USA, Deutschland

GENF - Der internationale Handelsstreit hinterlässt nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) erste Bremsspuren auf den Weltmärkten.

12.04.2018 - 14:57:25

Welthandel könnte stark wachsen - Sorge wegen Restriktionen. "Es scheint, dass schon die Drohung mit einer weiteren Eskalation einen Einfluss hat", warnte WTO-Direktor Roberto Azevêdo bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation am Donnerstag in Genf.

Ein wichtiges Stimmungsbarometer für globale Export-Bestellungen, die auf Umfragen unter Einkaufsmanagern beruhen, sei im März deutlich gefallen. Die jüngste Abschwächung könne der wachsenden Anti-Handels-Rhetorik zugeschrieben werden, hieß es. Indes spreche noch vieles für ein deutliches Wachstum beim Welthandel. Die WTO rechnet 2018 mit einem Plus der Weltwirtschaft von 4,4 Prozent, etwas weniger als im besonders starken Vorjahr. 2019 werde der Welthandel voraussichtlich um vier Prozent zulegen.

Jedoch hänge die Zunahme davon ab, dass die Regierungen einen angemessenen Kurs in ihrer Geld,- Finanz- und Handelspolitik verfolgten, schränkte die Organisation ein: "Eine weitere Eskalation von Handelsbeschränkungen könnte zu signifikant niedrigeren Zahlen führen." Jede falsche politische Entscheidung könne das Vertrauen untergraben.

Die USA und China haben gegenseitig hohe Strafzölle auf zahlreiche Güter angekündigt. Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt war Anfang April wegen US-Klagen über Urheberrechtsverletzungen und erzwungenen Technologietransfer offen ausgebrochen, hatte sich zuletzt jedoch etwas beruhigt. Auch Produkte aus Europa sind im Visier von US-Präsident Donald Trump, die EU bleibt aber bis Anfang Mai vorerst von Zöllen verschont. Die WTO warb für Durchbrechen der Eskalationsspirale und sieht sich in einer Vermittlerrolle.

Vor allem die Entwicklungsländer werden laut WTO beim Handelsvolumen in diesem und im nächsten Jahr zulegen. Die Exporte dieser Staaten dürften 2018 um 5,4 Prozent steigen, die Importe um 4,8 Prozent. Die Industrienationen können mit einem Plus vom 3,8 Prozent bei den Ausfuhren und mit 4,1 Prozent bei den Einfuhren von Gütern rechnen. Die WTO hat 164 Mitgliedsländer und regelt weltweit die Handelsbeziehungen.

@ dpa.de

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