Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Der Dax scheint von der Marke von 13 000 Punkten nicht mehr loszukommen.

16.05.2018 - 18:28:25

Börse in Frankfurt - Dax klebt förmlich an 13 000 Punkten. Am Mittwoch legte der Leitindex um 0,20 Prozent auf 12.996,33 Punkte zu und pendelte somit schon den fünften Börsentag in Folge um diese runde Marke.

Rückenwind erhielten Aktien vom weiter fallenden Eurokurs. Dieser rutschte erstmals seit Mitte Dezember unter 1,18 US-Dollar. Vor vier Wochen hatte der Eurokurs noch rund 6 US-Cent höher notiert, wovon die Exporteure profitieren dürften.

Für Sorgenfalten bei Börsianern sorgte allerdings die sich abzeichnende Bildung einer populistischen Regierung in Italien. Ein sehr euroskeptischer Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen Fünf Sterne und Lega brachte italienische Anleihen und Aktien unter Druck - und belastete europaweit die Kurse der Banken.

«Die heutigen Gerüchte, dass die beiden populistischen Parteien die Rückzahlung der von der EZB gekauften Anleihen in Frage stellen, ist vielleicht nur ein Vorgeschmack auf das, was noch alles kommen könnte», sagte Karsten Junius vom Vermögensverwalter J. Safra Sarasin. Italien bleibe eine «Herausforderung» für die Währungsunion.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,17 Prozent auf 26.616,64 Punkte zu. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging um es 0,35 Prozent auf 2781,85 Punkte aufwärts.

Papiere der Deutschen Bank büßten 2,68 Prozent ein und die der Commerzbank sogar 6,07 Prozent. Sie waren damit die Schlusslichter im Dax. «Wenn jetzt mit Schuldenerlassen begonnen wird, dürfte es nicht lange dauern, bis andere Länder wie Griechenland und Spanien das Gleiche verlangen», sagte ein Händler mit Blick auf Italien. Für Banken könne das hohe Abschreibungen bedeuten.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich am Mittwoch kaum. Der französische Leitindex CAC 40 und der britische FTSE 100 legten leicht zu. An der Wall Street trat der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss auf der Stelle.

Für Furore sorgten Aktien von Puma, die um 8,39 Prozent auf ein neues Rekordhoch stiegen. Der französische Luxuskonzerns Kering reduziert den Anteil an Puma erheblich. Mit dem stark steigenden Anteil frei handelbarer Aktien wird Puma für Investoren nun deutlich attraktiver. Zudem wird die Aktie in den MSCI Germany Index aufgenommen. Die guten Nachrichten ließen auch Adidas um 2,66 Prozent zulegen.

Papiere des Autozulieferers Dürr sprangen um 8,2 Prozent nach oben. Das Unternehmen habe im ersten Quartal beim Auftragseingang sehr gut abgeschnitten, lobte Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank. Mit dem Bordnetzausrüster Leoni schnitt ein weiterer Autozulieferer im ersten Quartal gut ab. Der Kurs stieg um 2,59 Prozent.

Deutsche Pfandbriefbank litten mit einem Minus von 5,41 Prozent darunter, dass der Bund sich als Aktionär nahezu komplett zurückgezogen hat. Der Bund, der über die in der Finanzkrise verstaatlichten Hypo Real Estate an der Pfandbriefbank beteiligt ist, verkaufte 22 Millionen Aktien.

Papiere des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus büßten ein niedrigeres Gewinnziel für dieses Jahr mit einem Abschlag von 5,06 Prozent.

Am Rentenmarkt ging die Umlaufrendite von 0,43 Prozent am Dienstag auf 0,42 Prozent zurück. Der Rentenindex Rex legte um 0,02 Prozent auf 139,61 Punkte zu. Der Bund-Future stieg am Abend um 0,18 Prozent auf 158,13 Punkte. Der Eurokurs lag im späten europäischen Handel bei 1,1785 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1784 (Dienstag: 1,1883) Dollar festgesetzt.

@ dpa.de

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