Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Der jüngste Stabilisierungsversuch des Dax hat sich heute als Eintagsfliege erwiesen.

13.02.2018 - 18:23:25

Börse in Frankfurt - Unsicherheit beendet Dax-Erholung. Anleger wagten sich nicht mehr weiter aus der Deckung, nachdem sich der deutsche Leitindex am Vortag vom tiefsten Stand seit etwa fünf Monaten hatte erholen können.

Er bewegte sich den Tag über meist leicht im Minus, weitete seine Verluste dann aber in den Schlussminuten auf 0,70 Prozent aus. Mit 12 196,50 Punkten ging er beim tiefsten Stand des Tages aus dem Handel.

Damit entsprach die Tendenz einmal mehr der Entwicklung in New York, wo der Dow Jones Industrial am Dienstag ebenfalls wieder schwächer tendierte. Anleger zeigten sich auf beiden Seiten des Atlantiks unsicher, ob der Markt das Schlimmste hinter sich hat oder nicht. Bremsend wirkte sich auch der wieder anziehende Eurokurs aus, der tendenziell die deutschen Exporte verteuert. Eher positiv angemerkt wurde am Markt aber eine insgesamt nachlassende Schwankungsbreite von ungefähr 100 Dax-Punkten.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen fiel am Dienstag um 0,52 Prozent auf 25 079,26 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,62 Prozent auf 2462,54 Zähler nachgab.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank am Ende um 0,81 Prozent auf 3340,93 Punkte. Die Leitindizes in London und Paris schlugen sich etwas besser: der französische Cac gab um 0,6 Prozent nach, während der britische FTSE 100 nur mit einem knappen Abschlag aus dem Handel ging. Der Dow Jones Industrial stand gleichzeitig zum Handelsschluss in Frankfurt mit etwa 0,4 Prozent im Minus.

Die zuletzt entfachte Zinsangst kommt dieser Tage wegen diverser Inflationszahlen auf den Prüfstand. Nach Verbraucherpreisen aus Großbritannien folgen am Mittwoch jene aus den USA, die laut Analyst Milan Cutkovic vom Broker Axitrader Gefahrenpotenzial mit sich bringen. Da die Anleger mit einem nur moderaten Anstieg der Teuerungsrate rechneten, würde eine nur wenig stärkere Inflation bestätigen, dass die Ängste vor steigenden Zinsen «nicht unbegründet sind». Steigende Zinsen machen Anleihen von Staaten und Unternehmen gegenüber Aktien dagegen attraktiver. Zudem können steigende Zinsen die Konjunkturentwicklung dämpfen.

Im Fokus standen am Dienstag einige Unternehmenszahlen. Die Anteilscheine von Aurubis gingen im MDax mit 8 Prozent in die Knie. Der Kupferhersteller hatte im ersten Geschäftsquartal zwar von höheren Kupferpreisen und gestiegenen Raffinierlöhnen für Altkupfer profitiert. Börsianer sahen die Resultate aber als unter den Erwartungen liegend an und sprachen von Gewinnmitnahmen.

Metro-Aktien schlugen sich mit einem Gewinn von 0,6 Prozent deutlich besser. Der Handelskonzern hatte im Weihnachtsquartal seinen Gewinn gesteigert und die Markterwartungen etwas übertroffen.

Im Dax blieben die seit Wochen unter Druck stehenden Lufthansa-Aktien gegen den Markt auf Erholungskurs. Sie kletterten an der Dax-Spitze um 1,44 Prozent nach oben. 2017 waren sie mit Abstand der größte Dax-Gewinner gewesen, seit dem Jahreswechsel aber hinken sie dem Marktumfeld am deutlichsten hinterher. Adidas hingegen gehörten mit 1,32 Prozent zu den deutlichsten Verlierern. Hier wirkte es sich offenbar negativ aus, dass der strauchelnde Konkurrent Under Armour im vierten Quartal auf dem umkämpften nordamerikanischen Sportartikelmarkt Fortschritte gemacht hatte.

Der Eurokurs stieg am Dienstag deutlich über die Marke von 1,23 US-Dollar. Zuletzt wurden 1,2364 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2333 (Montag: 1,2263) US-Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,53 Prozent am Montag auf 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 138,90 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,23 Prozent auf 158,07 Punkte zu.

@ dpa.de

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