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Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Der deutsche Aktienmarkt ist mit Verlusten in die zweite Jahreshälfte gestartet.

01.07.2020 - 13:11:24

Börse in Frankfurt - Dax schwächelt zum Start ins zweite Halbjahr

Direkt zum Handelsstart hatte eine technische Störung den Xetra-Handel an der Deutschen Börse allerdings für rund drei Stunden zum Erliegen gebracht. Der Dax notierte 1,52 Prozent tiefer bei 12.124,30 Punkten, nachdem er am Vortag um gut 0,6 Prozent zugelegt hatte. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor zur Wochenmitte 0,84 Prozent auf 25.621,98 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um rund 1,3 Prozent.

Derzeit sind die Anleger hin- und hergerissen zwischen der Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen einer erneuten Corona-Welle und der Hoffnung auf eine fortgesetzte Erholung der Wirtschaft. Nach dem Börsenschluss hierzulande richten sich die Blicke in die USA. Dort wird das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed veröffentlicht, das Investoren auf Hinweise zur künftigen Geldpolitik abklopfen werden.

Am Dienstag endete für den Dax ein extremes erstes Börsenhalbjahr 2020, das geprägt war von der Corona-Pandemie. Die Bilanz für die ersten sechs Monate des Jahres ist negativ: Das Minus beläuft sich auf 7,1 Prozent. Im zweiten Quartal allerdings verzeichnete das Börsenbarometer ein sattes Plus von fast 24 Prozent. Im Monat Juni stand ein Plus von gut 6 Prozent auf dem Kurszettel. «Noch nie ist der Dax so rapide gefallen und fast genauso rapide wieder gestiegen», stellte Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets fest.

Unter den Einzelwerten gehörten die Aktien von Airbus mit minus 3,7 Prozent zu den schwächsten Werten. Der Flugzeugbauer will wegen der Luftfahrt-Krise weltweit 15.000 Stellen streichen - allein 5100 davon in Deutschland.

Die Papiere von Hugo Boss büßten 2,9 Prozent ein, obwohl der Modehändler sein Onlinegeschäft deutlich ausbauen will. Bis 2022 soll der Onlineumsatz von 151 Millionen 2019 auf mehr als 400 Millionen Euro steigen, teilte Hugo Boss mit.

Deutlich turbulenter ging es einmal mehr bei den fast schon zum Zockerpapier verkommenen Wirecard-Aktien zu. Sie sackten gegen Mittag um gut 25 Prozent auf 4,28 Euro ab, nachdem sie vorbörslich noch um knapp 50 Prozent gestiegen waren. Zumindest für Teile des in einen Bilanzskandal verwickelten Zahlungsabwicklers gibt es Interessenten. Es hätten sich bereits zahlreiche Investoren aus aller Welt gemeldet, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé mit.

Am Dienstag waren die Wirecard-Titel zeitweise bis auf über neun Euro hochgeschnellt und hatten zum Handelsschluss 5,73 Euro gekostet, was einem Plus von rund 76 Prozent entsprach. Am Montag hatten sie sich zeitweise mehr als verdreifacht. Zuvor hatten sie allerdings binnen weniger Handelstage fast 99 Prozent eingebüßt.

@ dpa.de

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