Indikatoren, Deutschland

FRANKFURT - Nach einem starken Jahresauftakt sieht die Bundesbank die deutsche Wirtschaft vor einem anhaltend kräftigen Aufschwung.

09.06.2017 - 14:19:24

GESAMT-ROUNDUP: Bundesbank traut deutscher Konjunktur mehr zu: Prognose erhöht. Es zeichne sich eine "breit angelegte, recht kräftige konjunkturelle Aufwärtsbewegung" ab, prognostizierte Notenbank-Präsident Jens Weidmann am Freitag in Frankfurt. Die sehr gute Lage auf dem Arbeitsmarkt beflügelt den privaten Konsum, die niedrigen Zinsen kurbeln unter anderem den Wohnungsbau an.

Für das laufende Jahr rechnen die Ökonomen der Bundesbank nun mit 1,9 Prozent Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP). Bei ihrer letzten Konjunkturprognose im Dezember waren sie noch von 1,8 Prozent Wachstum ausgegangen. Auch ihre Prognosen für 2018 (plus 1,7 Prozent) und 2019 (plus 1,6) erhöhte die Bundesbank um jeweils 0,1 Punkte.

Der ungewöhnlich lange solide Aufschwung stabilisiert auch die Staatsfinanzen. Sollte es nicht zu größeren Politikänderungen kommen, rechnen die Fachleute mit merklichen Überschüssen: "Die Schuldenquote könnte demnach im Jahr 2019 - erstmals seit 2002 - wieder unter die Grenze von 60 Prozent fallen."

Zunehmender Gegenwind auf den Weltmärkten könnte der Exportnation Deutschland allerdings Probleme bereiten. "Möglicherweise zunehmende protektionistische Tendenzen könnten das Wirtschaftswachstum schwächen", erklärte die Notenbank. So droht zum Beispiel die US-Regierung mit Handelsschranken.

Bislang halten Deutschlands Exporteure trotz eines Dämpfers im April Kurs. Nach Angaben des Statistische Bundesamtes in Wiesbaden gingen Waren im Wert von 101,0 Milliarden Euro ins Ausland, das waren zwar 2,9 Prozent weniger als im April 2016. Einen deutlichen Rückgang von 6,3 Prozent gab es im Handel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU). Gegenüber dem Vormonat legten die Ausfuhren aber um 0,9 Prozent zu. Volkswirte hatten mit einem schwächeren Plus gerechnet.

Sorgen bereitet der Exportwirtschaft der Wahlausgang in Großbritannien, bei der die konservative Partei von Theresa May die absolute Mehrheit im Parlament verlor. Die Regierung werde für die nächsten Wochen und Monate gelähmt sein. "Wie es mit den unmittelbar bevorstehenden Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der EU nun weitergeht, steht damit auch ein Jahr nach dem Brexit-Referendum in den Sternen", sagte Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA voraus. Das Vereinigte Königreich war im vergangenen Jahr der drittgrößte Einzelmarkt für "Made in Germany".

Im Inland indes sieht die Bundesbank weiterhin überwiegend positive Signale - auch wenn sich die Menschen wieder auf steigende Preise einstellen müssen: Der Anstieg der Verbraucherpreise dürfte sich nach Einschätzung der Notenbank im laufenden Jahr wegen der wieder höheren Preise für Rohöl und Nahrungsmittel "sprunghaft verstärken". Ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel erwartet die Bundesbank einen allmählichen Anstieg der Inflationsrate in Deutschland von 1,3 Prozent in diesem Jahr bis auf 1,9 Prozent 2019.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Prognose: Deutschlands Händler hinken im Europavergleich hinterher. Für die Händler in Deutschlands Einkaufsstraßen und Shopping-Centern sehen die Perspektiven allerdings schlechter aus. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Studie "Einzelhandel Europa 2018" der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK ) hervor. NÜRNBERG - Die stationären Einzelhändler in den meisten europäischen Ländern können in diesem Jahr trotz des Online-Booms mit realen Umsatzzuwächsen rechnen. (Boerse, 22.05.2018 - 12:32) weiterlesen...

Bundesbank: Deutscher Konjunkturmotor verliert an Fahrt. "Nach dem sehr kräftigen Wachstum in den vorangegangenen Quartalen expandierte die gesamtwirtschaftliche Aktivität in Deutschland im ersten Viertel des laufenden Jahres erheblich verhaltener", hieß es im Monatsbericht der Bundesbank, der am Dienstag in Frankfurt veröffentlicht wurde. Trotz des Dämpfers gehen die Konjunkturexperten der Notenbank aber weiterhin davon aus, "dass sich die Hochkonjunktur in Deutschland fortsetzt". FRANKFURT - Der zuletzt rasante Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat nach Einschätzung der Bundesbank an Dynamik verloren. (Wirtschaft, 22.05.2018 - 12:02) weiterlesen...

Eurozone: Leistungsbilanz mit geringerem Überschuss. Er fiel saisonbereinigt von 36,8 Milliarden Euro im Vormonat auf 32,0 Milliarden Euro, wie die Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag mitteilte. Unbereinigt stieg der Überschuss von 24,2 Milliarden Euro auf 40,6 Milliarden Euro. FRANKFURT - Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist im März gesunken. (Wirtschaft, 18.05.2018 - 11:34) weiterlesen...

Umfrage: Beste Stimmung im deutschen Mittelstand. In der Frühjahrserhebung des Bankenverbandes BVR und der DZ Bank bewerten 92 Prozent der 1500 repräsentativ befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als "gut" oder "sehr gut". Das ist nach Angaben vom Freitag der höchste Wert seit dem Auftakt der regelmäßigen Umfrage im Jahr 1995. FRANKFURT - Die Stimmung im deutschen Mittelstand ist einer Umfrage zufolge so gut wie seit Jahren nicht. (Wirtschaft, 18.05.2018 - 10:33) weiterlesen...

Japan: Preisauftrieb schwächt sich überraschend deutlich ab. Im April schwächte sich der Preisauftrieb überraschend deutlich ab. Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel herausgerechnet werden, sei im April um 0,7 Prozent gestiegen, teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Der Anstieg fiel damit geringer aus, als es Experten zuvor erwartet hatten. TOKIO - In Japan bleibt die Inflation weiter deutlich hinter dem Ziel der Währungshüter zurück. (Wirtschaft, 18.05.2018 - 06:54) weiterlesen...

USA: Frühindikatoren steigen wie erwartet. Er legte zum Vormonat um 0,4 Prozent zu, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Der Zuwachs vom März wurde von 0,3 auf 0,4 Prozent korrigiert. WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im April erwartungsgemäß gestiegen. (Wirtschaft, 17.05.2018 - 16:12) weiterlesen...