDINBURGH - Bei den Regionalwahlen in Schottland hofft die Pro-Unabhängigkeitspartei SNP von Regierungschefin Nicola Sturgeon weiter auf eine absolute Mehrheit. (Wirtschaft, 07.05.2021 - 22:17) weiterlesen...

EU-Gipfel in Porto verpflichtet sich auf konkrete Sozialziele (aktualisiert nach Abschluss-Pk) (Wirtschaft, 07.05.2021 - 22:04) weiterlesen...

Klimadialog endet mit Solidaritäts-Appell - Schulze verteidigt Gesetz. Dass die Bundesregierung so kurz nach einem historischen Urteil des Bundesverfassungsgerichts ein neues nationales Klimaziel verkündet, damit hatten nicht viele gerechnet. Plan ist nun, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen - also nur noch so viel Treibhausgas auszustoßen wie gebunden werden kann. Die Koalition nennt das einen "Meilenstein". Klimaschützer und Opposition kritisieren die geplante Gesetzesänderung hingegen als "Worte-ohne-Taten"-Paket. BERLIN - Es war eine Woche mit überraschenden Wendungen und intensiven Debatten. (Wirtschaft, 07.05.2021 - 20:45) weiterlesen...

WHO: Anderen Ländern droht gleiche Corona-Krise wie Indien. In mehreren anderen Ländern fehlten die richtigen Vorkehrungen, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Freitag in Genf. "Dieses Virus hat eine enorme Bewegungsenergie", sagte Ryan. "Es hat massive Infektionskraft, und wir müssen die Ausbreitung verlangsamen." In manchen Ländern entwickele sich die Lage schon ähnlich wie in Indien, sagte Ryan, ohne Namen zu nennen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nannte später die angespannte Lage in Brasilien und Nepal. Weitere Länder könnten bald in eine ähnliche Notlage kommen. GENF - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor dem Risiko weiterer verheerender Corona-Ausbrüche nach dem Muster Indiens. (Wirtschaft, 07.05.2021 - 20:40) weiterlesen...

RKI registriert 18 485 Corona-Neuinfektionen und 284 neue Todesfälle. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:10 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche hatte der Wert bei 24 329 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 125,7 (Vortag: 129,1; Vorwoche: 153,4). BERLIN - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18 485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. (Wirtschaft, 07.05.2021 - 20:32) weiterlesen...

USA wollen mit Wirtschaftshilfe Migration aus Mittelamerika eindämmen. Bei einer Videoschalte mit dem mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador am Freitag sagte US-Vizepräsidentin Kamala Harris verschiedene Schritte zu, um den Handel und die wirtschaftliche Lage in der Region zu verbessern, wie das Weiße Haus mitteilte. Harris und Obrador betonten auch ihren gemeinsamen Willen, im Kampf gegen Schmuggel und Menschenhandel enger zusammenzuarbeiten, um kriminelle Netzwerke zu zerschlagen. WASHINGTON - Die US-Regierung will die wirtschaftliche Entwicklung in Mittelamerika fördern, um illegale Migration von dort in die Vereinigten Staaten einzudämmen. (Wirtschaft, 07.05.2021 - 20:27) weiterlesen...