Telekommunikation, Internet

Für die einen ein Wettbewerbsmotor, für die anderen eine Bedrohung für die TV-Vielfalt: Der Deal zwischen Vodafone und Liberty Global polarisiert weiter.

13.06.2018 - 16:38:25

Breitbandkongress - Prosieben.Sat1-Chef warnt vor Übermacht auf TV-Markt. Auf einer Podiumsdiskussion in Köln saßen sich am Mittwoch Entscheider beider Seiten gegenüber.

Köln - ProSiebenSat.1-Chef Conrad Albert hat angesichts der Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone Warnungen vor einer Machtkonzentration auf dem deutschen Fernsehmarkt erneuert.

«Ihr hättet natürlich die Möglichkeit, durch eure mächtigen Strukturen Exklusivitäten aufzuzwingen», sagte Albert auf dem Breitbandkongress Anga Com in Köln bei einer Podiumsdiskussion zu Vertretern von Vodafone und Unitymedia. «Ihr hättet die Möglichkeit, gerade kleine Anbieter mit Preisen zu belegen, die ihnen quasi die Existenz auf euren Plattformen unmöglich machen.»

Die Unternehmen müssten ihren Taten Worten folgen lassen und für den Zuschauer und für die Sender dafür sorgen, dass die Angebotsvielfalt nicht abnehme. «Dann kann es gut sein», sagte Albert. Vodafone-Werbemanager Manuel Cubero ging auf der Veranstaltung auf die Kritik ein: «Im TV-Markt stehen wir für Meinungs- und Inhalte-Vielfalt, für freien Content und offene Plattformen für alle. Das ist so und wird auch in Zukunft so bleiben.»

Für 18,4 Milliarden Euro will Vodafone den Kabelnetzbetreiber Liberty Global kaufen, der mit Unitymedia in Deutschland aktiv ist. Damit hätte Vodafone rund zwei Drittel des deutschen Kabelmarkts in der Hand. Kritiker fürchten, dass das vor allem für Mieter von Wohnungsgesellschaften langfristig zu weniger Auswahl und zu höheren Kosten führen könnte. Zudem könnte die Position der Sender bei den Einspeisekonditionen aufgrund mangelnder Alternativen geschwächt werden. Der Übernahme müssen noch die Kartellbehörden zustimmen.

Unitymedia-Chef Lutz Schüler betonte auf der Veranstaltung hingegen, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb auf dem Breitbandmarkt ankurbeln und Deutschland beim Gigabit-Ausbau voranbringen werde. Vodafone will mit der Übernahme bis 2022 rund 25 Millionen Haushalte mit Gigabit-Geschwindigkeiten versorgen. «Und deswegen muss die Politik in meinen Augen, um Deutschland nach vorne zu bringen, diesen Zusammenschluss zulassen», sagte Schüler.

Das Ziel der Bundesregierung sieht vor, bis 2025 eine flächendeckende Versorgung mit Gigabit-Geschwindigkeiten zu gewährleisten. Am Montag teilte Vodafone auf der Cebit mit, dass bereits für acht Millionen Haushalte in den kommenden Monaten eine entsprechende Versorgung möglich sein soll. Um bei den Geschwindigkeiten mitzuhalten, müsse die Deutsche Telekom in Glasfaser investieren, sagte Schüler.

Vodafone glaube, dass das die Konkurrenz in Deutschland stärken werde, sagte auch Cubero. «Wenn wir diesen Zusammenschluss machen dürfen, was werden die Konkurrenten machen? (...) Wir glauben, sie werden mehr investieren.»

Die Deutsche Telekom freue sich über Wettbewerb, entgegnete Deutschlandchef Dirk Wössner. Auf dem Breitbandmarkt sei die Übernahme kein Thema. Kern des Problems für die Telekom sei die Dominanz auf dem Kabel-TV-Markt, die durch den Zusammenschluss vergrößert werde.

