Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Ernährung, Produktion

(Im ersten Satz wurde das Wort "trockenen" ergänzt.)

07.07.2021 - 18:27:29

WDH/ROUNDUP: Bauern erwarten Ernte unterm Schnitt - Aber Regen macht Hoffnung

NAUEN - Nach drei trockenen Jahren in Folge sind die Landwirte in Deutschland vorsichtig optimistisch. "Die Getreideernte wird rund fünf Prozent über dem Ergebnis von 2020 liegen", sagte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, am Mittwoch im brandenburgischen Nauen zum Ernteauftakt.

Wetterextreme belasteten die Landwirtschaft, sagte Rukwied. Es müssten starke Trockenperioden, aber auch starker Regen mit Hagel, dazu auch Frost verkraftet werden. In Teilen Norddeutschlands habe Hitze Schäden in den Beständen verursacht. Auf 66 000 Hektar seien nach letzten Erhebungen bundesweit durch Hagel große Schäden angerichtet worden.

Nach der Hitze in den vergangenen Wochen habe sich die Lage in vielen Regionen nun entspannt, sagte der Bauernpräsident. Mit dem Regen würden die Grundlagen für die gute Entwicklung der Herbst-Kulturen wie Mais, Rüben und Gemüse gelegt. "Die Bauern haben ein Lächeln im Gesicht", sagte Rukwied. Jetzt gehe es darum, was auf dem Halm stehe, in guter Qualität einzubringen.

Nach drei trockenen Jahren hoffen die Bauern bundesweit auf eine ordentliche Ernte. In dieser Saison mussten Landwirte bereits mit Trockenheit, hohen Temperaturen und dann wieder viel Regen zurechtkommen. Im vergangenen Jahr konnten 43,2 Millionen Tonnen Getreide geerntet werden, von 2015 bis 2019 seien es 45,6 Millionen Tonnen im Schnitt gewesen, so Rukwied.

Eine Möglichkeit, sich den Wetterextremen zu stellen, sei die Risikostreuung, empfiehlt Frank Ewert, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg bei Berlin. "Wenn Landwirte ihre Fruchtfolgen erweitern, werden sie immer auch Fruchtarten haben, die an Extremsituationen besser angepasst sind als andere", sagte der Agrarwissenschaftler. Das habe man in den Trockenjahren gesehen: Wintergerste sei beispielsweise von den hohen Temperaturen und dem trockenen Oberboden in einigen Regionen weniger beeinflusst als Winterrogen und -weizen.

Bei Wintergerste erwartet der Bauernverband trotz eines Flächenrückgangs von 4 Prozent von 2020 zu 2021 auf 1,2 Millionen Hektar ein um 6 Prozent höheren Ertrag von knapp 9,4 Millionen Tonnen. Bei Winterweizen geht die Prognose von 22,8 Millionen Tonnen aus - 5 Prozent mehr als 2020. "Das Preisniveau ist aber noch nicht so top, wie es sein muss", sagte Präsident Rukwied. Gut beraten seien die Landwirte gewesen, die bereits vor Erntebeginn zu einem guten Preis ihr Getreide verkauft hätten.

"Die Zeiten der Bauernregeln sind endgültig vorbei. Bäuerinnen und Bauern können sich kaum noch auf ihre Erfahrungen verlassen", sagte Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, zu den Bedingungen für Landwirte. Klimaschutz sei auch Ernährungssicherheit. Wer beispielsweise Moore wieder vernässe und Grünland erhalte, sollte mehr Agrarfördergelder erhalten.

"Das Geld ist bei den Landwirten alle nach den drei Trocken-Jahren", sagte der Vizepräsident des Brandenburger Bauernverbandes, Heiko Terno. Er beklagte starre Verordnungen unter anderem zum Düngemitteleinsatz. Das behindere unter anderem den Aufbau der wichtigen Humusschicht. "Das Wetter ist nie das Problem für die Landwirtschaft, sondern die Politik."

Der Agrarwissenschaftler Ewert befürchtet, dass kleine Betriebe das Handtuch werfen: Belastungen durch Wetterextreme, aber auch durch Forderungen nach mehr Natur-, Tier- und Umweltschutz, nach mehr Biodiversität und einigem mehr. "Ohne weitere Hilfestellung bei der Neuausrichtung der Landwirtschaft werden diese Ansprüche zu einer strukturellen Überforderung der Landwirte führen", sagte er. Mittelfristig sei es wichtig, gut darüber nachzudenken, welche pflanzen- und ackerbaulichen Möglichkeiten es gebe.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Agrarverbände fordern von Aldi Einbeziehung bei Fleisch-Umstellung. Angesichts dafür nötiger Milliardeninvestitionen bedürfe es langfristiger Planbarkeit, Verlässlichkeit und weiterer Weichenstellungen, "die nur gemeinsam mit der Erzeugerseite erfolgen könnten", heißt es in einem Schreiben des Bauernverbands, des Raiffeisenverbands und des Branchenverbands Rind und Schwein an die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd. BERLIN - Agrarverbände fordern eine Einbeziehung der Landwirte bei Vorstößen für eine weitreichende Umstellung auf Fleisch aus besserer Tierhaltung in großen Supermarktketten. (Boerse, 30.07.2021 - 06:09) weiterlesen...

