Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Finanzierung, Investitionen

HALLE / BERLIN - Führende Sanierungsexperten haben davor gewarnt, dass sich Unternehmer in der aktuellen Corona-Krise trotz Ausnahmen bei der Insolvenzantragspflicht unwissentlich strafbar machen.

06.02.2021 - 08:35:03

Sanierer warnen vor Risiko unwissentlicher Insolvenzverschleppung. Bei vielen Unternehmen sei noch nicht angekommen, dass sie Gefahr laufen, in die Haftung zu rutschen, wenn die staatlichen Hilfen nicht ausreichen oder sie nicht unter die Ausnahmeregelung fallen, sagte der Chef des Verbands der Insolvenzverwalter Deutschlands, Christoph Niering, der Deutschen Presse-Agentur. Es sei eine wichtige Aufgabe für Steuer- und Rechtsberater, die Unternehmer darüber aufzuklären.

Auch der Jurist Lucas Flöther weist auf dieses Risiko hin. Es bestehe die Gefahr, dass viele Verantwortliche immer noch davon ausgingen, dass die Antragspflichten bei Insolvenz generell ausgesetzt seien, sagte der Sprecher der im Gravenbrucher Kreis zusammengeschlossenen führenden Insolvenzverwalter der dpa. Sollten die betreffenden Unternehmen später noch Insolvenz anmelden müssen, werde rückwirkend ein verspäteter Antrag und der Verdacht auf Insolvenzverschleppung geprüft. Das könne die Unternehmer teuer zu stehen kommen.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte die Bundesregierung wegen der nicht absehbaren negativen Folgen die Pflicht, Insolvenz anzumelden, für alle ausgesetzt. Wer zahlungsunfähig ist, muss seit Oktober wieder den Gang zum Gericht antreten. Für überschuldete Firmen gilt das seit Jahresanfang. Ausnahmen gibt es nur für jene, die bisher vergeblich auf Corona-Hilfen warten. Auch weitere Hilfsmaßnahmen wie Kurzarbeitergeld, Darlehen und finanzielle Hilfen für auf staatliche Verordnung geschlossene Betriebe sollen eine Pleitewelle verhindern. Bisherigen Erhebungen zufolge ging der Plan auf. So schätzte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Anfang Dezember, dass 2020 rund 16 300 Betriebe pleite gehen. Das wären 13,4 Prozent weniger als 2019.

In der Vergangenheit sei oft nicht genau genug erklärt worden, für wen die gelockerten Meldepflichten noch gelten, kritisierten beide Branchenvertreter. "Bisher war die Kommunikation schlecht", sagte Niering. "Der Bundestag und das Justizministerium haben zunächst nicht klar gemacht, dass es sich um Ausnahmen für einen begrenzten Kreis von Betroffenen handelt, das hat sich jetzt geändert." Ein Mittelständler schaue nicht auf das Insolvenzrecht, sondern die staatlichen Hilfen und werde eine Insolvenz immer hinauszögern.

Die Ausnahme von der strengen Antragspflicht gelte von Februar bis Ende April nur noch für die wenigsten Betriebe, betonte Sanierungsexperte Flöther, "nämlich nur für solche Unternehmen, die allein deshalb insolvent sind, weil sie die beantragten November- oder Dezemberhilfen noch nicht erhalten haben, und die durch die Hilfen wahrscheinlich überlebensfähig sind".

