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HAMBURG - Die Klimabewegung Fridays for Future will in diesem Jahr verstärkt Unternehmen ins Visier nehmen.

17.01.2020 - 11:06:25

Neubauer: Fridays for Future will Unternehmen ins Visier nehmen. "Wir haben uns im letzten Jahr sehr auf die Bundesregierung, die Landesregierungen und auch auf Kommunen konzentriert. Dieses Jahr wollen wir uns deutlich mehr auf wirtschaftliche Akteure fokussieren", sagte die Klimaaktivistin Luisa Neubauer am Donnerstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten.

Dazu wollen die Aktivisten verstärkt auf Aktionärsversammlungen demonstrieren. Auch Umweltklagen könnten eine wichtigere Rolle spielen. Am Sonntag reist die Studentin nach eigenen Angaben mit der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg zum Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos.

Vor wenigen Tagen hatte Fridays for Future mit bundesweiten Protesten versucht, eine geplante Siemens -Lieferung in ein Kohlebergwerk in Australien zu verhindern. Konzernchef Joe Kaiser hatte sich mit Neubauer und anderen Klimaaktivisten getroffen. Einen angebotenen Posten in einem Aufsichtsgremium bei einer Siemens-Tochter hatte Neubauer ausgeschlagen. Am Mittwoch reichten Klimaaktivisten und Umweltverbände mehrere Verfassungsbeschwerden ein mit dem Ziel, die Bundesregierung zu mehr Klimaschutz zu zwingen.

"Die politische Abhängigkeit von den Akteuren aus der Wirtschaft ist so enorm, dass es effektiver scheint, sich direkt an die Unternehmen und nicht nur an die Regierungsbeteiligten zu wenden", sagte Neubauer. Es gebe einen eklatanten Unterschied zwischen dem, was politisch verabschiedet werde und dem, was auf Seite der Wirtschaft passiere. Insgesamt fließe noch immer zu viel Geld in fossile Projekte. "Die Sorge, was diese Finanzströme anrichten können, ist extrem groß", sagte die 23-Jährige.

Fridays for Future will sich nach Worten Neubauers nicht unüberlegt mit Unternehmen anlegen. Man wolle auf die Erfahrungen des vergangenen Jahres zurückgreifen und strategischer vorgehen, sagte sie. Dabei stelle sich immer die Frage, wo es blinde Flecken in der öffentlichen Wahrnehmung gebe. "Wir alle leben in Strukturen, die unweigerlich Leben zerstören", so Neubauer. Es gehe den Aktivisten darum, auf Systemfehler aufmerksam zu machen.

@ dpa.de