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Regierungen, Deutschland

HANNOVER - Die Zahl der Arbeitslosen in Niedersachsen und Bremen ist trotz Konjunkturflaute und kriselnder Wirtschaft im November leicht gesunken.

29.11.2019 - 16:02:24

GESAMT-ROUNDUP: Arbeitslosigkeit leicht gesunken - DGB mahnt gute Ausbildung an. In Niedersachsen waren 207 789 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 2355 weniger als im Oktober und 4652 weniger als im Vorjahreszeitraum, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) Niedersachsen-Bremen am Freitag mitteilte. Damit sei der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat konstant. Unterdessen ist bei der Zahl der Ausbildungsplätze nach Einschätzung der Gewerkschaften vorerst kein Abwärtstrend zu erwarten. Sie warnen aber vor schlechten Ausbildungsbedingungen.

Auch im Land Bremen hat sich die Zahl der Arbeitslosen im November leicht verringert, hier waren mit 35 206 Personen 809 Menschen weniger arbeitslos als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das allerdings einen Anstieg um 5,4 Prozent. Die Quote sank leicht von 10 Prozent im Oktober auf nun 9,8 Prozent, wie die Arbeitsagentur mitteilte.

Für das kleinste Bundesland sei das ein relativ niedriger Wert, hieß es. "Vor allem für Frauen war der November ein guter Monat, unter ihnen ist die Arbeitslosigkeit am stärksten gesunken", sagte Bärbel Höltzen-Schoh. "Ein wichtiger Grund ist, dass im Vorweihnachtsgeschäft gerne zusätzliche Kräfte einstellt werden und das sind überwiegend Frauen."

Noch wirkt sich die aktuelle Schwäche der Industrie nicht direkt auf die Arbeitslosenzahlen aus: "Der Arbeitsmarkt reagiert auf eine Konjunkturflaute immer ein bisschen zeitverzögert", begründete das eine BA-Sprecherin. Betriebe würden zunächst versuchen, ihre Mitarbeiter zu halten.

Auch bei der Anzahl der angebotenen Ausbildungsstellen mache sich der drohende Abschwung noch nicht bemerkbar, sagte Mehrdad Payandeh, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für Niedersachsen und Bremen, am Freitag. Viele Betriebe hätten langfristige Ausbildungspläne, in der Industrie würden insbesondere durch Automatisierung und Digitalisierung neue Ausbildungsplätze entstehen. Gerade hier kritisieren die Gewerkschafter, dass viele Auszubildende nur unzureichend auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet würden.

Aktuell kämen in Niedersachsen rund neun Ausbildungsplätze auf zehn Bewerber, sagte Payandeh. Er hoffe aber auf eine weitere Steigerung: "Sonst kommt die Rosinenpickerei." Firmen würden ihre Auszubildenden schon heute teils schlecht behandeln. Laut einer Gewerkschaftsumfrage muss mehr als jeder dritte Azubi regelmäßig Überstunden leisten.

Es gibt Vorboten dafür, dass sich die Flaute demnächst deutlicher in den Zahlen niederschlagen könnte: Niedersachsens Betriebe meldeten insbesondere in der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe und in der Logistikbranche immer weniger freie Arbeitsplätze, teilte die Arbeitsagentur mit. Insgesamt wurden 69 944 freie Stellen gemeldet, 11,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Dynamik am Arbeitsmarkt lasse langsam nach, sagte die Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, Bärbel Höltzen-Schoh.

@ dpa.de

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