Arbeit, Recht

Geht es nach den «Ampel»-Parteien, soll eine generelle 3G-Pflicht im Job gelten.

11.11.2021 - 05:31:30

Europa - Corona-Schutz am Arbeitsplatz in unterschiedlichen Ländern. Es gibt aber rechtliche Hürden. In Europa setzen bisher nur einige Staaten auf strenge 2G- oder 3G-Vorgaben.

hat eine der höchsten Impfquoten und derzeit mit die niedrigesten Corona-Zahlen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei leicht steigender Tendenz bei gut 30, knapp 79 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Fast alle Corona-Beschränkungen wurden daher aufgehoben. Eine Impf- oder Testpflicht am Arbeitsplatz besteht nicht. In den meisten Gemeinschaften, die Bundesländern hierzulande in etwa entsprechen, gelten eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz und das Gebot, einen Abstand von eineinhalb Metern einzuhalten. Aber die konservative Regierungschefin der Region Madrid, Isabel Ayuso, hat auch diese Auflage aufgehoben. Bei Verstößen am Arbeitsplatz gegen die Maskenpflicht, das Abstandsgebot oder die Pflicht zu Trennwänden drohen hohe Bußgelder. Diese werden aber nur selten verhängt.

Portugal

Auch gehört zu den Ländern, wo sich besonders viele Menschen impfen ließen. Hier sind mehr als 86 Prozent der Menschen vollständig geimpft, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 76. Eine Impf- oder Testpflicht am Arbeitsplatz besteht nicht. Ob eine Maske getragen werden muss, liegt im Ermessen des Arbeitgebers. Bußgelder für den Verstoß gegen noch bestehende Corona-Auflagen sind relativ niedrig.

Großbritannien

In gibt es Regeln je nach Landesteil. Für England gilt bereits eine Impfpflicht für Mitarbeiter in Pflegeheimen. Von April an soll dies auch für Personal mit Patientenkontakt des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS gelten. Bis 1. April haben NHS-Mitarbeiter also Zeit, um vollständig geimpft zu sein. Für Schottland, Wales und Nordirland gibt es bisher keine entsprechenden Vorschriften.

Griechenland

In müssen alle ungeimpften Berufstätigen seit Montag jede Woche zweimal einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen, wenn sie zur Arbeit gehen. Ein Schnelltest kostet 10 Euro, für ungeimpfte Beschäftigte also 80 Euro im Monat. Wer keine Schnelltests macht, muss pro Woche mit einem Bußgeld von 600 Euro rechnen; bei Teilzeit sind es 300 Euro. Impfungen und Tests werden elektronisch erfasst und können auf diesem Wege kontrolliert werden. Außerdem drohen auch Arbeitgebern Strafen: Bei Zuwiderhandlung können sie mit 2000 Euro Bußgeld je ungetestetem und ungeimpften Beschäftigten belegt werden.

Polen und Tschechien

In und in gibt es am Arbeitsplatz keine generelle 2G- oder 3G-Regeln. In beiden EU-Staaten gilt eine Maskenpflicht im Büro, wenn man nicht allein im Raum ist. In Tschechien müssen sich vom 15. November an alle ungeimpften Mitarbeiter in Krankenhäusern und Altersheimen einmal wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen. Unternehmen in Tschechien können eine Testpflicht für Arbeitnehmer anordnen, müssen aber die Kosten übernehmen. In Polen können Unternehmen ihren Mitarbeitern nur freiwillige Corona-Tests anbieten.

Lettland

In wurde eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen festgelegt: Beschäftigte von medizinischen, sozialen und pädagogischen Einrichtungen müssen vom 15. Dezember an ein Impfzertifikat vorweisen. Gleiches gilt für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und diejenigen, die in direktem Kontakt mit Kunden oder größeren Personengruppen stehen. Mitarbeiter, die der Impfpflicht nicht nachkommen, können von Unternehmen entlassen werden. Dazu wurde vom Parlament eine Gesetzesänderung beschlossen.

@ dpa.de