Dax, Frankfurt

Frankfurt / Main - Ein «Waffenstillstand» im US-Handelskonflikt mit China hat dem Dax einen Wochenauftakt nach Maß beschert.

03.12.2018 - 18:16:34

Börse in Frankfurt - Neue Hoffnung im Handelskrieg treibt Dax hoch. Der Leitindex stieg um 1,85 Prozent auf 11.465,46 Punkte, den höchsten Schlusskurs seit drei Wochen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 1,34 Prozent auf 23.768,29 Zähler. Die USA und China haben eine weitere Eskalation ihres Handelsstreits vorerst abgewendet. China hat sich nach den Worten von US-Präsident Donald Trump zu einem Entgegenkommen bei Autozöllen bereiterklärt. Peking wollte dies zunächst zwar nicht bestätigen, dementierte die Darstellung Trumps aber auch nicht. Zudem soll es ab Januar zumindest für 90 Tage keine weiteren Zölle geben.

«Der Waffenstillstand ist eine gute Nachricht für China, denn er gibt den Politikern dort mehr Zeit, die zuletzt schwächelnde Wirtschaft zu stützen», urteilte Analyst Alec Phillips von Goldman Sachs. China wiederum ist für viele deutsche Unternehmen ein wichtiger Absatzmarkt.

Von einer Pause im Handelszwist profitierten besonders die Aktien aus dem Autosektor. So zählten die Papiere von BMW, Daimler und Volkswagen mit Kursgewinnen zwischen knapp 3 und fast 5 Prozent zu den Top-Gewinnern im Dax. Auch Papiere von Autozulieferern wie Infineon, Continental und Thyssenkrupp legten kräftig zu. Im MDax verbuchten die Kurse der Autozulieferer Rheinmetall, Schaeffler, Dürr und Hella ebenfalls hohe Aufschläge.

Der Chemiekonzern BASF erwägt Kreisen zufolge eine milliardenschwere Kooperation mit dem Finanzinvestor CVC. Man verhandele über Verbindungen der jeweiligen Bauchemiegeschäfte, um einen Anbieter von Fugenmassen und Dichtstoffen im Wert von bis zu 6 Milliarden Euro zu schaffen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. BASF-Titel gewannen 1,5 Prozent.

Vonovia-Aktien fielen hingegen am Dax-Ende um gut 3 Prozent. Das Bankhaus Metzler hatte die Papiere von «Hold» auf «Sell» abgestuft. In Erwartung moderat steigender Zinsen seien die Gewinne und die Barmittel des Immobilienkonzerns mittelfristig Risiken ausgesetzt.

Lufthansa-Aktien litten unter den gestiegenen Ölpreisen und verloren 1,3 Prozent. Zudem hatten sich die Titel der Fluggesellschaft seit Ende Oktober kräftig erholt.

Die Aktien von K+S reagierten mit einem Kurssprung von gut 5 Prozent auf die Nachricht, dass der Düngemittel- und Salzkonzern die Kaliproduktion an den drei Standorten am Fluss Werra trotz Niedrigwassers mindestens bis Weihnachten sicherstellen kann. Der Konzern sieht zudem im laufenden Quartal eine positive Entwicklung im Geschäft mit Auftausalz sowie eine anhaltend robuste Kali-Nachfrage.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg am Montag um 1,32 Prozent auf 3214,99 Zähler. In Paris legte der Cac 40 um 1 Prozent zu und der Londoner FTSE 100 um 1,2 Prozent. In New York kletterte der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum Zeitpunkt des Handelsschlusses in Europa um ein halbes Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,10 Prozent am Freitag auf 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,06 Prozent auf 141,39 Punkte. Der Bund-Future trat mit 161,52 Punkten am Abend nahezu auf der Stelle. Der Euro notierte zuletzt mit 1,1357 US-Dollar etwas fester. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1332 Dollar festgesetzt.

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