Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Zunehmende Zweifel an der schnellen Umsetzbarkeit der Wahlversprechen des US-Präsidenten haben den Dax weiter belastet.

22.03.2017 - 15:37:26

Börse in Frankfurt - Dax startet mit Verlusten

Die nur minimalen Verluste zum Handelsstart an der Wall Street halfen dem deutschen Leitindex allerdings, seine Verluste einzudämmen.

Das Minus im Dax verringerte sich am Nachmittag auf 0,36 Prozent, was einen Punktestand von 11 918,94 bedeutete. Der MDax büßte 0,92 Prozent auf 23 160,40 Zähler ein. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,98 Prozent auf 1949,18 Punkte. Um 0,24 Prozent ging es für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 abwärts.

Bereits tags zuvor hatten Bedenken über die Politik von Donald Trump die Stimmung am deutschen und an den internationalen Märkten belastet. An der Wall Street musste der Dow Jones den kräftigsten Verlust seit September hinnehmen, auch in Asien ging es nach unten.

«Die Anleger scheinen die Kursgewinne seit der Wahl von Trump neu zu bewerten», meinte Neil Wilson von ETX Capital. «Es sieht ganz danach aus, dass der Optimismus darüber inzwischen schwindet.» Allein der Dax war seit Anfang November, als die Stimmung zunehmend zugunsten Trumps ausschlug, in der Spitze bisher um rund 18 Prozent gestiegen.

Am Markt rückten zuletzt die zum Umtausch vorgesehenen Aktien der Deutschen Börse in den Fokus, die im Dax um 2,63 Prozent und damit an das Index-Ende fielen. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge die EU mit Blick auf die geplante Fusion mit der Londoner Börse LSE bald ein formales Veto einlegen werde.

Neben der Kapitalerhöhung der Deutschen Bank stand zudem nun eine weitere Kapitalmaßnahme im Fokus: Der Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec sammelte mit der Ausgabe von neuen Aktien 317 Millionen Euro bei institutionellen Investoren ein, um Zukäufe zu finanzieren. Nun sanken die Papiere im TecDax um 5,21 Prozent.

Im SDax waren die Papiere von Hapag-Lloyd Schlusslicht mit minus 7,01 Prozent. Die US-Justiz hat sich die weltgrößten Container-Reedereien wegen des Verdachts auf Preisabsprachen vorgenommen. Ermittler des US-Justizministeriums seien in ein Treffen der 20 größten Reedereien in San Francisco geplatzt, berichtete das «Wall Street Journal».

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 141,67 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,35 Prozent auf 160,22 Punkte. Der Kurs des Euro pendelte um die Marke von 1,08 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0802 (Montag: 1,0752) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9258 (0,9301) Euro.

@ dpa.de

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