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Hamburg - Angez?hlt scheint er laut einer aktuellen Umfrage in Deutschland bereits.

17.05.2021 - 16:17:44

Droht dem Handschlag nach der Pandemie das k. o.? / Aktuelle Informationen aus dem Arbeitskreis Umgangsformen International. Darin wurde ermittelt, an welchen Corona-Gewohnheiten die Befragten h?chstwahrscheinlich nach der Pandemie festzuhalten gedenken.

Hamburg - Angez?hlt scheint er laut einer aktuellen Umfrage in Deutschland bereits. Darin wurde ermittelt, an welchen Corona-Gewohnheiten die Befragten h?chstwahrscheinlich nach der Pandemie festzuhalten gedenken. Mehr als die H?lfte von ihnen - 62 Prozent - ?u?erten zum Handschlag, dass sie auch nach der Corona-Pandemie lieber freundlich gr??en wollen, statt anderen die Hand zu geben. Bei den Frauen liegt der Anteil derer, die k?nftig an dieser Gewohnheit festhalten wollen, sogar bei 70 Prozent.

Das Ergebnis mag auf den ersten Blick ?berraschen, wurden den Deutschen doch lange Zeit "weltmeisterliche Qualit?ten" zugeschrieben, was die H?ufigkeit und Beliebtheit des H?ndedrucks zur Begr??ung angeht. Oft wird allerdings unbeachtet gelassen: Auch bereits vor der Pandemie wuchs teilweise die Aversion gegen dieses "ewige H?ndesch?tteln". Was nichts daran ?ndert, dass die "Pro-Handschlag-Liga" ihn nach wie vor schmerzlich vermisst und ihn nur gezwungenerma?en so lange wie unbedingt notwendig vermeidet - und das ist, Stand laut jetziger Umfrage, immer noch knapp die H?lfte der Menschen in unserem Land. Somit wird erst die Nach-Corona-Zeit zeigen, wie sich die Gepflogenheit letztlich entwickelt. Zumal sich dabei viele derer, denen es trotz inzwischen schon mehr als einem Jahr w?hrender "?bungsphase" nach wie vor schwerf?llt, auf das H?ndegeben zu verzichten, immer noch als unfreundlich bis gar "unerzogen" f?hlen - vermutlich wegen alter Erziehungsmuster. Ein weiterer m?glicher Grund f?r das Unwohlgef?hl: Anfangs wurden die dringenden Bitten, auf den H?ndedruck zu verzichten, ungl?cklicherweise teils als "Aufruf zur Unh?flichkeit" bezeichnet.

Begr??ungs-H?flichkeit neu definiert

Dem sei entgegengehalten: Die Definition, was als "h?flich" oder "unh?flich" bezeichnet wurde, war schon immer unter anderem vom Zeitgeist und von jeweiligen Gegebenheiten abh?ngig. So kann die aktuelle Lage mit dieser Interpretation beschrieben werden: Abstand ist der neue Anstand! Deshalb hat die notwendige "Corona-H?flichkeit" bislang mit Blick auf den H?ndedruck zwei althergebrachte Empfehlungen auf den Kopf gestellt.

Erstens: Die Hand zur Begr??ung hinzustrecken, gilt auf alle F?lle so lange, wie es Pandemie bedingte Kontaktbeschr?nkungen gibt, als unh?flich. Der Grund: Damit wird ein Mensch in das sowohl Umgangsformen- als auch Gesundheits-Dilemma gebracht, sich f?r das Annehmen der Hand oder dagegen zu entscheiden. Um eine solche Zwickm?hle zu vermeiden, ist die zweite seit langem bekannte Empfehlung zumindest vorerst w?hrend der Corona-Zeit au?er Kraft gesetzt. Sie besagte, dass es unh?flich sei, eine zum Gru? ausgestreckte Hand "in der Luft" h?ngen zu lassen. Das bedeutet: Wenn Ihr Gegen?ber - ganz gleich, ob aus alter Gewohnheit oder Ignoranz der aktuellen Situation - Ihnen die Hand hinstreckt, brauchen Sie keinerlei H?flichkeits-Skrupel zu haben, diese nicht zu ergreifen.

Wer sich wegen langer anders ge?bter Praxis dabei unwohl f?hlt, kann dies dadurch mildern, dass die Situation angesprochen wird, etwa: "Ich bitte um Verst?ndnis, aus bekannten Gr?nden verzichte ich konsequent auf das Handreichen". Einer zus?tzlichen Erkl?rung bed?rfte es wohl nur einem Alien gegen?ber.

Ersatz-Begr??ungs-Ber?hrungen - alle sinnvoll?

Offensichtlich ist das Bed?rfnis vieler Menschen, sich doch wenigstens irgendwie zur Begr??ung zu ber?hren, enorm gro?. Darauf lassen die zahlreichen inzwischen gefundenen Ersatz-Begr??ungs-Ber?hrungen schlie?en. Diese sind zwar durchaus als kreativ zu bezeichnen. Praktisch und den Sinn der aktuell immer noch empfohlenen Abstands-Einhaltung sowie Ber?hrungs-Vermeidung erf?llend sind sie hingegen l?ngst nicht alle. Beispiel: der "Ellenbogen-Stupser". Bei dieser Praxis wird unausweichlich der wichtige Mindestabstand von 1,5 Metern unterschritten, da es wohl als sehr unrealistisch eingestuft werden kann, dass zwei sich begegnende Menschen jeweils eine Oberarml?nge von gut 70 Zentimeter aufweisen k?nnen. Kommt die Betrachtung der modernen Nies- und Husten-Hygiene dazu, die bei Ermangelung eines (Papier-)Taschentuchs empfiehlt, in die Ellenbogenbeuge zu niesen oder zu husten, bekommt eine solche Ersatz-Begr??ung einen noch negativeren Beigeschmack.

