Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Vor einem mit Spannung erwarteten Auftritt des katalanischen Regierungschefs Carles Puigdemont haben sich die Anleger heute am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten.

10.10.2017 - 18:27:18

Börse in Frankfurt - Dax fehlen im Rennen um 13.000 Punkte die Impulse. Der Dax fiel um 0,21 Prozent auf 12.949,25 Punkte.

Damit blieb die seit Tagen umkämpfte 13.000-Punkte-Marke für den Leitindex einmal mehr unerreicht. Im Gegensatz zu den vergangenen beiden Handelstagen konnte er auch keinen Rekord für sich verbuchen.

Auch den übrigen Indizes in der zweiten Reihe fehlte es letztlich an Impulsen. Der Technologiewerte-Index TecDax erreichte zwar früh über 2500 Punkten den höchsten Stand seit 16 Jahren, rutschte dann aber ins Minus ab und verlor letztlich 0,18 Prozent auf 2497,95 Punkte. Der MDax gab denkbar knapp um 0,01 Prozent auf 25.819,17 Punkte nach.

Fraglich bleibt, ob Puigdemont am Abend vor dem Regionalparlament in Barcelona die Unabhängigkeit von Spanien ausrufen wird. «Der Dax befindet sich im Würgegriff politischer Unsicherheit und fehlender positiver Impulse», sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Auch der Eurokurs war keine Stütze: Wegen anhaltender politischer Querelen in Washington profitierte die Gemeinschaftswährung von einer allgemeinen Dollar-Schwäche.

Unter den Einzelwerten sorgten Lufthansa am Nachmittag wegen der ersehnten Tarifeinigung mit den Piloten für Aufsehen. Die Papiere zogen schlagartig an und erreichten bei 24,92 Euro ihren höchsten Stand seit 2001. Mit am Ende 2,5 Prozent Plus waren sie der Tabellenführer im Dax. Ein Börsianer begrüßte die Einigung, weil die Tariffrage wie ein Damoklesschwert über der Fluggesellschaft gehangen habe.

Die Papiere des Dialysespezialisten FMC hingegen drückten Sorgen um das bedeutende US-Geschäft mit mehr als 2 Prozent Minus an das Indexende. Am Markt wurde auf eine belastende Studie zum Branchenkonkurrenten DaVita sowie neueste Vorhaben von Präsident Donald Trump bei der Gesundheitsreform in den USA verwiesen.

Im MDax gehörten Symrise wegen gut aufgenommener Branchenresultate mit 0,74 Prozent zu den Gewinnern. Andreas von Arx von der Baader Bank konstatierte bei dem schweizerischen Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan ein starkes Wachstum, das Sorgen um steigende Rohstoffpreise in der Branche weiter gemildert habe.

Ansonsten bewegten vor allem Analystenkommentare die Kurse. Krones und Südzucker sackten am MDax-Ende jeweils um fast 5 Prozent ab. Bei Krones hält die UBS die Finanzziele des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen für zu optimistisch. Bei Südzucker gab es kritische Stimmen wegen der Liberalisierung des europäischen Zuckermarktes.

Im Technologiebereich mussten Aktionäre von Nordex mit minus 7,5 Prozent einen deftigen Rücksetzer verkraften, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs zum Verkauf der Papiere des Windkraftanlagen-Herstellers geraten hatte. Im SDax werden Wacker Neuson fortan vom Bankhaus Lampe nicht mehr zum Kauf empfohlen, was den Aktien ein Minus von 5,12 Prozent einbrockte.

Für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,32 Prozent abwärts. Die Länderindizes in Paris und London entwickelten sich unterschiedlich: Der französische CAC 40 schloss knapp im Minus, während der britische FTSE 100 um 0,4 Prozent stieg. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich zum Handelsschluss in Europa moderat höher.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,25 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 141,23 Punkte. Der Bund Future lag knapp mit 0,02 Prozent im Plus bei 161,49 Punkten. Der Euro stieg mit zuletzt 1,1805 über die Marke von 1,18 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1797 (Montag: 1,1746) US-Dollar festgesetzt.

@ dpa.de

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