Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Vorsichtig optimistisch haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen gezeigt.

12.12.2017 - 15:04:24

Börse in Frankfurt - Leichter Dax-Auftrieb vor Notenbanksitzungen

Leicht negative Impulse kamen von der Nachricht eingetrübter Wirtschaftsaussichten deutscher Finanzexperten: So fiel der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember um unerwartet deutliche 1,3 Punkte.

Der Dax notierte am Nachmittag 0,16 Prozent höher bei 13.144,10 Punkten. Der MDax legte um 0,37 Prozent auf 26.209,72 Zähler zu. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,23 Prozent auf 2514,34 Punkte aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um rund 0,3 Prozent.

Am Mittwoch steht die als wahrscheinlich geltende Zinserhöhung der US-Notenbank Fed auf der Tagesordnung. Am Donnerstag folgen die Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der englischen und schweizerischen Notenbanken.

«Sollte sich eine restriktivere Haltung der Fed abzeichnen und in 2018 mehr als zwei Zinsschritte in Aussicht gestellt werden, würde ich dies für den Dax als Initialzündung für eine Jahresendrally sehen», sagte Marktexperte Jens Klatt von JFD Brokers.

Die EZB hingegen sollte angesichts der jüngsten Verlängerung des Anleihekaufprogramms keine größeren Maßnahmen verkünden, sagte Gregor Kuhn, Marktanalyst der Bernstein Bank.

Nach einem erfolgreichen Monat November für Fraport scheint ein neues Rekordhoch für die Aktien nur eine Frage der Zeit: Die Papiere des Flughafenbetreibers kletterten um 0,8 Prozent auf 87,77 Euro und näherten sich damit ihrem bisherigen Höchststand von 88,74 Euro auf rund einen Euro.

Die Papiere der von einem Bilanzskandal geplagten Steinhoff Holding schnellten in der Spitze um 43 Prozent hoch und lagen zuletzt noch 32 Prozent höher bei 0,776 Euro. Seit dem Rekordtief bei 0,35 Euro in der Vorwoche konnten sich die Aktien des Möbelkonzerns damit bereits mehr als verdoppeln. Für Anleger ist dies aber ein schwacher Trost: Im Zuge des Bilanzskandals samt Abgang des Chefs und Abstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau durch die Ratingagentur Moody's hatte die Aktie binnen einer Woche zwischenzeitlich fast 82 Prozent an Wert verloren, vor dem Kurseinbruch war die Aktie noch rund 3 Euro wert.

Lanxess-Titel zählten mit plus 2,5 Prozent zu den MDax-Favoriten und setzten sich damit von ihrem jüngsten Zwischentief etwas ab. Informierten Kreisen zufolge hat Lanxess ein Auge auf das Spezialchemie-Geschäft des niederländischen Farben- und Lackkonzerns Akzo Nobel geworfen.

Nach einem Verlust von fast 27 Prozent in drei Monaten setzten auch die Papiere der SGL Group zur Erholung an. Eine Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg schob die Aktien des Kohlenstoffspezialisten um gut 10 Prozent auf 12,19 Euro an die Spitze des Nebenwerteindex SDax.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,09 Prozent auf 141,60 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,12 Prozent auf 163,32 Punkte. Der Euro zeigte sich zuletzt etwas niedriger bei 1,1757 US-Dollar. Am Montag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1796 Dollar festgesetzt.

@ dpa.de

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