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Dax, Brexit

Frankfurt / Main - Die politischen Unsicherheiten haben den deutschen Aktienmarkt wieder fest im Griff.

08.10.2019 - 15:16:25

Börse in Frankfurt - Handelsstreit und Brexit-Sorgen ziehen den Dax nach unten. Nach zwei Gewinntagen in Folge drehte der Leitindex Dax ins Minus und verlor bis zum frühen Nachmittag 0,94 Prozent auf 11.983,67 Punkte.

Neben dem Handelsstreit zwischen China und den USA trübte vor allem das Thema Brexit die Laune der Anleger. Ein harter Brexit werde immer wahrscheinlicher, schrieb Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank.

Der MDax, der die mittelgroßen deutschen Werte umfasst, fiel um 1,60 Prozent auf 25.205,46 Punkte. Hier belasteten zusätzlich Kursrutsche bei den Aktien von Qiagen und Uniper. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand zuletzt knapp 1 Prozent im Minus.

In dem trüben Umfeld notierten fast alle Dax-Werte im Minus. Gegen den negativen Trend stemmten sich zum Beispiel die Papiere der Deutschen Börse, die an der Index-Spitze um rund 1 Prozent zulegten.

Zuvor hatte die Hongkonger Börse eine Übernahme ihres Londoner Rivalen LSE abgesagt. Eine Fusion hätte einen weltweit führenden Finanzmarktkonzern entstehen lassen. Die Offerte wurde aber von der LSE abgelehnt. Die Papiere der Londoner standen zuletzt mit knapp 5 Prozent im Minus.

Der im Dax notierte Zahlungsabwickler Wirecard schraubte indes seine Mittelfristziele bei Umsatz und Gewinn nach oben. Allerdings stelle sich die Frage, warum das Unternehmen nun mit einer niedrigeren operativen Gewinnmarge rechne als bisher, schrieb Analyst Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgan. Die Anteilsscheine von Wirecard büßten zuletzt fast 4 Prozent ein.

Noch deutlichere Bewegungen gab es in der zweiten Reihe. So sackten die Aktien von Qiagen am MDax-Ende um rund ein Fünftel ab. Ein schwacher Umsatzausblick und der überraschende Abgang des Konzernchefs verstimmten die Anleger des Gendiagnostik-Spezialisten. Qiagen blickt wegen eines niedriger als gedachten Wachstums in China vorsichtiger auf das Erlöswachstum im dritten Quartal.

Die Anteilsscheine von Uniper knickten um fast 8 Prozent ein. Die Hoffnungen vieler Aktionäre des Versorgers auf eine zeitnahe, hohe Übernahmeprämie durch Fortum wurden zunichte gemacht: Zwar übernimmt der finnische Energiekonzern durch den Kauf eines Aktienpakets von den Investoren Elliott und Knight Vinke die Mehrheit an dem MDax-Konzern, mit einem Gewinnabführungsvertrag aber will sich Fortum mindestens zwei Jahre Zeit lassen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,59 Prozent am Vortag auf minus 0,57 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 146,13 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,15 Prozent auf 174,54 Zähler zu. Der Euro notierte zuletzt bei 1,0988 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0993 (Freitag: 1,0979) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9097 (0,9108) Euro.

@ dpa.de

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