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Vermischtes, Landesbund f?r Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.

Hilpoltstein - Im kommenden Mai wird der bayerische Naturschutzverband LBV in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Berchtesgaden zum ersten Mal drei junge Bartgeier auswildern.

05.02.2021 - 11:22:23

N?rnberger Bartgeier bebr?ten Eier / N?chster Schritt im Auswilderungsprojekt genommen: Zuchtpaar aus dem Tiergarten hat mit der Brut begonnen - Videos von Balz und Nestbau. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei auch ein Jungvogel aus dem Tiergarten der Stadt N?rnberg stammen k?nnte, ist nun weiter gestiegen.

Hilpoltstein - Im kommenden Mai wird der bayerische Naturschutzverband LBV in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Berchtesgaden zum ersten Mal drei junge Bartgeier auswildern. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei auch ein Jungvogel aus dem Tiergarten der Stadt N?rnberg stammen k?nnte, ist nun weiter gestiegen. Das dortige Bartgeier-Paar hat vor kurzem mit der Brut begonnen, nachdem das Weibchen zwei Eier gelegt hatte. "Wir freuen uns sehr dar?ber, dass das N?rnberger Paar mit dem Br?ten begonnen hat. Ein weiterer Schritt hin zu einem jungen fr?nkischen Bartgeier in den bayerischen Alpen ist somit getan", so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Sch?ffer. Der N?rnberger Tiergarten ist Teil des europ?ischen Bartgeier-Zuchtnetzwerks (EEP/Erhaltungszuchtprogramm des Europ?ischen Zooverbands) und freut sich ebenfalls: "Bis Mitte Januar hat unser Weibchen zwei Eier gelegt, die die Geier jetzt im Partnerwechsel bebr?ten werden. Ist die Brut erfolgreich, sollten die Jungv?gel Anfang M?rz schl?pfen", so J?rg Beckmann, stellvertretender Direktor und Biologischer Leiter des Tiergartens N?rnberg. Die Geschehnisse rund um das N?rnberger Bartgeier-Paar und seinen Nachwuchs kann dank zweier Kameras im Gehege auch jede*r auf der Webseite des LBV mitverfolgen unter http://www.lbv.de/bartgeier-auswilderung oder unter dem YouTube-Channel des Tiergartens https://youtu.be/PdOPvopwG5E .

F?r die meisten Vogelarten ist eigentlich der Fr?hling die ideale Zeit, um Eier zu legen und mit dem Brutgesch?ft zu beginnen. Nicht so bei den Bartgeiern, Europas seltenster Geierart. Diese beginnen bereits im Hochwinter mit der Brut. In ihrem alpinen Lebensraum halten aktuell auch tiefe Minustemperaturen, tagelange Schneef?lle und Lawinenabg?nge die Brutpaare nicht davon ab, ihre beiden Eier zu legen und sie die n?chsten 52 Tage ?ber ausdauernd zu bebr?ten. "Diese besondere Brutzeit h?ngt mit der Ern?hrung der K?ken zusammen, die im Gegensatz zu den Altv?geln keine Knochen verdauen k?nnen. Daher hat sich die Art so entwickelt, dass die K?ken gegen Ende des Winters schl?pfen, wenn es in den alpinen Lagen durch verungl?ckte Wildtiere ein reichhaltiges Angebot an Aas gibt", wei? Toni Wegscheider , LBV-Bartgeierexperte. Dabei handelt es sich vor allem um G?msen und Steinb?cke, die in Lawinen verendet sind und dann im tauenden Schnee zum Vorschein kommen. "Dank einer Synchronisierung des Schlupfzeitraums mit der Schneeschmelze ist sichergestellt, dass gen?gend Tierkadaver vorhanden sind, mit denen die Eltern ihre K?ken f?ttern k?nnen."

Und obwohl die Bartgeier im Tiergarten N?rnberg weniger harten Wetterbedingungen ausgesetzt sind als ihre Artgenossen in den Alpen, l?uft auch bei diesen V?geln das in Jahrtausenden entwickelte Verhalten ab. Anfang Januar legte das N?rnberger Weibchen das Erste der mehr als faustgro?en Eier, keine zwei Wochen sp?ter folgte das Zweite. "Unser erfahrenes Brutpaar wechselt sich derzeit routiniert bei der Bebr?tung der Eier ab", sagt J?rg Beckmann , Vizedirektor des Tiergartens. Somit stehen die Chancen gut, dass Anfang M?rz mindestens ein kleiner Bartgeier in N?rnberg schl?pfen wird. "Sollten zwei Jungv?gel schl?pfen, m?ssen diese nach dem Schlupf sofort getrennt werden, da sie von Natur aus eine starke Aggression gegeneinander aufweisen und immer nur das st?rkere K?ken ?berlebt. Das ist nachvollziehbar, da bei insgesamt fast vier Monaten Nestlingszeit in der Natur und Unmengen von Futter, die solch ein heranwachsender Geier fressen muss, die Eltern niemals zwei Junge aufziehen k?nnten", erkl?rt Toni Wegscheider .

