Finanzierung, Investitionen

(Im 3. Absatz wurde die Funktion des niedersächsischen

03.11.2018 - 12:53:25

WDH/ROUNDUP 2: NordLB schlechtestes deutsches Institut beim Bankenstresstest

FDP-Politikers Dürr korrigiert. Er ist stellvertretender Vorsitzender

der FDP-Bundestags-, nicht der Landtagsfraktion)

HANNOVER/LONDON - Beim Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA hat die NordLB von den acht deutschen Instituten am schlechtesten abgeschnitten. Im Krisenszenario bis 2020 schrumpfte die harte Kernkapitalquote der Landesbank auf 7,07 Prozent, wie die EBA am Freitagabend in London mitteilte. "Das Stresstest-Ergebnis der NordLB bewegt sich damit im Rahmen der Erwartungen und brachte keine Überraschungen", erklärte der NordLB-Chef Thomas Bürkle. Die Bank, an der die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt beteiligt sind, habe in den vergangenen Jahren in großem Umfang Risiken aus dem Schiffsportfolio abgedeckt, was auf die Kapitalausstattung drückte.

Den Großbanken der EU wurden in Sachen Krisenfestigkeit solide Zeugnisse ausgestellt. "Die Eigenkapitalpuffer der Banken sind generell zu niedrig", kritisierte gleichwohl der finanzpolitische Sprecher der Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel. Für die NordLB müsse ein Sanierungskonzept vorgelegt werden, forderte er, bei dem eine Zusammenarbeit mit anderen Landesbanken Priorität haben müsste. Die NordLB und die von ihr übernommene Bremer Landesbank hätten sich zwischen 2004 und 2012 an Schiffskrediten "schwer verhoben".

Die ebenfalls oppositionelle FDP dagegen forderte, den Großteil der Bank schnellstmöglich zu privatisieren: "Nur dann kann sie eine Chance auf eine dauerhafte Existenz am Finanzplatz Hannover haben", sagte der Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr. Steuergelder für die Rettung von Banken zu nutzen würden das Vertrauen in die Marktwirtschaft untergraben. "Der Stresstest bestätigt meine Befürchtung, dass die NordLB ein erhebliches Risiko für den Steuerzahler darstellt", meinte der Landtagsabgeordnete.

Die NordLB wies darauf hin, dass sie seit dem vorigen Stresstest im Jahr 2016 aus eigener Kraft eine Risikovorsorge in Höhe von insgesamt 3,9 Milliarden Euro neu gebildet habe. Das habe aber auch die Kapitalbasis des Geldhauses belastet. Die Landesbank war daher von den deutschen Banken auch mit den schwächsten Werten in die Prüfung gegangen. Sie hat aktuell eine harte Kernkapitalquote von 12,4 Prozent. Diese Quote ist ein Puffer, der Banken bei Verlusten uneingeschränkt zur Verfügung steht. Im Krisenszenario sackte sie nun auf 7,07 Prozent ab. Bürkle betonte, aus dem Stresstest ließen sich keine neuen Erkenntnisse oder Handlungserfordernisse ableiten.

Das von faulen Schiffskrediten belastete Institut sucht seit einiger Zeit nach Investoren und hat dazu ein Bieterverfahren gestartet. Dem Stresstest unterzogen wurden 48 Banken aus 15 EU-Staaten. Auf Basis der Bilanzen zum Jahresende 2017 mussten sie durchrechnen, wie viel dünner ihre Kapitaldecke in drei Jahren werden würde, wenn die Konjunktur einbricht, die Arbeitslosenzahlen steigen und die Immobilienpreise in den Keller gehen. Die Aufseher versprechen sich Erkenntnisse darüber, wie anfällig Banken für Krisen wären und ob sie ihre Kapitalpuffer für schlechte Zeiten verstärken müssen.

@ dpa.de

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