Pharma, Biotechnologie

HANNOVER / WIESBADEN - Die Gewerkschaft IG BCE hat vor der Fortsetzung der Chemie-Tarifrunde im Oktober erneut deutliche Lohnsteigerungen verlangt.

14.09.2022 - 16:34:01

Chemiegewerkschaft beharrt vor Fortgang der Tarifrunde auf Lohnplus. "Den Beschäftigten rinnt das Geld täglich schneller durch die Finger, gleichzeitig verdienen die meisten ihrer Arbeitgeber weiterhin gut", begründete ihr Vizechef und Verhandlungsführer Ralf Sikorski die Position nach einer internen Sitzung der Bundestarifkommission in Hannover. Die gut 580 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche müssten durch eine nachhaltige Erhöhung der Entgelte von der starken Inflation entlastet werden. So könne der Konsum auch die schwächere Konjunktur absichern.

Anfang April hatten sich die IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC zunächst nur auf einen Teilabschluss für den drittgrößten deutschen Industriezweig geeinigt. Wegen der schon damals hohen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine beschlossen sie eine Einmalzahlung von 1400 Euro pro Kopf als vorläufige "Brückenlösung" - im Herbst sollte dann weiterverhandelt werden. Am 17. und 18. Oktober wollen beide Seiten ihre Gespräche in Wiesbaden wieder aufnehmen.

In Firmen in wirtschaftlicher Not konnte der einmalige Betrag auch auf 1000 Euro gekürzt werden. Die Gewerkschaft will aber nach wie vor ein dauerhaftes Lohnplus, das Eingang in die Tariftabellen erhält.

Während die IG BCE laut einer eigenen Umfrage unter Betriebsräten die Lage bei den meisten Firmen als "noch immer gut" bewertet, zeichnet der Branchenverband VCI ein düsteres Bild. Er rechnet nach jüngsten Daten vom Mittwoch damit, dass die Gesamtproduktion in diesem Jahr um 5,5 Prozent zurückgeht, im Kernbereich Chemie um 8,5 Prozent. Gelinge ein Umsatzplus, werde dies wohl ausschließlich kostengetrieben sein.

Der Verhandlungsführer des BAVC, Hans Oberschulte, warnte die Gewerkschaft vor überzogenen Erwartungen: "Auf die Betriebe rollt eine Kostenlawine bei Gas und Strom zu, die erste Unternehmen bereits zum Drosseln oder Abschalten von Anlagen zwingt." Es gehe nun darum, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemieindustrie zu sichern.

@ dpa.de

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