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Vermischtes, Wildtierschutz Deutschland e.V.

Gau-Algesheim - Nach vorl?ufigen Zahlen sollen im Jagdjahr von April 2019 bis M?rz 2020 etwa 856.000 Wildschweine zur Strecke gebracht worden sein - mehr als doppelt so viele wie noch vor 20 Jahren.

08.10.2020 - 12:37:19

Arme Sau - Kein Tierschutz bei der Wildschweinjagd

Gau-Algesheim - Nach vorl?ufigen Zahlen sollen im Jagdjahr von April 2019 bis M?rz 2020 etwa 856.000 Wildschweine zur Strecke gebracht worden sein - mehr als doppelt so viele wie noch vor 20 Jahren. Anfang der 2000er Jahre wurden in Deutschland im Zeitraum der jeweils vergangenen zehn Jahre etwa drei Millionen Wildschweine im Rahmen der Jagd get?tet, heute sind es ?ber sechs Millionen.

"Die Wildschweinbest?nde erholen sich schnell von diesen Verlusten, in wenigen Jahren werden wir Jahresstrecken mit einer Million und mehr Wildschweinen haben." Davon ist Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland, ?berzeugt: " Die Jagd ist v?llig kontraproduktiv , auch weil dadurch mit einer intakten Sozialstruktur der letzte limitierende Faktor der Zahl der Wildschweingeburten zerschossen wird. Dar?ber hinaus tr?gt die F?tterung zu Jagdzwecken, die sogenannte Kirrung dazu bei, dass auch junge Tiere so kr?ftig werden, dass sie bereits vor Vollendung des ersten Lebensjahres Nachwuchs bekommen."

Schon vor vielen Jahren haben wir darauf hingewiesen, dass der Jagdbetrieb hinsichtlich der Reduzierung der Zahl der Wildschweine nicht zielf?hrend ist. Weil J?ger, Beh?rden und Politik schon lange mit ihrem Latein am Ende sind, erm?glichen oder tolerieren sie immer neue Jagdpraktiken, die zwar nicht zur nachhaltigen Reduzierung der Wildschweinbest?nde f?hren, aber erhebliches Tierleid provozieren.

Bei der Jagd auf Wildschweine gibt es schon seit langem keine Tabus mehr: Die Tiere werden ganzj?hrig ohne Schonzeiten bejagt, es werden Jungtiere, Alttiere, Leitbachen get?tet. Nachts werden sie mit Scheinwerfern gejagt, in vielen Bundesl?ndern bereits mit Nachtzieltechnik. Den Wildschweinen wird mit Fallen nachgestellt, sogenannten Sauf?ngen, in welchen ganze Rotten unter gr??ten Qualen geradezu niedergemetzelt werden. Hundertschaften von J?gern und Treibern beunruhigen im Rahmen von Dr?ckjagden teilweise bis in den M?rz die sich in der Winterruhe befindlichen Wildtiere. Mitgef?hrte Hundemeuten richten - wie der Verband der Berufsj?ger in NRW k?rzlich berichtete - dabei nicht selten Massaker unter den Frischlingen an.

Als sei das nicht schon genug, gibt es auch noch zahlreiche J?ger, die einfach nicht treffsicher sind. Die Tier?rztliche Vereinigung f?r Tierschutz weist darauf hin, dass Studien zufolge bei Gesellschaftsjagden einem nicht unbetr?chtlichen Teil der Tiere in den Bauch oder in die Beine geschossen wird. Manch ein Schwarzkittel verhungert im Dickicht, weil ein Jagdaus?bungsberechtigter ihm den Unterkiefer weggeschossen hat und vielleicht auch die Nachsuche - wenn sie dann stattgefunden hat - ergebnislos war.

Dazu Lovis Kauertz: "Die Rahmenbedingungen daf?r l?sst sich die Politik von Jagd- und Bauernlobbyisten diktieren. Ich habe den Eindruck, dass unsere Spitzenpolitiker, die nicht selten selbst einen Bezug zur Jagd oder zur Landwirtschaft haben, hier ausschlie?lich nach opportunistischen Prinzipen handeln. Tierschutz ist f?r Kl?ckner, Backhaus, Lies, Hauk & Co. doch eher ein Lippenbekenntnis . Es geht einerseits darum, den W?hlern, der ?ffentlichkeit und der Wirtschaft vorzugaukeln, man habe "das Problem Wildschwein" im Griff. Andererseits f?rchten Politiker aller Parteien die Macht und den Einfluss der Gr?nr?cke, der Bauern und der Waldbesitzer."

Weitere Informationen (https://www.wildtierschutz-deutschland.de/wildtierblog/ca tegories/wildtiere/wildschweine)

Pressekontakt:

Lovis Kauertz | Wildtierschutz Deutschland e.V. T. 0177 72 300 86 | mailto:lk@wildtierschutz-deutschland.de http://www.wildtierschutz-deutschland.de http://www.facebook.com/wildtierschutz Mitbegr?nder des http://www.aktionsbuendnis-fuchs.de Mitglied der Deutschen Juristischen Gesellschaft f?r Tierschutz (DJGT)

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/133267/4728303 Wildtierschutz Deutschland e.V.

@ presseportal.de