Energie, Gas

Gas kostet in Europa je Megawattstunde derzeit knapp 251 Euro.

19.08.2022 - 10:59:30

Energiekrise - Gaspreis im Höhenflug - Starke Auswirkungen auf Unternehmen. Das ist einer der höchsten Werte seit Kriegsbeginn. Als Folge steigen nun auch die deutschen Erzeugerpreise so stark wie nie.

Amsterdam/Frankfurt - Der Gaspreis in Europa hat wieder zu einem Höhenflug angesetzt. Nachdem sich der für den europäischen Gashandel richtungsweisende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in Amsterdam in den ersten beiden Augustwoche noch stabil an der Marke von 200 Euro je Megawattstunde gehalten hatte, stieg er im Wochenverlauf kräftig bis auf knapp 251 Euro.

Nur in der Zeit unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine war der Preis für das in Europa gehandelte Erdgas für kurze Zeit höher und hatte Anfang März einen Spitzenwert über der Marke von 300 Euro erreicht.

Reduzierte Lieferung als Preistreiber

Als Preistreiber gilt die Reduzierung der Liefermengen von russischem Erdgas nach Europa. So wurde die Kapazität der wichtigen Pipeline Nord Stream 1 auf 20 Prozent gesenkt. Viele europäische Abnehmer sind daher gezwungen, auf teure Alternativen auszuweichen.

Kurz vor dem Wochenende hielt sich der Gaspreis auf dem hohen Niveau und wurde am Freitagvormittag bei 237 Euro je Megawattstunden gehandelt. Zum Vergleich: Vor einem Jahr wurde Erdgas in Europa bei etwa 50 Euro gehandelt. Der Preissprung gilt auch als einer der wesentlichen Gründe für die hohe Inflation. Im Juli hatte der Preisanstieg in der Eurozone im Jahresvergleich das Rekordhoch von 8,9 Prozent erreicht.

Unternehmen weiter unter Druck

Der starke Anstieg des Gaspreises setzt Industrieunternehmen, die große Mengen an Erdgas benötigen, immer stärker unter Druck. So wird etwa mit der Budel-Hütte eine Zink-Hütte in den Niederlanden die Produktion ab September laut Unternehmensangaben vorläufig stoppen. Als Folge ist der Preis für Zink deutlich gestiegen.

Wie stark sich der hohe Gaspreis auf die Unternehmen auswirkt, zeigen Daten zur Entwicklung der deutschen Erzeugerpreise vom Freitag. Die Preise, die Unternehmen für ihre Waren verlangen, waren im Juli im Jahresvergleich um 37,2 gestiegen und damit so stark wie noch nie. Hauptverantwortlich für den Schub der gewerblichen Erzeugerpreise ist weiterhin Energie. Mit den stärksten Einfluss hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Preisentwicklung bei Erdgas mit einem Anstieg von fast 164 Prozent im Jahresvergleich.

@ dpa.de

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