Regierungen, USA

GENF / FRANKFURT - Die vor allem von den USA angefachten internationalen Handelskonflikte hinterlassen nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) erste Bremsspuren auf den Weltmärkten.

12.04.2018 - 18:25:25

GESAMT-ROUNDUP/WTO: Welthandel könnte stark wachsen - Sorge wegen Zöllen. "Es scheint, dass schon die Drohung mit einer weiteren Eskalation einen Einfluss hat", warnte WTO-Direktor Roberto Azevêdo bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation am Donnerstag in Genf. Auch die Europäische Zentralbank und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zeigten sich besorgt.

Ein wichtiges Stimmungsbarometer für globale Export-Bestellungen sei im März deutlich gefallen, hieß es bei der WTO. Die jüngste Abschwächung könne der wachsenden Anti-Handels-Rhetorik zugeschrieben werden, hieß es. Indes spreche noch vieles für ein deutliches Wachstum beim Welthandel. Die WTO rechnet 2018 mit einem Plus der Weltwirtschaft von 4,4 Prozent, etwas weniger als im besonders starken Vorjahr. 2019 werde der Welthandel voraussichtlich um vier Prozent zulegen.

Jedoch hänge die Zunahme davon ab, dass die Regierungen einen angemessenen Kurs in ihrer Geld,- Finanz- und Handelspolitik verfolgten, schränkte die Organisation ein: "Eine weitere Eskalation von Handelsbeschränkungen könnte zu signifikant niedrigeren Zahlen führen." Jede falsche politische Entscheidung könne das Vertrauen untergraben.

Die USA und China haben gegenseitig hohe Strafzölle auf viele Güter angekündigt. Der Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften war Anfang April wegen US-Klagen über Urheberrechtsverletzungen und erzwungenen Technologietransfer offen ausgebrochen, hatte sich zuletzt jedoch etwas beruhigt. Auch Produkte aus Europa sind im Visier von US-Präsident Donald Trump, die EU bleibt aber bis Anfang Mai vorerst von Zöllen verschont. Die WTO warb für Durchbrechen der Eskalationsspirale und sieht sich in einer Vermittlerrolle.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) zeigte sich beunruhigt. Im geldpolitischen Rat herrsche eine weitgehende Besorgnis wegen des erhöhten Risikos von Handelskonflikten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll zur EZB-Zinssitzung von Anfang März. Ähnliche Bedenken finden sich auch in dem am Vorabend veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Fed.

Die konkreten Auswirkungen von Handelskonflikten hängen nach Einschätzung der EZB vor allem von der Höhe der erhobenen Importzölle und den Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder ab. Weitere Folgen könnten sinkendes Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen sein.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte vor einer Eskalation der Konflikte. Die Zugehörigkeit zum weltweit größten Binnenmarkt biete zwar in handelspolitisch raueren Zeiten einen gewissen Schutz, sagte Weidmann laut Redetext in Berlin mit Blick auf die Europäische Union. "Gleichwohl ist die Möglichkeit eines Handelskrieges zwischen den großen Wirtschaftsräumen ein überaus Besorgnis erregendes Szenario und ein Risiko für den Aufschwung der Weltwirtschaft....".

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Foodwatch: Kaum Zuckerreduzierung bei Erfrischungsgetränken. Von 600 bewerteten Getränken enthielten 58 Prozent mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter, wie Foodwatch am Freitag mitteilte. Bei einer Auswertung von 463 Produkten 2016 war dies bei 59 Prozent der Fall. Für eine gesündere Ernährung müsse daher eine "Limo-Steuer" nach Vorbild Großbritanniens kommen, fordert Foodwatch. Dort wird ab der Marke von fünf Gramm Zucker seit April eine Sonderabgabe fällig. Hersteller in Deutschland hätten dagegen bisher kaum Anreize, den Zuckergehalt zu senken. BERLIN - Cola, Brause und viele andere Erfrischungsgetränke aus Supermärkten haben laut einer Untersuchung der Verbraucherorganisation Foodwatch immer noch einen erhöhten Zuckergehalt. (Boerse, 21.09.2018 - 10:34) weiterlesen...

G20-Forum: Reduzierung von Stahl-Kapazitäten notwendig. Dazu bekannten sich Vertreter der G20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie weitere Staaten aus der Industrieländer-Organisation OECD bei einem Treffen in Paris. Sie hätten die "Notwendigkeit" anerkannt, "Schritte zu ergreifen, die zu einer weiteren Reduzierung von Kapazitäten führen", hieß es in der Nacht zum Freitag in einer Mitteilung. PARIS - Angesichts der Stahl-Krise mit weltweiten Überkapazitäten wollen führende Wirtschaftsmächte weiter an gemeinsamen Lösungen arbeiten. (Boerse, 21.09.2018 - 10:28) weiterlesen...

USA verhängt Sanktionen gegen China wegen Kaufs russischer Waffen. Das teilte das US-Außenministerium am Donnerstag (Ortszeit) in Washington mit. Demnach werden der Abteilung für Geräteentwicklung (EDD) und ihrem Direktor Li Shangfu Transaktionen in großem Umfang vorgeworfen. WASHINGTON - Die USA haben Sanktionen gegen eine chinesische Militärbehörde wegen des Kaufs russischer Kampfjets und Raketen verhängt. (Wirtschaft, 21.09.2018 - 09:39) weiterlesen...

Nach tödlichem Sturz - Räumung im Hambacher Forst weiter unterbrochen. Nach einer Nacht ohne Zwischenfälle blieben die Räumarbeiten am Freitag nach Anweisung der Landesregierung noch bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Eine Demonstration in Aachen gegen die Rodung des Hambacher Forstes mit über 1000 Teilnehmern war am Donnerstagabend friedlich verlaufen. Zuvor hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) an die Waldbesetzer appelliert, die Baumhäuser freiwillig zu räumen, weil sie gefährlich seien. Am Mittwoch war ein Journalist durch die Bretter einer Hängebrücke gebrochen und 15 Meter in die Tiefe gefallen. KERPEN - Nach dem tödlichen Sturz eines Journalisten von einer Hängebrücke im Hambacher Forst ist die Räumung der Baumhäuser weiterhin unterbrochen. (Boerse, 21.09.2018 - 07:41) weiterlesen...

Bundesregierung: Zahl der Krankschreibungen hat deutlich zugenommen. In den neun Jahren zwischen 2008 und 2016 betrage die Zunahme mehr als 60 Prozent auf fast 560 Millionen, wie aus einer Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die der "Rheinischen Post" (Freitag) vorliegt. BERLIN - Die Zahl der Tage mit Arbeitsunfähigkeit nach Krankschreibungen in deutschen Unternehmen und Behörden ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. (Wirtschaft, 21.09.2018 - 07:21) weiterlesen...

Wohngipfel soll mehr Geld für Geringverdiener bringen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland ("RND") unter Berufung auf die Beschlussvorlage für den Wohngipfel am Freitag im Berliner Kanzleramt. Darin heiße es, dass mit einer Wohngeldreform das Leistungsniveau und die Reichweite des Wohngeldes gestärkt werden sollten. BERLIN - Geringverdiener sollen ab 2020 mehr Wohngeld bekommen. (Boerse, 21.09.2018 - 06:32) weiterlesen...