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Deutsche Umwelthilfe e.V.

Gutachten im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Verheizung von namibischem Buschholz in Hamburger Kohlekraftwerk ist nicht nachhaltig

30.04.2021 - 11:32:45

Gutachten im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Verheizung von namibischem Buschholz in Hamburger Kohlekraftwerk ist nicht nachhaltig. Berlin - - Umr?stung von Gro?kraftwerken von Kohle auf Biomasse versch?rft weltweite Klima- und Biodiversit?tskrise - Import von namibischem Buschholz f?r das Heizkraftwerk Tiefstack wird von der Hamburger Umweltbeh?rde mit fragw?rdigen Quellen begr?ndet - F?r eine nachhaltige W?rmewende m?ssen zuerst heimische Potenziale ...

Berlin -

- Umr?stung von Gro?kraftwerken von Kohle auf Biomasse versch?rft weltweite Klima- und Biodiversit?tskrise - Import von namibischem Buschholz f?r das Heizkraftwerk Tiefstack wird von der Hamburger Umweltbeh?rde mit fragw?rdigen Quellen begr?ndet - F?r eine nachhaltige W?rmewende m?ssen zuerst heimische Potenziale an erneuerbaren Energien genutzt werden - DUH startet Petition gegen Holzverbrennung im Gro?kraftwerken

Buschholz aus Namibia ist keine umwelt- und klimafreundlichere Alternative zu Kohle f?r die Verbrennung im Hamburger Heizkraftwerk Tiefstack. Dies geht aus einem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Auftrag gegebenen Gutachten hervor. Darin werden die ?kologischen Auswirkungen von "Verbuschung" in Namibia sowie die Folgen einer industriellen Abholzung und eines Imports nach Hamburg untersucht. Das Gutachten stellt fest, dass die Hamburger Beh?rde f?r Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) die Nutzung von namibischer Biomasse im Kohlekraftwerk Tiefstack mit falschen Annahmen begr?ndet, die die Nachhaltigkeit und Klimabilanz des Vorhabens besch?nigen. Vor diesem Hintergrund fordert die DUH die Hamburger Umweltbeh?rde auf, die Pl?ne f?r einen Import von Buschholz aus Namibia zu stoppen und stattdessen auf heimische Alternativen bei erneuerbarer Fernw?rme zu setzen.

Sascha M?ller-Kraenner, DUH-Bundesgesch?ftsf?hrer: " Das Gutachten zeigt, dass Biomasse kein umweltfreundlicher Ersatz f?r Kohle ist. Wenn wir anstatt Kohle tonnenweise Holzpellets in Heizkraftwerke kippen, ?bt das einen gigantischen Druck auf die globalen ?kosysteme aus und versch?rft somit die Klima- und Biodiversit?tskrise. Umr?stungsvorhaben wie in Hamburg sind grunds?tzlich der falsche Ansatz, um die Energiewende voranzubringen - sie ersetzen lediglich ein ?bel durch ein anderes. Wir fordern die Hamburger Umweltbeh?rde auf, das Vorhaben zu stoppen und nicht auf Buschholz aus Namibia zu setzen ."

Hintergrund f?r die Umstellung des Kohlekraftwerks Tiefstack auf namibische Holzbiomasse ist die Biomasse-Partnerschaft Hamburg-Namibia der Hamburger Umweltbeh?rde. Das Projekt pr?ft den Import von Buschholz, um das ?kologische Problem der 'Verbuschung' in Namibia zu mindern und den Hamburger Kohleausstieg zu beschleunigen. Die Idee dazu entstand im Rahmen eines Projektes der Gesellschaft f?r Internationale Zusammenarbeit (GIZ), das die Buschzunahme in Namibia eind?mmen m?chte und Studien zur 'Verbuschung' in Auftrag gab.