Der Staat sollte mehr einen Fokus darauf legen, was Unternehmen jetzt helfe, sich neu aufzustellen, forderten die beiden Verbandsvertreter. "Wer schläft, verändert sich nicht", sagte Niering. "Eigentlich müsste man Unternehmen dabei helfen, sich zu verändern." Flöther machte einen Vorschlag für konkrete Entlastung: "Was den Corona-geschädigten Unternehmen wirklich helfen würde, wäre eine Lösung, bei der bestehende Verbindlichkeiten, wie etwa Mietschulden, eingefroren und abgeschnitten werden können", sagte er. Diese Betriebe würde dann lediglich laufende Forderungen zahlen müssen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Eine Million Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Mit den Neuzulassungen des Juli sei diese Zahl für Plug-in-Hybride und reine Stromer erreicht, erklärten Verkehrs-, Umwelt- und Wirtschaftsministerium am Montag. Dabei werden allerdings nicht nur Pkw, sondern auch Nutzfahrzeuge und Busse mit eingerechnet. BERLIN - In Deutschland ist die Schwelle von einer Million Elektrofahrzeugen überschritten. (Boerse, 02.08.2021 - 12:22) weiterlesen...

Migration über Belarus: EU-Kommissarin spricht von Akt der Aggression. Womit es die EU zu tun habe, sei nicht in erster Linie eine Migrationskrise, sondern ein "Akt der Aggression" des Lukaschenko-Regimes, sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Montag am Rande von Gesprächen in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Eine solche Provokation sei "absolut inakzeptabel". VILNIUS - Die EU erhebt wegen der stark steigenden Migrantenzahlen an der litauischen EU-Außengrenze schwere Vorwürfe gegen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. (Wirtschaft, 02.08.2021 - 12:20) weiterlesen...

Auch Rumänien macht den Iran für Angriff auf Tanker verantwortlich. Bei dem Zwischenfall war auch der rumänische Schiffskapitän ums Leben gekommen. Außenminister Bogdan Aurescu bestellte deswegen am Montag den iranischen Botschafter in Bukarest ein, wie sein Ministerium mitteilte. BUKAREST (dpa-AFX)- Nach Israel, den USA und Großbritannien macht auch Rumänien den Iran für einen Drohnenangriff auf den Öltanker "Mercer Street" im Indischen Ozean verantwortlich. (Wirtschaft, 02.08.2021 - 12:19) weiterlesen...

Delta-Variante in Thailand: Strikter Lockdown in Bangkok verlängert. BANGKOK - Die Behörden in Bangkok bekommen die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus trotz strikter Maßnahmen weiter nicht in den Griff. Der Lockdown in Thailands Hauptstadt und mehreren Dutzend Provinzen wird deshalb um zunächst zwei Wochen verlängert, wie die Regierung am Montag mitteilte. Mitte August werde neu bewertet, ob die Einschränkungen gelockert oder noch einmal bis zum 31. August ausgedehnt würden, sagte Apisamai Srirangson, eine Sprecherin des staatlichen Centre for Covid-19 Situation Administration (CCSA). Delta-Variante in Thailand: Strikter Lockdown in Bangkok verlängert (Wirtschaft, 02.08.2021 - 12:16) weiterlesen...

Altmaier bekräftigt: Für Verlängerung von Corona-Hilfen. Eine Sprecherin sagte am Montag: "Minister Altmaier setzt sich seit langem dafür ein, die Überbrückungshilfen über den September hinaus zu verlängern, um betroffene Betriebe und ihre Beschäftigten zu unterstützen, die vielfach noch länger mit den Corona-Folgen zu kämpfen haben. Er hat sich dazu auch mehrfach öffentlich geäußert und sehr deutlich gemacht, dass die Bundesregierung auch in Zukunft fest an der Seite der Unternehmen stehen wird. BERLIN - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat bekräftigt, die Corona-Hilfen für Firmen über den September hinaus verlängern zu wollen. (Wirtschaft, 02.08.2021 - 12:16) weiterlesen...

Polizeigewerkschaft: Stichproben-Checks nicht voll zufriedenstellend. Eine flächendeckende Überprüfung sei allerdings nicht zu schaffen, sagte der bayerische Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Peter Pytlik am Montag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, "radioWelt"). MÜNCHEN - Die Gewerkschaft der Polizei in Bayern hält die Stichproben-Kontrollen von Urlaubsrückkehrern für unzureichend. (Wirtschaft, 02.08.2021 - 11:39) weiterlesen...