Regierungen, Ukraine

GENF - Mehr als 6,5 Millionen Menschen sind bereits vor dem Krieg in der Ukraine ins Ausland geflüchtet.

23.05.2022 - 16:12:01

UNHCR: Mehr als 6,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Das geht aus den jüngsten Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor, die am Montag in Genf veröffentlicht wurden. Unter den Nachbarländern hat Polen mit 3,5 Millionen weitaus die meisten der ukrainischen Geflüchteten aufgenommen.

Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mitteilte, sind seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar bis zum vergangenen Samstag 779 975 Menschen neu im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst worden. Davon sind den Angaben zufolge mehr als 98 Prozent ukrainische Staatsangehörige. "Hiervon kann eine erhebliche Zahl bereits in andere EU-Staaten weitergereist und auch in die Ukraine zurückgekehrt sein", gab die Sprecherin zu bedenken.

Seit Beginn der russischen Invasion sind insgesamt fast zwei Millionen Menschen wieder in die Ukraine eingereist. Wie viele davon dauerhaft in ihre Heimat zurückgekehrt sind, und wie viele ein- und auspendeln, ist laut UNHCR noch unklar. Das Land hatte vor dem Krieg etwa 44 Millionen Einwohner.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM), die Daten zu Binnenvertriebenen erhebt, sind weitere 8 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Der Krieg in dem Land habe die weltweite Zahl der Vertriebenen erstmals auf mehr als 100 Millionen ansteigen lassen, berichtete UNHCR weiter.

Der Anstieg der Zahlen stehe für unermessliches Leid, teilte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) mit. "Wir brauchen eine starke zivile Antwort auf diesen Krieg - wie auch auf andere Konflikte weltweit", sagte sie. Gerade jetzt sei Entwicklungszusammenarbeit so wichtig wie nie. "Wir müssen vor allem die Ursachen von Gewalt, Hunger und Armut angehen, um künftige Krisen und Kriege zu verhindern", so Schulze. Dabei sei auch jede Investition in Ernährungssicherung und Klimaschutz ein Beitrag zu Frieden und Stabilität.

@ dpa.de

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