Deshalb ist es genauso wie beim Ausschlagen eines H?ndedrucks keine Unh?flichkeit, ein "Ellenbogen-Angebot" nicht anzunehmen. Zumal es auf manche Menschen aggressiv wirkt. Wenn unter Befreundeten oder gut Bekannten dennoch diese Art praktiziert wird, sollte vorher gekl?rt sein, ob alle Beteiligten sie als angenehm empfinden.

?hnliches gilt f?r beispielsweise die "Faust-gegen-Faust-Begr??ung", auch "Fist Bump" genannt. Eine solche birgt ebenfalls die Gefahr, dass der hilfreiche Mindestabstand unterschritten wird und produziert auf jeden Fall die Ber?hrung zweier H?nde. Anders kann das beim "F??eln" sein, wenn zwei recht Gelenkige aufeinandertreffen. Dies bietet sich allerdings dennoch eher f?r inoffizielle Situationen und unter relativ sportlich Veranlagten an.

Prominente Beispiele: Wertsch?tzung mit einem Gru? zeigen

Erleichtern wir uns doch am besten die ohnehin schon mit zahlreichen Herausforderungen gespickte Zeit der Pandemie - und vielleicht direkt auch die Gepflogenheiten f?r die Nach-Corona-Zeit -, indem wir beschlie?en: Ein freundlicher Gru? aus dem gebotenen Abstand heraus ohne K?rperkontakt zeigt genauso viel Wertsch?tzung wie unsere bislang praktizierten Begr??ungen mit einem solchen. Die Auswahl daf?r ist zum Gl?ck umfangreich.

Ein Kopfnicken verbunden mit Blickkontakt und einem L?cheln - was beides ?brigens zu allen Gru?formen die "kr?nende Beigabe" ist - kann bereits reichen. Dazu eine Hand zu heben, war auch schon vor Corona-Zeiten eine oft gebrauchte Form, beispielsweise, um im Vorbeigehen zu gr??en. Auch die Variante, beide Unterarme etwa in Taillenh?he noch vorne zu strecken, signalisiert dann Offenheit und "Sie sind mir willkommen", wenn die Handfl?chen nach oben zeigen. Etwas ausdrucksst?rker kann die Geste wirken, in Verbindung mit den bereits erw?hnten Zusatz-Details bei einem Gru? die Hand aufs Herz zu legen und das Kopfnicken durch eine leichte Verbeugung zu erweitern.

Eine solche geh?rt auch zum Namast?-Gru?, der zum Beispiel in Indien am meisten verwendeten Gru?-Form. Diese ist zumindest den Menschen in unserem Land bereits vertraut, die sich mit Yoga besch?ftigen, weil sie dort in jeder Stunde als Symbol der Dankbarkeit und des Respekts praktiziert wird. Der aus dem indischen Sanskrit stammende Begriff Namast? setzt sich zusammen aus den Silben nama (verbeugen), as (ich) und t? (du). ?bersetzen l?sst er sich also etwa mit "Verbeugung zu dir" oder "Ich verbeuge mich vor dir". Das Wort braucht dabei nicht zwingend ausgesprochen zu werden, die dazugeh?rende Gestik dr?ckt auch allein gen?gend gro?en Respekt aus.

Dabei werden die Handfl?chen vor der Brust oder, um beim Yoga-Wortschatz zu bleiben, dem Herz-Chakra, aneinandergelegt und damit das Neigen des Kopfes verbunden. Diese Art des Gr??ens dr?ckt viel Wertsch?tzung aus. Selbst dann, wenn kleine Details des "Original-Namast?" - etwa das Schlie?en der Augen oder eine durch Positions-Ver?nderung der H?nde erh?hten Respekt ausdr?ckende Variante - bei ihm als adaptierten Alltags-Gru? in Deutschland nicht praktiziert werden. Als sehr prominentes Beispiel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits Ende Juni 2020 den franz?sischen Pr?sidenten Emmanuel Macron bei seinem ersten Besuch bei ihr in Corona-Zeiten so empfangen und beide hatten denselben Gru? erneut beim Treffen in Frankreich im August des letzten Jahres gew?hlt.

Pressekontakt:

Inge Wolff Vorsitzende Arbeitskreis Umgangsformen International(AUI)Pr?sidentin Bundesverband f?r AUI-Business-Knigge Training und Coaching e. V. (BvKnigge)Pr?sidentin Umgangsformen-AkademieDeutschlands e. V. (UAD)Jenaer Stra?e 3 33647 BielefeldTelefon: 0175 7441118 Christian G?tsch Swinging World GmbH Der Unternehmerverband der Tanzschulen Weidestra?e 120 b, 22083 Hamburg T.: (0 40) 50 05 82-15, E-Mail: mailto:christian.goetsch@tanzen.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/43684/4916998 Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband - ADTV

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