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(Im 4. Absatz muss es heißen "rund fünf" Kilometer)

06.01.2020 - 18:20:25

WDH/GESAMT-ROUNDUP: Millionen bei Trauerzeremonien für getöteten General

TEHERAN - Viele waren in Schwarz gekleidet und trugen Bilder des getöteten Top-Generals: Hunderttausende Iraner haben in der Hauptstadt Teheran bei einer Trauerzeremonie Abschied von Ghassem Soleimani genommen, der bei einem US-Drohnenangriff getötet worden war. Irans Staatsfernsehen sprach am Montag von Millionen Trauernden. Menschenmassen zogen durch Teherans Straßen. US-Präsident Donald Trump drohte indes nach dem Iran auch dem Irak mit drastischen Sanktionen, sollten die US-Soldaten aus dem Land geworfen werden.

Am frühen Morgen gab es an der Universität Teheran zunächst ein Leichengebet, dem Tausende beiwohnten. Geleitet wurde es vom obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei. Anwesend waren auch Präsident Hassan Ruhani, mehrere Minister sowie Abgeordnete und der Justizchef. Die Zeremonie wurde auf fast allen Fernsehkanälen live übertragen. Als Hauptredner traten der Anführer der palästinensischen Hamas, Ismail Hanija, und Soleimans Tochter Sejnab auf. "Die USA und die Zionisten sollen nicht denken, dass mit dem Tod meines Vaters der Kampf gegen sie unterbrochen ist", sagte sie. "Dieser geht auch ohne ihn weiter."

Danach wurde Soleimanis Leiche zum Asadi-Platz im Westen Teherans transportiert. Entlang der rund fünf Kilometer langen Strecke warteten riesige Menschenmengen. Medienberichten zufolge nahmen Millionen Iraner Abschied von dem getöteten Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Einheit. Die Regierung hatte den Montag in Teheran zum Feiertag erklärt, damit dort alle Menschen an der Zeremonie teilnehmen können. Überall waren Poster von Soleimani aufgestellt mit der Überschrift: "Du bist weg, aber Dein Weg wird weitergeführt."

Auffällig war, dass es sich bei vielen Menschen nicht um Anhänger des iranischen Regimes handelte. "Soleimani war ein guter und treuer Soldat und hat unser Land jahrzehntelang verteidigt," sagte Behnam M., ein 43 Jahre alter Klempner. Was passiert wäre, wenn die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in den Iran eingedrungen wäre, wolle er sich nicht vorstellen. "Ghassem hat das verhindert und dafür sind wir ihm alle für immer dankbar," erklärte der Klempner. Soleimani hatte den Kampf der iranischen Verbündeten gegen den IS koordiniert.

Auch die Hausfrau Massumeh H. ist keine Anhängerin des Regimes. Ihr Sohn studiere in Minnesota und sei auch sehr glücklich dort. Sie habe nichts gegen die USA und die Amerikaner. Trotzdem rief sie lautstark "Tod den USA". "Dieser Trump ist ein Vollidiot," sagte die 39-Jährige. Der US-Präsident habe kein Recht, in einem anderen Land (Irak) einen iranischen Soldaten zu töten, nur weil dieser andere Interessen verfolge als das Weiße Haus, sagte die Hausfrau.

Soleimani war in der Nacht zum Freitag bei einem US-Raketenangriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Washington erklärte, der iranische Top-General habe Angriffe auf US-Bürger geplant. Soleimani war der wichtigste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland. Er galt als Architekt der iranischen Militärpolitik in den Nachbarländern. Im Iran wird er nun als Märtyrer verehrt. Die iranische Führung und ihre Verbündeten in den Nachbarländern drohten Vergeltung an. Wann, wo und wie sie zuschlagen, ist jedoch unklar.

Das irakische Parlament forderte die Regierung am Sonntag auf, alle ausländischen Truppen aus dem Land zu verweisen. Diese sollen auch Iraks Luftraum nicht mehr nutzen dürfen. Die USA haben derzeit vor allem für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rund 5000 US-Soldaten im Irak stationiert.

Für den Fall eines feindseligen Rauswurfs der Soldaten aus dem Krisenland drohte Trump dem bisherigen US-Verbündeten mit Sanktionen "wie nie zuvor". Der Irak müsse die US-Bedingungen für einen Abzug erfüllen, forderte Trump mitreisenden Journalisten zufolge am Sonntagabend (Ortszeit) während des Rückflugs aus dem Bundesstaat Florida nach Washington in seinem Regierungsflugzeug Air Force One.

Die Regierung in Bagdad müsse die Kosten für bestimmte von den USA im Irak gebaute Infrastruktur zurückerstatten, darunter ein moderner Luftwaffenstützpunkt, der Milliarden US-Dollar gekostet habe. "Wir ziehen nicht ab, es sei denn, sie erstatten uns das zurück", sagte Trump den Angaben zufolge. Sollte es keine einvernehmliche Lösung geben, müsse zu Sanktionen gegriffen werden, sagte er demnach weiter. "Im Vergleich dazu werden die Iran-Sanktionen einigermaßen harmlos erscheinen", drohte er den mitreisenden Journalisten zufolge.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hält nichts davon, die Regierung in Bagdad unter Druck zu setzen. Auf die Frage, ob die Trump ausgesprochene Drohung eine angemessene Reaktion gewesen sei, antwortete Maas im "Deutschlandfunk": "Zumindest ist sie, glaube ich, zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sehr hilfreich." Im Irak sei viel investiert worden, "nicht nur militärisch, auch an Stabilisierungshilfen, um dieses Land wieder aufzubauen". Dies alles drohe nun verloren zu gehen. "Ich glaube, das geht nicht mit Drohungen, den Irak zu überzeugen, sondern mit Argumenten."

Trump erneuerte für den Fall iranischer Vergeltungsschläge auf US-Ziele auch seine umstrittene Drohung mit Angriffen auf Kulturstätten im Iran. Der Iran foltere und töte Amerikaner, "und wir sollen ihre Kulturstätten nicht anrühren dürfen? So funktioniert das nicht", sagte Trump den mitreisenden Journalisten zufolge. Wenn der Iran US-Ziele angreife, werde es "massive Vergeltung geben".

Trump hatte am Samstagabend (Ortszeit) mit Angriffen auf Dutzende iranische Ziele gedroht, darunter kulturell bedeutende Orte. Die unverblümte Drohung des Republikaners sorgte im In- und Ausland für Entrüstung. Kritiker warfen ihm die Planung von Kriegsverbrechen vor, weil Angriffe auf zivile Kulturstätten völkerrechtlich verboten sind.

Soleimanis Leichnam sollte von Teheran aus in die schiitische Hochburg Ghom gebracht werden. Auch dort war eine Zeremonie vor einem Mausoleum geplant. Die Beisetzung Soleimanis findet voraussichtlich am Dienstag in seinem Geburtsort Kerman im Südostiran statt. Auch dort hat die Regierung den Dienstag zum örtlichen Feiertag erklärt.

@ dpa.de

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