Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Der Kampf des Dax um die 13.000 Punkte geht weiter: Am Donnerstagvormittag machte der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,31 Prozent auf 13.039,43 Punkte seine moderaten Vortagsverluste fast wieder wett und konnte sich knapp oberhalb der viel beachteten runden Marke festsetzen.

07.12.2017 - 10:43:24

Börse in Frankfurt - Dax wieder über 13.000 Punkten. Seit Mitte November ist der Dax in einer engen Handelsspanne zwischen 12.800 und 13.200 Punkten gefangen.

Aktuell zeige sich das Börsenbarometer unbeeindruckt von der möglichen Eskalation politischer Krisen, schrieb Analyst Timo Emden vom Research-Dienst DailyFX Deutschland. Die Stimmung könnte jedoch schneller kippen als gedacht und erneut für einen kräftigen Dämpfer sorgen. Emden verwies auf Nordkorea sowie die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, was auf massive Kritik vor allem in der arabischen Welt stieß. Diplomaten, Politiker und Wissenschaftler sehen darin eine große Gefahr für den Friedensprozess in Nahost.

Von den Überseebörsen kam kein Rückenwind für den Dax: In Asien fanden die wichtigsten Handelsplätze keine gemeinsame Richtung. An der Wall Street hatten der Leitindex Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P 500 ihre anfänglichen Gewinne im Handelsverlauf großteils wieder abgegeben. Technologiewerte hatten sich dagegen vom jüngsten Rücksetzer etwas erholt.

Für den deutschen Technologiewerte-Index TecDax ging es am Donnerstag entsprechend um 0,49 Prozent auf 2486,79 Zähler hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,26 Prozent auf 3570,92 Punkte vor. Dagegen ließ der erneute Kurssturz des Möbelhändlers Steinhoff den MDax der mittelgroßen deutschen Werte um weitere 0,34 Prozent auf 26.287,57 Punkte sinken.

Nachdem die Steinhoff-Titel bereits am Mittwoch fast zwei Drittel an Wert verloren hatten, ging es nun um knapp 28 Prozent bergab auf rekordniedrige 0,799 Euro. Ein Händler riet dazu, die Finger weiter von der Aktie zu lassen. Am Vortag hatte das Unternehmen im schwelenden Bilanzskandal die Notbremse gezogen und sich wegen Unregelmäßigkeiten in den Büchern von seinem Chef Markus Jooste getrennt. Zudem verschob Steinhoff die Vorlage der Jahreszahlen auf unbestimmte Zeit. Auch eilig angekündigte Maßnahmen wie zum Beispiel der Verkauf von Randgeschäften, konnten die Anleger nicht beruhigen.

Positiv aufgenommene Geschäftszahlen des US-Chipkonzerns Broadcom stützten zumindest einige deutsche Branchentitel. So gehörten die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon mit plus 0,60 Prozent immerhin zu den besseren Werten im Dax, und im TecDax verteuerten sich Papiere des Halbleiter-Grundstoff-Spezialisten Siltronic um 2,70 Prozent. Im MDax ging es für die Aktien des Lichttechnikkonzerns Osram um 0,91 Prozent hoch.

Dagegen zeigte sich der Chipentwickler Dialog Semiconductor unbeeindruckt von den Nachrichten aus den USA: Mit minus 1,23 Prozent waren die Aktien, die zuletzt von Sorgen über den Verlust des wichtigen Kunden Apple gebeutelt worden waren, größter Verlierer im TecDax.

Der Kraftwerksbetreiber Uniper konnte die Anleger weder mit der versprochenen Dividendenerhöhung noch mit seinen Wachstumsplänen überzeugen: Mit einem Kursrückgang von 1,01 Prozent waren die Aktien einer der Verlierer im MDax.

Chemietitel wurden von einer Branchenstudie der UBS bewegt. Im Dax profitierten die zum Umtausch eingereichten Linde-Aktien mit plus 1,43 Prozent von der neuen Kaufempfehlung der UBS, wogegen das gestrichene Kaufvotum bei BASF für einen Kursrückgang von 0,68 Prozent sorgte.

Im MDax büßten die Anteilsscheine des Spezialchemiekonzerns Evonik wegen einer neuen Verkaufsempfehlung 1,52 Prozent ein. Dagegen zogen die Aktien von Wacker Chemie und Lanxess um 2,17 beziehungsweise 1,55 Prozent an, da die UBS-Analysten sie hochstuften und nun zum Kauf raten.

@ dpa.de

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