Dax, MDax

Frankfurt / Main - Nach dem Kurssprung vom Freitag haben Anleger zu Beginn der neuen Woche erst einmal Luft geholt.

28.01.2019 - 18:21:24

Börse in Frankfurt - Dax im Minus - China-Sorgen belasten. Der Dax fiel am Montag um 0,63 Prozent auf 11.210,31 Punkte. Ein schwacher Handelsstart an den US-Börsen war dem hiesigen Handel am Nachmittag eine zusätzliche Last.

Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel sieht die Aktienmärkte weiter im Spannungsfeld zwischen Handelsstreit und Brexit. Als Hauptbelastung galt am Markt, dass sich bei der in den USA angelaufenen Berichtssaison vermehrt die wirtschaftlichen Auswirkungen der US-Zollbarrieren gegen China zeigen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab um 1,00 Prozent auf 23.584,43 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,8 Prozent. Die Länderbörsen in Paris und London gingen ebenfalls klar im Minus aus dem Handel.

In New York war der Dow Jones Industrial zum hiesigen Handelsschluss um 1,4 Prozent gefallen. Belastet wurde das Kursbarometer von enttäuschenden Perspektiven der Baumaschinen- und Chipkonzerne Caterpillar sowie Nvidia, die in beiden Fällen mit dem China-Geschäft in Zusammenhang gebracht wurden. Börsianer werteten dies als Folge des Handelsstreits mit den USA.

Ein gesenkter Umsatzausblick von Nvidia war auch hierzulande für die Anleger von Chipwerten ein erneuter Rückschlag. Die zuletzt wieder optimistischer gewordenen Branchenanleger wurden auf falschem Fuße erwischt, wie plötzliche Kursverluste bei Infineon & Co am Nachmittag zeigten. Am Ende konnten sich zwar alle wieder etwas berappeln, für Infineon ging es im Dax aber immer noch um 0,9 Prozent bergab.

Die besten Dax-Werte waren am Ende defensive Werte wie die Deutsche Telekom und Beiersdorf mit Kursgewinnen von mindestens 0,7 Prozent. Thyssenkrupp blieben außerdem unmittelbar auf Tuchfühlung, nachdem Konzernchef Guido Kerkhoff in einem Interview mit der "Rheinischen Post" die geplante Aufspaltung in zwei Teile verteidigte, einem Verkauf der Aufzugssparte aber eine Absage erteilte.

Dagegen ist die jüngste Rally bei den RWE-Aktien, die vom angekündigten deutschen Kohleausstieg und der Hoffnung auf hohe Kompensationen getragen wurde, am Montag vorerst ausgelaufen. Nachdem die Papiere des Versorgers binnen drei Tagen um fast 9 Prozent gestiegen waren, gaben sie nun moderat um 0,4 Prozent nach.

Im MDax brachen Morphosys-Papiere nach einer negativen Gerichtsentscheidung um nahezu 8 Prozent ein. Im Streit mit den Konkurrenten Janssen und Genmab erklärte ein US-Gericht drei Patente des deutschen Biotech-Unternehmens für ungültig.

Eine klar positive Ausnahme im MDax waren 1&1 Drillisch mit einem Anstieg um 2,3 Prozent. Sich abzeichnende Details zur Strategie, die der zu United Internet gehörende Telekomkonzern bei der Teilnahme an der Auktion von Frequenzen für das schnelle 5G-Netz fährt, hielten die Aktien weiter auf Erholungskurs.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,05 Prozent am Freitag auf 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 142,09 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,13 Prozent auf 164,98 Punkte.

Der Euro verbuchte solide Kursgewinne im Vergleich zum US-Dollar. Für die Gemeinschaftswährung wurden zuletzt 1,1441 US-Dollar bezahlt. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) auf 1,1418 (Freitag: 1,1346) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8758 (0,8814) Euro.

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