Bayer will keine Glyphosat mehr an Privatkunden in den USA verkaufen. Bayer hatte den Schritt bereits im Mai in Aussicht gestellt, um das Risiko künftiger Klagen zu reduzieren. Die Glyphosat-basierten Produkte im US-Privatkundenmarkt würden durch Produkte mit neuen Formulierungen ersetzen, teilte Bayer am Donnerstagnachmittag in Leverkusen mit. Der genaue Zeitpunkt hänge von der Genehmigung durch die Behörden ab. "Dieser Schritt ist ausschließlich der Minimierung von Rechtsrisiken geschuldet und reflektiert in keinerlei Hinsicht etwaige Sicherheitsbedenken", betont Bayer. LEVERKUSEN - Bayer wird den angesichts zehntausender Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken im Fokus stehenden Unkrautvernichter Glyphosat perspektivisch nicht mehr an Privatkunden in den USA verkaufen. (Boerse, 29.07.2021 - 16:21) weiterlesen...

Brexit: EU-Kommission erlaubt Millionen-Hilfe für deutsche Fischer. BRÜSSEL - Deutschland darf vom Brexit betroffene Fischereiunternehmen mit fünf Millionen Euro unterstützen. Von der Maßnahme sollen Unternehmen profitieren, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. März 2021 mindestens 30 Prozent ihres Einkommens aufgrund des Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien eingebüßt haben, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Die Einbußen sollen anhand des durchschnittlichen Einkommens im gleichen Zeitraum der Jahre 2018 bis 2020 berechnet werden. Brexit: EU-Kommission erlaubt Millionen-Hilfe für deutsche Fischer (Boerse, 29.07.2021 - 15:19) weiterlesen...

Bundesgerichtshof erklärt Lindts 'Goldhasen' zur geschützten Art. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe stellte am Donnerstag höchstrichterlich fest, dass sich der charakteristische Goldton der Folie als sogenannte Benutzungsmarke durchgesetzt hat. (Az. KARLSRUHE - Der "Goldhase" von Lindt ist der mit Abstand meistverkaufte Schoko-Osterhase in Deutschland - und seine Farbe ist so bekannt, dass sie Markenschutz genießt. (Boerse, 29.07.2021 - 14:42) weiterlesen...

Schlechte Prognose für die diesjährige Streuobsternte in Deutschland. "In diesem Jahr haben den Streuobstbeständen die niedrigen Temperaturen und viel Nässe während der Blütezeit zugesetzt", sagte Klaus Heitlinger vom Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie am Donnerstag. Durch anhaltende Hitzeperioden im Sommer, späte Frostperioden während der Blütezeit und den allgemeinen Mangel an Niederschlägen würden Obstbäume seit Jahren unter Stress stehen. Das mache sie anfälliger für Krankheiten und den Befall von Pilzen. Viele Streuobstbestände seien zudem überaltert und würden nicht mehr richtig gepflegt werden. BONN - Die Fruchtsaft-Industrie rechnet für das laufende Jahr mit einer schwachen Streuobsternte. (Boerse, 29.07.2021 - 12:04) weiterlesen...

Danone kehrt zu Wachstum zurück - Höhere kosten belasten. So nahmen die Umsätze um 3,6 Prozent auf knapp 6,2 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in Paris mitteilte. Dabei belasteten insbesondere negative Währungseffekte. Auf vergleichbarer Basis erzielte Danone ein Plus von 6,6 Prozent. Für das erste Halbjahr verbuchte das Unternehmen einen um knapp 3 Prozent geringeren Umsatz von rund 11,8 Milliarden Euro. Höhere Kosten wie etwa für Rohstoffe oder Logistik belasteten das bereinigte operative Ergebnis, die entsprechende Marge sank. Unter dem Strich verdiente Danone jedoch mit knapp 1,1 Milliarden Euro gut 5 Prozent mehr. PARIS - Der Nahrungsmittelhersteller Danone ist im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. (Boerse, 29.07.2021 - 11:54) weiterlesen...