Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Befeuert von einem schwachen Eurokurs und starken Quartalszahlen einiger US-Technologiekonzerne hat sich der Höhenflug des deutschen Aktienmarktes fortgesetzt.

27.10.2017 - 10:11:18

Börse in Frankfurt - Dax wieder auf Rekordkurs

Im frühen Handel stieg der Dax auf einen historischen Höchststand von 13 235 Punkten und notierte zuletzt 0,76 Prozent höher bei 13 232,50 Zählern.

Bereits am Vortag hatte der Leitindex nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) rasant zugelegt und war auf ein Rekordhoch gestiegen. Für die abgelaufene Woche deutet sich so ein Gewinn von anderthalb bis zwei Prozent an.

«Eine starke Bilanzsaison, solide Konjunkturdaten und eine vorsichtige EZB - alles deutet auf eine Fortsetzung der Rally im Dax hin», schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Zudem dürfte sich der Druck auf den Euro in den kommenden Tagen noch verstärken, glaubt er. Nach dem Durchbruch der als charttechnischen Widerstand angesehenen Marke von 13 200 Punkten sieht Cutkovic die nächste größere Hürde erst bei 13 500 Zählern.

Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Konzerne vertreten sind, gewann am Freitag 0,43 Prozent auf 26 626,81 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,83 Prozent auf 2511,07 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 0,67 Prozent nach oben.

Mit der Ankündigung halbierter monatlicher Anleihekäufe hatte die EZB am Donnerstag - wie von den meisten Ökonomen erwartet - den ersten Schritt zur Beendigung ihrer ultralockeren Geldpolitik gemacht. Während einige Experten den grundsätzlichen «Einstieg in den Ausstieg» begrüßten, hielten ihn andere für zu zaghaft. Den Leitzins beließen die Notenbanker erwartungsgemäß auf dem Rekordtief von null Prozent.

Aus Unternehmenssicht standen vor allem die Quartalszahlen der Dax-Konzerne Volkswagen und Linde im Anlegerfokus. Eine optimistischere Einschätzung der Profitabilität des Autokonzerns im Gesamtjahr trieb die VW-Vorzugsaktien am Morgen auf den höchsten Stand seit Januar. Zuletzt notierten die Papiere der Wolfsburger mit 1,9 Prozent im Plus und waren damit zweitbester Dax-Wert. Das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte im dritten Quartal unerwartet kräftig.

Der vor der Fusion mit Praxair stehende Linde-Konzern profitierte auch im dritten Quartal von besser laufenden Geschäften in Europa und Asien. Allerdings bekam Linde erneut den Preisdruck im US-Gesundheitswesen zu spüren. Beim Umsatz traf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) fiel besser als erwartet aus. Die zum Umtausch eingereichten Linde-Aktien stiegen an der Dax-Spitze um 2,9 Prozent.

Bei den Fielmann-Aktien währte der Ausbruch auf ein Rekordhoch vom Vortag nur kurz: Nach einer Abstufung der Commerzbank rutschten die Papiere am MDax-Ende um 3,39 Prozent ab. Commerzbank-Analyst Oliver Metzger sah für die Titel der Optikerkette keinen weiteres Aufwärtspotenzial mehr und strich folglich seine Kaufempfehlung. Zudem reduzierte er seine aktuelle Wachstumsprognose vor dem Quartalsbericht Anfang November. Im bisherigen Jahresverlauf waren die Fielmann-Titel in der Spitze um rund ein Viertel gestiegen - alleine seit September um etwa 10 Prozent.

@ dpa.de

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