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Vermischtes, Prof. Dr. Heino St?ver - Sozialwissenschaftliche Suchtforschung

Frankfurt - Wissenschaftler fordern Umdenken: mehr Sachlichkeit, Aufkl?rung und evidenz-basierte politische Entscheidungen und eine Diversifizierung der Rauchentw?hnungsstrategien.

23.09.2020 - 21:42:13

Online-Symposium E-Zigaretten/Tabakerhitzer: Eine Bestandsaufnahme. Chancen erkennen, um mit E-Zigaretten/Tabakerhitzern mehr Menschen zum Ausstieg aus dem sch?dlichen Tabakrauchen zu motivieren.

Frankfurt - Wissenschaftler fordern Umdenken: mehr Sachlichkeit, Aufkl?rung und evidenz-basierte politische Entscheidungen und eine Diversifizierung der Rauchentw?hnungsstrategien. Chancen erkennen, um mit E-Zigaretten/Tabakerhitzern mehr Menschen zum Ausstieg aus dem sch?dlichen Tabakrauchen zu motivieren.

Um Gesundheitsrisiken durch Tabak- und Nikotinkonsum zu verringern, fordern Wissenschaftler ein Umdenken von der Politik: Statt Raucher weiter zu bevormunden, sollten endlich die Chancen in den Blick genommen werden, die E-Zigaretten/Tabakerhitzer bei der Rauchentw?hnung bieten k?nnen. Zu diesem Schluss kamen die Referenten bei dem Online-Symposium "E-Zigaretten/Tabakerhitzer: Eine Bestandsaufnahme" am 23.09.2020.

Deutschland und ?sterreich geh?rten beim Tabak- und Zigarettenkonsum zu den "Hochkonsuml?ndern", betont Prof. Dr. Heino St?ver , Mit-Initiator des Symposiums und Gesch?ftsf?hrender Direktor des Instituts f?r Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences zu Beginn des Webinars. Notwendig sei daher eine Politik, die den n?chsten Schritt macht und das Potenzial der E-Zigarette bzw. Tabakerhitzer bei der Raucherentw?hnung erkennt - "etwas, was von wissenschaftlicher Seite seit langem betont wird". Prof. Dr. St?ver f?gt hinzu, dass die E-Zigarette in Deutschland und ?sterreich derzeit die am h?ufigsten von Raucherinnen und Rauchern selbst initiierte Unterst?tzungsform zum Rauchstopp sei.

Die aktuelle Gesundheitspolitik sei durch eine "Bevormundung" dominiert, erkl?rte Priv. Doz. Dr. Alfred Uhl von der Sigmund Freud Privatuniversit?t (SFU): "Ein paternalistischer Public-Health-Ansatz dient den Rauchern und Nikotinsuchtkranken nicht. Wer auf eine tabak- oder nikotinfreie Welt hofft und deshalb konsequent alles mit Tabak und Nikotin bek?mpft, ist genauso unrealistisch wie jemand, der auf eine drogenfreie Welt hofft." Stattdessen m?sse man aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mehr in den aktuellen Public-Health-Ansatz einbauen, um auf die Bed?rfnisse Tabaksuchtkranker besser einzugehen.

Univ.-Doz. Dr. med. Ernest Groman , vom Nikotin-Institut in Wien, sowie O. Prof. Dr. Bernhard-Michael Mayer , Professor f?r Pharmakologie und Toxikologie vom Institut f?r Pharmazeutische Wissenschaften, Karl-Franzens-Universit?t Graz, merkten in der Debatte an, dass das Kernproblem des klassischen Zigarettenrauchens nicht das Nikotin sei. Es seien vielmehr, die bei der Verbrennung entstehenden Stoffe, die verantwortlich seien f?r tabakbedingte Morbidit?t und Mortalit?t. Es sei wissenschaftlicher Konsens, dass Raucher mit der Umstellung auf die E-Zigarette die Schadstoffaufnahme um bis zu 95 Prozent senken k?nnen. Die Chancen, die die E-Zigarette f?r die Raucherentw?hnung bietet, m?sste auch die zuk?nftige Gesundheitspolitik bestimmen.

Dr. Franz Pietsch vom ?sterreichischen Gesundheitsministerium f?r Tabak und Suchtstoffe stellte fest, dass es beim Einsatz von E-Zigaretten noch Herausforderungen gibt: "Es besteht Bedarf an strengeren Regelungen analog zu den Inhaltsstoffen in Zigaretten sowie dringender Forschungsbedarf u.a. zu den Auswirkungen auf Atemwege und Lunge." Zudem w?rden Inhaltsstoffe und Tr?gersubstanzen oft nicht deklariert und nicht ausreichend untersucht. Ob E-Zigaretten oder HTPs geeignet f?r eine effiziente Rauchentw?hnung eingesetzt werden k?nnen, werde laut Pietsch noch kontrovers diskutiert.

St?ver bezeichnete das Online-Symposium mit seinen hochkar?tigen Teilnehmern, das von ?ber 75 Teilnehmern im Web verfolgt wurde, als gro?en Erfolg: "Die Referenten stellten den aktuellen Stand der Forschung zu E-Zigaretten differenziert dar und zeigten anschaulich die M?glichkeiten der Raucherentw?hnung in verschiedenen Kontexten auf."

Weiter sagte St?ver: "Unser Anliegen ist es, daf?r zu sorgen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in konkretes politisches Handeln umgesetzt werden k?nnen. Wir werden deshalb weiter daran arbeiten, den vielversprechenden Harm Reduction-Ansatz in Deutschland, ?sterreich und Europa noch bekannter zu machen. Ich glaube, dass sich die politische Diskussion ?ber die Rauchentw?hnung unseren Erkenntnissen nicht entziehen kann und Ans?tze zur Schadensminimierung k?nftig noch wichtiger werden."

St?ver k?ndigte an, dass am 15. Oktober 2020 die 3. Fachtagung "E-Zigarette: Was wir wissen, m?ssen" (https://www.frankfurt-university.de/de/hochschule/fachberei ch-4-soziale-arbeit-gesundheit/forschung-am-fb-4/forschungsinstitute/institut-fu er-suchtforschung-isff/veranstaltungen-des-isff/3-e-zigaretten-konferenz/) als Hybrid-Veranstaltung stattfinden wird. Die Veranstaltung findet vor Ort als Pr?senzveranstaltung mit ca. 50 bis 70 Teilnehmer/-innen und Referent/-innen statt (Frankfurt University of Applied Sciences) und wird z.T. gestreamt und online gestellt.

Pressekontakt:

Frankfurt University of Applied Sciences Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit Prof. Dr. Heino St?ver Telefon: +49 69 1533-2823 hstoever@fb4.fra-uas.de

Weitere Informationen zum Institut f?r Suchtforschung unter: www.frankfurt-university.de/isff

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/136903/4715435 Prof. Dr. Heino St?ver - Sozialwissenschaftliche Suchtforschu ng

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