In ihrem Gutachten kritisieren die Klima- und ?kosystemexperten Prof. Dr. Pierre Ibisch und Dr. Axel Schick von der Hochschule f?r nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) die industrielle Nutzung von Buschholz aus Namibia. Demnach decken sich weder die von der Hamburger Umweltbeh?rde genannten Zuwachsraten noch die angegebenen Fl?chen von namibischen Geh?lzen mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Da das Vorhaben somit auf falschen Annahmen beruhe, raten die Autoren mit Nachdruck von einem Buschholzimport aus Namibia ab.

Dazu Prof. Dr. Pierre Ibisch, Co-Autor des von der DUH in Auftrag gegebenen Gutachtens: " Unsere Auswertung legt nahe, dass sowohl das Problem der 'Verbuschung' als auch das entsprechende Potenzial an erntef?higer Buschbiomasse ?berbewertet werden. Folgerichtig stellt unser Gutachten die Kohlenstoffbilanzen und die Nachhaltigkeitsbewertungen einer Buschholzernte ernsthaft in Frage. Alles in allem st?tzt der derzeitige Wissensstand in keiner Weise die Annahme, dass ein nachhaltiger Export von Buschbiomasse aus Namibia m?glich und sinnvoll ist - schon gar nicht, wenn das Ziel ein Beitrag zum Klimaschutz ist ."

Eine Entscheidung zur Umr?stung des Kohlekraftwerks Tiefstack m?chte die Hamburger Umweltbeh?rde in diesem Jahr treffen. Nach Ansicht der DUH muss sie der Idee eine Absage erteilen. Die Verbrennung von Buschholz aus Namibia ist aus klima- und umweltpolitischer Sicht keine nachhaltige L?sung f?r gr?ne Fernw?rme im Raum Hamburg.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH, erkl?rt dazu: " Statt einem Kohlekraftwerk mit Holzbiomasse neues Leben einzuhauchen, muss die Hamburger Umweltbeh?rde auf erneuerbare Alternativen setzen. Gro?w?rmepumpen, die Nutzung heimischer biogener Reststoffe und auch Solarthermie sind die Antwort auf die Klimakrise. Daf?r muss aber auch die Bundespolitik mitspielen: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bremst bereits seit Monaten ein F?rderprogramm f?r erneuerbare Fernw?rme aus. Das 'Bundesprogramm effiziente W?rmenetze' muss nun so schnell wie m?glich ver?ffentlicht und gestartet werden. Im Gegenzug muss die F?rderung von fossiler Kraft-W?rme-Kopplung eingestellt werden. Nur so k?nnen die erneuerbaren Alternativen f?r Fernw?rme wettbewerbsf?hig werden. "

Um ihrem Protest gegen die Umr?stung des Kohlekraftwerks Tiefstack auf Biomasse Nachdruck zu verleihen, hat die DUH gemeinsam mit der Natur- und Umweltschutzorganisation Robin Wood eine Petition gestartet. Unterst?tzt wird die Petition durch F?rster und Autor Peter Wohlleben. Sie richtet sich an die zust?ndigen Umweltbeh?rden und Kraftwerksbetreibenden und fordert, weder Steuergelder in Milliardenh?he noch tonnenweise Holz f?r klimasch?dliche Scheinl?sungen zu verbrennen.

Links:

Zur Studie der Deutschen Umwelthilfe zu Buschholz aus Namibia und zum DUH-Positionspapier zu gr?ner Fernw?rme: http://l.duh.de/p210430

Zur Petition gegen die Holzverbrennung in umger?steten Kohlekraftwerken: https://www.change.org/kein-Holz-f?r-deutsche-Gro?kraftwerke (https://www.change.org/kein-Holz-f%C3%BCr-deutsche-Gro%C3%9Fkraftwerke)

Pressekontakt:

Sascha M?ller-Kraenner, Bundesgesch?ftsf?hrer 0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Prof. Dr. Pierre Ibisch, Hochschule f?r nachhaltige Entwicklung Eberswalde 03334-657 178, pibisch@hnee.de

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz 0160 4334014, zerger@duh.de

DUH-Pressestelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe 030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/4903220 Deutsche Umwelthilfe e.V.

@ presseportal.de