Im N?rnberger Tiergarten wiederum w?re es durch ein eingespieltes Expertenteam m?glich, das schw?chere K?ken einem anderen, "kinderlosen" Bartgeier-Ammenpaar aus dem Zuchtprogramm zukommen und es von diesem ohne menschlichen Kontakt gro?ziehen zu lassen. "Damit w?rde sich die Wahrscheinlichkeit verdoppeln, dass letztlich eines der beiden Jungtiere im Mai f?r eine Auswilderung im Nationalpark Berchtesgaden geeignet ist. Sollte ein zweiter Geier schl?pfen, k?nnte dieser im Rahmen eines anderen Auswilderungsprojekts abgegeben werden oder innerhalb des europ?ischen Zuchtprogramms f?r den Fortbestand dieser Art sorgen", so Beckmann . Die derzeit in den Eiern wachsenden kleinen Bartgeier werden wohl sehr verschiedene Lebenswege einschlagen, aber jeder auf seine Weise k?nnte einen wichtigen Beitrag zur Zukunft dieser beeindruckenden Spezies leisten.

Erste Videos aus dem Bartgeier-Gehege

Erste beeindruckende Bewegtbilder des N?rnberger Bartgeierpaares liefern Videos des LBV und des Tiergartens N?rnberg, welche die V?gel bei Nestbau, Balz, Kopulation und beim Br?ten zeigen. Im Gehege sind zwei Kameras angebracht, welche das Verhalten der beeindruckenden V?gel sowohl im Au?enbereich als auch im Horst aufzeichnen. "Balzen, kopulieren und Nistmaterial eintragen. Sowohl die Bartgeier in der Natur als auch die V?gel im N?rnberger Tiergarten waren die letzten Wochen sehr flei?ig mit den Vorbereitungen f?r die j?hrliche Brutsaison. Dank der tollen Videos kann dies nun jeder miterleben", sagt Wegscheider .

?ber 100 Jahre nach seiner Ausrottung soll dem gr??ten Greifvogel Mitteleuropas die R?ckkehr nach Deutschland erm?glicht werden. Der bayerische Naturschutzverband LBV m?chte die Erfolgsgeschichte der Wiederansiedelung des majest?tischen Vogels in Westeuropa in den kommenden Jahren auch im ?stlichen Alpenraum fortschreiben.

Zum Projekt:

Der Bartgeier ( Gypaetus barbatus ) z?hlt mit einer Fl?gelspannweite von bis zu 2,90 Metern zu den gr??ten, flugf?higen V?geln der Welt. Anfang des 20. Jahrhunderts war der majest?tische Greifvogel in den Alpen ausgerottet. Im Rahmen eines gro?angelegten Zuchtprojekts werden seit 1986 in enger Zusammenarbeit mit dem in den 1970er Jahren gegr?ndeten EEP der Zoos im Alpenraum junge Bartgeier ausgewildert. W?hrend sich die V?gel in den West- und Zentralalpen seit 1997 auch durch Freilandbruten wieder selbstst?ndig vermehren, kommt die nat?rliche Reproduktion in den Ostalpen nur schleppend voran. Ein vom bayerischen Naturschutzverband LBV (Landesbund f?r Vogelschutz) initiiertes Projekt zur Auswilderung von jungen Bartgeiern im bayerischen Teil der Alpen greift dies auf, und unterst?tzt in Kooperation mit dem Nationalpark Berchtesgaden die alpenweite Wiederansiedelung. Daf?r werden in den kommenden Jahren im Klausbachtal junge Bartgeier ausgewildert - im Jahr 2021 erstmals in Deutschland. Der Nationalpark Berchtesgaden eignet sich aufgrund einer Vielzahl von Faktoren als idealer Auswilderungsort in den Ostalpen. Mehr Informationen zum Projekt unter http://www.lbv.de/bartgeier-auswilderung

F?r R?ckfragen LBV-Pressestelle:

Markus Erlwein |Stefanie Bernhardt, E-Mail: presse@lbv.de, Tel.: 09174/4775-7180 | -7184. Mobil: 0172-6873773.

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/146961/4830782 Landesbund f?r Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.

@ presseportal.de