Analyse, Empfehlungen

FRANKFURT - Nach der Wahlschlappe von Premierministerin Theresa May ist ein harter Schnitt Großbritanniens mit der Europäischen Union (EU) Volkswirten zufolge vom Tisch.

09.06.2017 - 11:31:25

'Harter Brexit abgewählt'. Eine Einigung mit London bei den Brexit-Verhandlungen sei wahrscheinlicher geworden, argumentierte Commerzbank -Chefökonom Jörg Krämer am Freitag. "Der harte Brexit wurde gestern abgewählt".

Die konservative Partei von Theresa May hatte bei den vorgezogenen Neuwahlen die absolute Mehrheit im britischen Parlament verloren. Allerdings hat auch die oppositionelle Labour-Partei keine Mehrheit.

Nach Einschätzung von Clemens Fuest, Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, haben die Wahlen "die Ungewissheit, was die Brexit-Verhandlungen angeht, gesteigert". Generell sehen Ökonomen die Position Londons bei den Gesprächen über den EU-Ausstieg Großbritanniens, die eigentlich am 19. Juni beginnen sollen, geschwächt. Auch Neuwahlen sind aus ihrer Sicht nicht ausgeschlossen.

"Die Position Mays wird geschwächt, sowohl innen- als auch außenpolitisch", argumentierte Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der Bank ING -Diba, geht davon aus, "dass die Brexit-Verhandlungen noch länger und noch komplizierter werden. Man benötigt wohl eine gehörige Portion britischen Humors, um alles zu verdauen".

Einen "Exit vom Brexit" hält Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater allerdings für unwahrscheinlich. Labour will zwar einen weicheren Brexit und eng mit der EU zusammenarbeiten. Aber die Entscheidung der Briten vom vergangenen Jahr, aus der EU auszutreten, will auch Labour-Chef Jeremy Corbyn nicht rückgängig machen. Einzig die Liberaldemokraten wollen den Brexit noch verhindern, dies gilt jedoch als aussichtslos.

Umstritten ist, wie sich das Wahlergebnis auf die wirtschaftliche Entwicklung Großbritanniens auswirkt. Manche Ökonomen rechnen mit negativen Folgen. Samuel Tombs, Chefvolkswirt für Großbritannien bei der der britischen Denkfabrik Pantheon Macroeconomics, argumentierte hingegen: "Die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft nach der Brexit-Abstimmung im vergangenen Jahr deutet darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Aktivität nicht besonders stark ist." Allerdings komme das Wahlergebnis zu einer Zeit, in der sich das Wachstum bereits abgeschwächt habe.

@ dpa.de

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