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GENF - Die Weltgesundheitsorganisation WHO kritisiert Corona-Auffrischungsangebote für alle in reichen Ländern, während Millionen Menschen weltweit noch auf ihre erste Impfdosis warten.

14.12.2021 - 18:15:29

WHO kritisiert Auffrischungsimpfungen wegen Engpässen anderswo. Es gebe keine Nachweise, dass dies gegen die Omikron-Variante helfe, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf.

"Die WHO ist besorgt, dass solche (Auffrischungs)programme wieder für ein Horten von Corona-Impfstoffen sorgen, wie wir es in diesem Jahr gesehen haben, und damit die Ungleichheit verstärken", sagte Tedros. Die WHO kritisiert es seit Monaten, dass reiche Länder Millionen Impfdosen auf Lager halten, während andere Länder noch auf erste Impfdosen warten.

Die WHO sei nicht grundsätzlich gegen Auffrischungen, sagte Tedors. Es gehe aber um Prioritäten. "Wenn Gruppen mit einem geringem Risiko für eine schwere Erkrankung oder den Tod Auffrischungsimpfungen verabreicht bekommen, gefährdet das einfach das Leben von Menschen mit hohem Risiko, die wegen Versorgungsengpässen noch auf ihre ersten Impfdosen warten", sagte Tedros.

Nach seinen Angaben sind in 41 Ländern noch nicht einmal 10 Prozent der Bevölkerung geimpft. Insgesamt 98 Länder hätten noch nicht die Marke von 40 Prozent erreicht, die die WHO als Ziel bis Ende dieses Jahres ausgegeben hat.

Die Ungleichheit in der Impfstoffversorgung verlängere die Pandemie, warnte Tedros. "Wenn wir die Ungleichheit beenden, beenden wir die Pandemie. Wenn wir es zulassen, dass die Ungleichheit weitergeht, wird die Pandemie weitergehen", sagte er.

@ dpa.de

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