Chemie, Deutschland

Für den Chemieriesen läuft es dank eines starken Geschäfts mit Chemikalien für viele Alltagsprodukte rund.

24.10.2017 - 09:45:25

Ausblick für 2017 bestätigt - BASF erzielt dank Basischemikalien erneut Gewinnsprung. In den anderen Sparten gibt es hingegen Rückschläge.

Ludwigshafen - Gute Geschäfte mit Basischemikalien haben dem Chemieriesen BASF den dritten Gewinnsprung in Folge eingebracht. «Die Nachfrage hat sich auch im dritten Quartal anhaltend positiv entwickelt», sagte Vorstandschef Kurt Bock.

Gemessen am «durchaus starken Vorjahresquartal» sei noch einmal ein solides Mengenwachstum erzielt worden. Auch höhere Preise halfen dem Konzern.

Bock bestätigte die erst im Juli angehobene Prognose für das Gesamtjahr. Für das zweite Halbjahr 2017 werde ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen «deutlich über dem Niveau des zweiten Halbjahres 2016» erwartet.

Von Juli bis September stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Auch in den beiden Vorquartalen hatte BASF Gewinnsprünge verbucht. Der Umsatz wuchs nun vor allem wegen größerer Verkaufsmengen und deutlich höherer Preise um neun Prozent auf knapp 15,3 Milliarden Euro.

Bei den Basischemikalien (Chemicals) wie Lösemitteln, Weichmachern und Leimen sowie Ausgangsstoffen etwa für Waschmittel und Textilfasern stieg der Erlös im dritten Quartal um 25 Prozent auf 4,02 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg um mehr als 600 Millionen Euro auf 1,10 Milliarden Euro.

In den übrigen Bereichen gab es jedoch Rückschläge. So belasteten in den Sparten Performance Products und Functional Materials & Solutions vor allem teurere Rohstoffe und ungünstige Wechselkurse das Ergebnis. Unter Performance Products fasst BASF etwa Vitamine, Lebensmittelzusatzstoffe sowie Inhaltsstoffe für Pharmazeutika und Kosmetik zusammen. Zu dem FMS-Geschäft gehören Katalysatoren, Bauchemikalien und Fahrzeuglacke.

Im Geschäft mit Pflanzenschutz- und Unkrautbekämpfungsmitteln wirkten sich schwierige Marktbedingungen in Brasilien und die Abstellungen von Anlagen in Texas und Puerto Rico wegen der jüngsten Hurrikans negativ aus. Das Ergebnis im Öl- und Gasgeschäft fiel leicht.

Der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten wuchs so insgesamt wie von Analysten erwartet um 16 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Er enthielt Versicherungszahlungen von 60 Millionen Euro für das Explosionsunglück im Oktober 2016 im Landeshafen Nord in Ludwigshafen. Dabei starben fünf Menschen, 28 wurden verletzt.

Für 2017 erwartet Bock weiter ein Wachstum beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (2016: 6,3 Milliarden Euro) von mindestens elf Prozent. Der Umsatz, der im Vorjahr bei 57,6 Milliarden Euro lag, soll um mindestens sechs Prozent wachsen. Der Konzern rechnet nun mit besseren wirtschaftlichen Bedingungen für die Weltwirtschaft. So wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,8 Prozent erwartet, die Industrieproduktion soll um 3,1 Prozent steigen. Die Chemieproduktion soll um 3,4 Prozent zulegen.

@ dpa.de

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