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Dax, MDax

Frankfurt / Main - Sorgen um eine steigende Inflation dürften Anlegern auch in der neuen Woche zu schaffen machen.

14.05.2021 - 18:05:30

Börse in Frankfurt - Die Inflationsdebatte treibt die Dax-Anleger weiter um. Der für April gemeldete höchste Anstieg der US-Verbraucherpreise seit 2008 hat bei Investoren die Alarmglocken schrillen lassen und für Kursturbulenzen gesorgt.

Mitglieder der US-Notenbank (Fed) hatten zwar zuletzt betont, die vom Hochfahren der Wirtschaft nach den Corona-Lockdowns ausgelösten Preissteigerungen seien nur vorübergehender Natur. Dennoch bleibt die Nervosität unter den Anlegern hoch.

Am Freitag schloss der deutsche Leitindex 1,43 Prozent höher bei 15.416,64 Zählern. Auf Wochensicht ergibt dies ein Plus von 0,11 Prozent. Erst am Donnerstag war der Dax aus Furcht vor steigenden Zinsen zunächst auf den tiefsten Stand seit Ende März abgesackt, bevor er sich stark erholte. Dank der vom Billiggeld der Notenbanken getrieben Kursrally notiert das Börsenbarometer weiter in der Nähe seines erst Mitte April erreichten Rekordhochs bei gut 15.500 Punkten.

Die Furcht vor Geldentwertung ist angeblich die «Urangst» insbesondere der deutschen Anleger. Sie reicht zurück bis in die frühen 1920er-Jahre, als in der Weimarer Republik die Hyperinflation grassierte und die Wirtschaft teilweise zusammenbrach. Heutzutage herrscht die Sorge vor, dass insbesondere die tonangebende Fed zur Bekämpfung der Inflation eine schärfere Gangart einschlagen und zum Beispiel die Zinsen früher als gedacht erhöhen könnte. Dies würde Aktien im Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv machen und Finanzierungskonditionen für Unternehmen verschlechtern.

In der Eurozone waren die Verbraucherpreise im April auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Nach Einschätzung der Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba «scheinen die Inflationsängste im Euroraum sogar ausgeprägter als in den USA» - obwohl die Konjunktur diesseits des Atlantiks derzeit weniger rund läuft als die in den Vereinigten Staaten.

Für Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, ist klar, dass in diesem Jahr die Inflationsraten weiter steigen werden: «Nach dem coronabedingten Preisdämpfer im letzten Jahr gibt es nun aufgrund von Impferfolgen und Lockerungen preistreibende Sondereffekte». Noch aber blieben die Aktienmärkte recht gelassen: «Die Berichtssaison ist sehr gut ausgefallen, und die Aussichten auf gute Unternehmensgewinne im weiteren Jahresverlauf stützen die Börsen.» In den kommenden Tagen fehlt es dem Experten zufolge an echten marktbewegenden frischen Indikatoren, die die Inflationsdebatte befeuern könnten.

Analyst Christian Kahler von der DZ Bank verweist darauf: «Das Hauptrisiko für die Kursrally besteht darin, dass die Aktien zu teuer werden, wie es zwischen 1998 und 2000 der Fall war.» Damals sei eine der größten Spekulationsblasen der Geschichte entstanden, und der Boom sei nicht durch hohe Bewertungen, sondern durch eine schnelle Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank beendet worden.

Viele Modelle deuten Kahler zufolge heute schon darauf hin, dass die Aktienmärkte überbewertet sind. Das komplexe System aber, in dem sich Finanzmärkte bewegten, könne ein einzelner Indikator nie abbilden. Anleger sollten daher immer mehrere Indikatoren im Blick behalten. Und die überwiegende Zahl der relevanten Indikatoren spricht laut dem DZ-Bank-Fachmann immer noch für steigende Aktienkurse.

@ dpa.de

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