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Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Besser als am Markt erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten haben die Anleger doch noch zum Zugreifen ermutigt.

07.08.2020 - 15:25:27

Börse in Frankfurt - Dax bekommt von US-Jobdaten Auftrieb

Der Dax schwankte lange Zeit um die Gewinnschwelle, am Nachmittag setzte er sich aber mit 0,4 Prozent auf 12.645,38 Punkte ins Plus ab. Der Leitindex blieb damit in seiner Kursspanne der vergangenen Tage. Nach einem Auf und Ab um die 12.600 Punkte steuert er vor allem dank des starken Montags auf ein Wochenplus von 2,7 Prozent zu.

Der breiter gefasste Mittelwerte-Index MDax schlug sich noch etwas besser als der Dax, mit 27.021,52 Punkten brachte er es immerhin auf ein Plus von 0,81 Prozent. Der EuroStoxx schaffte es nur vergleichsweise moderat ins Plus, zuletzt legte er leicht um 0,1 Prozent zu.

Wie die Jobdaten zeigten, hat sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt nach der Zuspitzung in der Corona-Krise weiter entspannt. Im Juli war die Beschäftigung überraschend deutlich gestiegen, und so können die Börsianer laut Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners erst einmal aufatmen: Der Weg zur vollständigen Erholung sei aber noch weit.

Am Morgen hatten noch die Sorgen um die Beziehungen der USA mit China die Stimmung belastet. US-Präsident Donald Trump hat neuerdings die chinesischen Apps Tiktok und WeChat im Visier, in denen er eine Bedrohung der nationalen Sicherheit sieht. Außerdem blieb lange Zeit die Hängepartie in Washington beim Schnüren eines weiteren Hilfspakets bei den Anlegern im Hinterkopf. Die Verhandlungen um ein weiteres Corona-Konjunkturpaket sind erneut ins Stocken geraten.

Eine Stütze für den Dax waren die Aktien der Deutschen Telekom, die um zwei Prozent nach oben getrieben wurden von den Zahlen von T-Mobile US, die am Markt sehr positiv aufgenommen wurden. Die Papiere der US-Tochter rückten im New Yorker Handel vorbörslich sogar um fast fünf Prozent vor.

Mit 2,6 Prozent avancierten die Aktien von Siemens zum größten Dax-Gewinner, sie knüpften getrieben von positiven Analystenkommentaren an ihre Vortagsgewinne nach dem jüngsten Quartalsbericht an. Die Commerzbank sieht nun mit einem neuen Ziel von 148 Euro soviel Kurspotenzial wie kaum ein anderes Analysehaus. Viele weitere Experten zogen mit ihren Kurszielen nach.

Insgesamt unter Druck blieb die Autobranche nach gutem Lauf zu Beginn der Woche. Vor allem Zulieferer gingen am Freitag auf Talfahrt: Continental waren im Dax mit 3,5 Prozent Minus unter den größten Verlierern. Im SDax versammelten sich Norma Group, Schaeffler und Leoni mit Abschlägen von bis zu 4,9 Prozent ganz hinten.

Die Berichtssaison der Unternehmen, die dem Markt tags zuvor nicht positiv ihren Stempel aufdrücken konnte, klang zu Wochenschluss vorerst ab, bevor es in der neuen Woche weiter geht. Aus der Dax-Familie legten die SDax-Mitglieder SNP und Dr. Hönle frische Resultate vor. Leichte Verluste bei SNP wurden mit Gewinnmitnahmen begründet. Die Hönle-Aktien dagegen rückten um 2,5 Prozent vor.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind zur Kasse gestiegen. Der Rentenindex Rex legte 0,06 Prozent auf 145,81 Punkte zu. Die Umlaufrendite fiel im Gegenzug von minus 0,54 Prozent am Vortag auf minus 0,55 Prozent. Der Bund Future stand unverändert bei 177,37 Punkten.

Der Euro wurde zuletzt zu 1,1893 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1843 Dollar festgesetzt.

@ dpa.de

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