Vermischtes, Bundesverband Presse-Grosso e.V.

Grosso-Jahrestagung in Baden-Baden: Printjournalismus durch Zusammenarbeit stärken

12.09.2018 - 15:16:37

Grosso-Jahrestagung in Baden-Baden: Printjournalismus durch Zusammenarbeit stärken. Baden-Baden/Köln - Die Umwälzungen in Gesellschaft und Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Printmedien prägten den Auftakt des diesjährigen Jahreskongresses des Bundesverbands Presse-Grosso e.V. (BVPG) am 11./12. September in Baden-Baden. Dass sich der Pressegroßhandel im ...

Baden-Baden/Köln - Die Umwälzungen in Gesellschaft und Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Printmedien prägten den Auftakt des diesjährigen Jahreskongresses des Bundesverbands Presse-Grosso e.V. (BVPG) am 11./12. September in Baden-Baden.

Dass sich der Pressegroßhandel im Medienwandel neu ausrichtet, machte Frank Nolte, Erster Vorsitzender des BVPG, in seinem einleitenden Vortrag deutlich. "Demographischer und sozialer Wandel sowie fortschreitende Digitalisierung verändern die Art, wie wir leben, arbeiten, konsumieren und uns informieren. Dieser Wandel vollzieht sich sehr schnell und immer rasanter. Darin liegen für unsere Branche Herausforderungen und Chancen." Das Presse-Grosso habe den "größten Umbau in der Geschichte des Pressevertriebs der Nachkriegszeit" eingeleitet, wie Nolte betonte. "Im Zentrum unserer Agenda steht ein Dreiklang aus Konsolidierung im Kerngeschäft, Ausbau der Zusammenarbeit mit unseren Top-Kunden sowie Wachstum in neuen Geschäftsfeldern." Durch die erhöhte Schlagkraft, schlankere Strukturen und neue Standards böten sich den Presse-Grossisten gute Chancen, sich in Wachstumsmärkten zu etablieren, so Nolte.

Die seit Anfang März geltende neue Konditionenvereinbarung bringe für alle Beteiligten Planungssicherheit aber auch harte Einschnitte für den Pressegroßhandel. Die neue Regelung sei jedoch im Markt weithin akzeptiert. "Für die Aufregung einiger weniger Verlage um die Mindestumsatzregelung habe ich kein Verständnis", sagte Nolte mit Blick auf eine entsprechende Anfrage des Arbeitskreises Mittelständischer Verlage beim Bundeskartellamt. "Wir halten die Regelung für sachgerecht und diskriminierungsfrei."

Der Grosso-Vorsitzende betonte die Notwendigkeit, Presse im Handel in Szene und aktiv zu vermarkten. Der Pressegroßhandel zeige mit seiner Großkundenbetreuung und den vielfältigen Verkaufsförderungsaktivitäten großartigen Einsatz und hohe Kompetenz. Von der Politik wünschte sich Nolte "faire Rahmenbedingungen." Eine Reduzierung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes wäre "ein wichtiger Schritt". Er lud die Verlegerverbände ein, gemeinsam mit dem Presse-Grosso für eine Förderung der Printmedien zu werben, denn, so Nolte: "Unsere Branche ist systemrelevant für die geistige Grundversorgung."

Philipp Welte, VDZ-Vizepräsident und -Vorstand Die Publikumszeitschriften lobte den Veränderungsprozess des Presse-Grosso. Dass dieser seine Kräfte bündele, um Investitionen in Technologie und Innovationen zu ermöglichen und schlagkräftige Einheiten zu bilden, sei wichtig. "Hut ab vor dem Mut der Grossisten!", rief Welte aus. "Sie sind auf dem Weg in die Zukunft." Um das Pressevertriebssystem in eine erfolgreiche und stabile Zukunft zu führen, müssten die Verlage den Weg genauso gehen wie die Grossisten." Welte beschwor die Partnerschaft mit dem Grosso, um das Fundament des gesellschaftlichen Pluralismus zu erhalten. Eben dieses sei bedroht, weil die tradierte Werteordnung des Westens zerfalle und die Pressefreiheit durch Demokratiegegner unter Druck gerate.

Moritz Freiherr Knigge verdeutlichte in seinem Vortrag die Vorzüge wertschätzender Kommunikation für Unternehmen. Der Nachfahre des berühmten Adolph Freiherr Knigge zitierte Untersuchungen, wonach die deutsche Wirtschaft pro Jahr 105 Mrd. Euro verliert, weil Menschen schlecht miteinander umgehen. Gleichzeitig wünschten sich neun von zehn Deutschen mehr Höflichkeit im Alltag. Damit sich daran etwas ändert, sollten die Menschen aufhören, mit dem Finger auf das Fehlverhalten anderer zu zeigen und sich selbst einen Heiligenschein aufzusetzen. Stattdessen riet Knigge jedem, sich an die eigene Nase zu fassen.

Dass Deutschland dringend mehr Leseförderung braucht, wurde im Vortrag von Dr. Jörg F. Maas deutlich. Wie der Geschäftsführer der Stiftung Lesen ausführte, gibt es hierzulande rund 7,5 Millionen funktionelle Analphabeten und rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche können nicht richtig lesen und schreiben, was sich negativ auf ihre spätere berufliche Laufbahn und gesellschaftliche Teilhabe auswirkt. Maas stellte einige der zahlreichen Aktivitäten der Stiftung Lesen für Lesekompetenz vor. Er würdigte das gemeinsame Engagement des Presse-Grosso und des VDZ für die Leseförderung. Die Initiative "Zeitschriften in die Schulen" sei ein Klassiker.

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