An der Podiumsdiskussion auf dem Fachkongress nahm auch Sky-Chef Carsten Schmidt teil. Auf der Anga Com trifft sich die internationale Telekommunikations- und Medienindustrie. Drei Tage lang diskutieren auf der Veranstaltung in Köln mit über 500 Ausstellern rund 2700 Teilnehmer über aktuelle Fragen rund um Breitband, Fernsehen und Telekommunikation.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Einigung im Machtkampf um das UKW-Radio. In dem erbittert geführten Streit um Nutzungsgebühren für die UKW-Antennen von Hörfunksendern haben sich jetzt fünf Antenneneigentümer mit den Sendernetzbetreibern auf Eckpunkte für eine vertragliche Regelung geeinigt. Das teilte die Bundesnetzagentur am Dienstagabend mit. BONN - Das Schreckensszenario einer UKW-Abschaltung in Deutschland ist vom Tisch. (Boerse, 19.06.2018 - 20:47) weiterlesen...

Umfrage: Bevölkerung sieht EU-Datenschutzverordnung skeptisch. Die von Unternehmen, Behörden, Vereinen und Website-Betreibern veröffentlichten Erklärungen zum Umgang mit Daten empfinden demnach 65 Prozent der Befragten als zu umfangreich, kompliziert und unverständlich, teilte die European netID Foundation, Auftraggeberin der Studie, am Dienstag mit. MONTABAUR - Lediglich 17 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut einer Studie davon überzeugt, dass ihre Daten durch die neue europäische Datenschutzgrundverordnung besser geschützt sind. (Boerse, 19.06.2018 - 10:29) weiterlesen...

Kreise: Fortschritte im Konflikt um UKW-Antennen. Die Teilnehmer einer hochrangig besetzten Schlichtungsrunde wollten sich am Montag auf Nachfrage nicht zum Stand der Verhandlungen äußern. Branchenkreisen zufolge laufen die Gespräche aber konstruktiv, so dass eine Abschaltung der UKW-Antennen nicht mehr unmittelbar droht. BONN - Im erbittert geführten Streit um die Nutzungsgebühren für die Antennen von UKW-Hörfunksendern nähern sich die Konfliktparteien offenbar langsam einem Kompromiss. (Boerse, 18.06.2018 - 12:54) weiterlesen...

Kieler Weltwirtschaftlicher Preis verliehen. Mal seinen Weltwirtschaftlichen Preis verliehen. Geehrt wurden der Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, der Niederländer Bas van Abel, der das Unternehmen Fairphone gegründet hatte, sowie der US-Ökonom und Nobelpreisträger Robert J. Shiller. Alle drei hätten gezeigt, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Informationen und Wissen Lösungen für globale Probleme ermöglicht, sagte IfW-Präsident Dennis Snower. KIEL - Unter dem Eindruck von internationalen Konflikten und europäischer Krise hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Sonntag zum 14. (Boerse, 17.06.2018 - 14:32) weiterlesen...

Ein Jahr nach dem Roaming-Aus: Drei von vier Deutsche sehen Nutzen. 72 Prozent der befragten Bundesbürger gaben an, sie selbst, ein Angehöriger oder ein Freund hätten einen Nutzen davon, innerhalb der Europäischen Union ohne Zusatzkosten ihr Mobilgerät verwenden zu können. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der EU-Kommission in Brüssel hervor. BRÜSSEL - Drei von vier Deutschen haben nach einer Umfrage von der Abschaffung der Roaming-Gebühren in der EU vor einem Jahr profitiert. (Boerse, 15.06.2018 - 18:12) weiterlesen...

Hunderttausende Jobs in Europa - Apple hat 767 Zulieferer in Deutschland. Der iPhone-Konzern betont nun in aktuellen Zahlen seine Rolle im europäischen Arbeitsmarkt. US-Technologiekonzerne stehen in Europa oft am Pranger - und Apple geriet ins Visier der EU-Kommission, die eine Steuernachzahlung von 13 Milliarden Euro in Irland fordert. (Wissenschaft, 15.06.2018 - 13:40) weiterlesen...