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Vermischtes, NDR Norddeutscher Rundfunk

Hamburg - Im Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk warnt der Leiter der Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalit?t bei der europ?ischen Polizeibeh?rde Europol, Jari Liukku, vor einem wachsenden Gefahrenpotential durch Organisierte Kriminelle.

08.02.2021 - 08:07:28

Experten warnen: Gefahr der Organisierten Kriminalit?t wird untersch?tzt. Die Organisierte Kriminalit?t habe sich in den vergangenen Jahren in Europa "dynamisiert".

Hamburg - Im Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk warnt der Leiter der Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalit?t bei der europ?ischen Polizeibeh?rde Europol, Jari Liukku, vor einem wachsenden Gefahrenpotential durch Organisierte Kriminelle. Die Organisierte Kriminalit?t habe sich in den vergangenen Jahren in Europa "dynamisiert". "Organisierte Kriminelle stellen heute eine gr??ere Gefahr f?r die Sicherheit in Europa dar, als etwa der Terrorismus". Dieser Gefahr sei man in den vergangenen Jahren nicht mit der Aufmerksamkeit begegnet, die angemessen sei.

In einer unl?ngst ver?ffentlichten Untersuchung warnt Europol davor, dass die Anzahl von Gewalttaten im Umfeld der Organisierten Kriminalit?t gestiegen sei. Zudem deutet die Analyse darauf hin, dass kriminelle Banden auch vor t?dlicher Gewalt immer weniger zur?ckschreckten. Von Gewalttaten seien inzwischen nicht nur Kriminelle untereinander betroffen, sondern beispielsweise auch Mitarbeitende von Strafverfolgungsbeh?rden, Rechtsanw?lte, Journalisten oder Hafenarbeiter, die sich weigerten mit Kriminellen zusammen zu arbeiten.

Das Problem gehe aber deutlich ?ber Gewalttaten hinaus, warnt Liukku. "Egal ob es um Menschenhandel, Drogenhandel, Korruption, Umweltdelikte, Geldw?sche oder Waffengesch?fte geht: Die Gefahren, die von Organisierten Verbrecherbanden ausgehen, sind vielf?ltig und betreffen die gesamte Gesellschaft." Likku forderte die europ?ischen Polizeibeh?rden dazu auf, verst?rkt zu kooperieren und Informationen untereinander auszutauschen.

Der stellvertretende Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, G?nther Maihold, geht davon aus, dass nicht zuletzt der wachsende Drogenhandel kriminelle Banden in Europa gest?rkt habe. Maihold ber?t unter anderen die Bundesregierung und das Bundeskriminalamt in Sicherheitsfragen. Der massive Zustrom von Erl?sen aus den Drogengesch?ften stehe f?r neue Straftaten zur Verf?gung, unter anderem f?r den "Aufkauf von Autorit?ten". Zudem stelle er fest, dass sich verst?rkt kriminelle Organisationen aus dem Ausland in Europa festsetzten, um sich so "Absatzm?rkte f?r Drogen und andere G?ter zu erschlie?en".

Die Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic (B?ndnis 90 / Die Gr?nen) sagte dem NDR, es reiche nicht aus, dass sich die sicherheitspolitische Debatte auf "Wohnungseinbr?che oder Clan-Kriminelle" konzentriere. Man m?sse sich vor Augen f?hren, dass "die italienische Mafiaorganisation 'Ndrangheta mit hochkriminellen T?tigkeiten, wie z. B. den Handel mit Kokain, einen Jahresumsatz von rund 50 Milliarden Euro erzielen soll". Hieraus erwachse eine ernste Gefahr f?r die ?ffentliche Sicherheit. Die Polizeien in Bund und L?ndern m?ssten in die Lage versetzt werden, "aufwendige Strukturverfahren" durchzuf?hren, um an die Hinterleute von Verbrecherbanden heranzukommen.

Der Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, sagte, die Politik untersch?tze das Problem, auch weil das Ausma? der Organisierten Kriminalit?t nicht offen sichtbar sei. Mafia-Organisationen und andere kriminelle Banden h?tten eine Art Parallelwirtschaft geschaffen. "W?hrend auf legalen M?rkten das B?rgerliche Gesetzbuch Streitigkeiten regelt, sind das in der Welt der Organisierten Kriminellen Gewalt und Korruption." Fiedler forderte die Bundesregierung dazu auf, eine Dunkelfeldstudie anzusto?en.

NDR Info ver?ffentlicht heute (Montag, 8. Februar) die Radio- und Podcastserie "Organisiertes Verbrechen - Recherchen im Verborgenen". Darin berichten NDR Reporter von ihren Recherchen im Bereich der Organisierten Kriminalit?t. In den Folgen 1 bis 3 ("Der gro?e Sprung") geht es um mexikanische Drogenkartelle, die derzeit nach Europa dr?ngen. In den Folgen 4 bis 6 ("Die Libanon Connection") werden libanesische Geldw?schenetzwerke und ihre Verbindung zur Hisbollah beleuchtet. Die Reporter nehmen die Zuh?renden mit zu ihren Recherchen in die Niederlande, nach Frankreich, Westafrika, Mexiko und in den Nahen Osten. Im Gespr?ch mit Expertinnen und Experten werden die Ergebnisse der Recherchen diskutiert und eingeordnet.

Der Podcast wird auf NDR Info in den kommenden Wochen ausgespielt und steht in der ARD Audiothek zum Download bereit:

https://www.ardaudiothek.de/organisiertes-verbrechen-recherchen-im-verborgenen/8 5849836

Sendetermine auf NDR Info:

12.02. 21:03 Uhr (Folge 1 + 2)

14.02. 16:04 Uhr (Folge 1 + 2)

19.02. (Folge 3 + 4)

21.02. (Folge 3 + 4)

26.02. (Folge 5 + 6)

28.02. (Folge 5 + 6)

Pressekontakt:

Norddeutscher Rundfunk Presse und Information Ralf Plessmann Tel.: 040 / 4156-2333 Mail: mailto:r.plessmann@ndr.de http://www.ndr.de https://twitter.com/NDRpresse

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